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BeitragVerfasst: Mo, 11.12.2017 - 20:40 
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Hey,

ich war heute bei meinem Arzt, um mir eine Sportbefreiung zu holen. Ich dachte, es würde unproblematisch ablaufen, aber ich bin ziemlich angepisst.

Zu Beginn zeige ich euch mal meine vorherige und meine aktuelle Sportbefreiung.

Alt:
http://i.epvpimg.com/fMHkcab.png

Neu:
http://i.epvpimg.com/0YK5eab.png

Ich weiß nicht, ob der nicht mehr alle Latten am Zaun hat. Kampfsport mit Skoliose? Ich weiß ja nicht, ob das bei leichten Skoliosen möglich ist, aber ich habe 35° und habe zwei Korsetts getragen, etwa vier bis fünf Jahre lang. Ich kample sicher nicht mit anderen auf herum.

Ich verstehe einfach nicht, wieso ich plötzlich alles an Kampfsport machen kann. Was ich auch nicht verstehe, ist, dass plötzlich Langstreckenläufe möglich sind. Ich merke, dass meine Ausdauer nicht gerade die beste ist und ich vermute, dass das teilweise auch mit der Skoliose zusammenhängt.

Ich meine, dass das wohl angeblich irgendwie damit zusammenhängen soll, weil ich mittlerweile ausgewachsen bin, was 2013 vermutlich noch nicht der Fall war, da war ich noch 17.

Ich könnte theoretisch noch zu einem anderen Orthopäden gehen und fragen, wie er das sieht, oder? Ist zeitlich nur einfach besch***en, wenn man gerade in einer Ausbildung ist.

Na ja, ich gehe nun davon aus, dass ich gewisse Dinge im Sportunterricht mitmachen muss. Mit meiner alten Befreiung wurde ich gänzlich vom Sportunterricht befreit, weil halt so ziemlich alles angekreuzt war. Ich weiß bereits, dass wir irgendwann mal etwa 5 km oder so in einer bestimmten Zeit laufen müssen. Das finde ich persönlich richtig unfair, weil ich meiner Ansicht nach benachteiligt bin.

Wie seht ihr das und habt ihr dafür eine Erklärung?

Danke.


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BeitragVerfasst: Mo, 11.12.2017 - 21:37 
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Therapie: erstes Rahmouni 2006
Basa 2006
zweites Rahmouni 2016
Basa 2017
die Sportbefreiungen sind wahrscheinlich ziemlich individuell. Mein alter Hausarzt hat sofort befreit.
Das belastet zumindest sein Budget nicht. Der Schulsport ist darüber hinaus meist eine arge Fehlanzeige
denn eigentlich sollte das Fach Spass machen und es tut gerade das Gegenteil aber das ist eine
andere Angelegenheit. Wegen unterdurchschnittlichem Lungenvolumen war ich auch immer mit Abstand
das Schlusslicht was zur Note immer so bei etwa 4,5 gestanden hat. Sowas kann natürlich keinen
Spass machen selbst wenn geeigneter Sport sinnvoll wäre ...


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BeitragVerfasst: Di, 12.12.2017 - 10:45 
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Hallo Creatiive123,

ich würde gern mal etwas zu Deinem Hintergrund wissen:
1. Du bist jetzt 21 Jahre und es geht um Schulsport oder was meinst Du mit Ausbildung?
2. Du hast 2 Korsetts über 4-5 Jahre in welchem Alter getragen?
3. Gab es zusätzlich gezielte KG, wie z. Bsp. Schroth KG oder grundsätzlich aktive gezielte "Muskelpflege"?
4. Du hast aktuell 35 Grad Skoliose, war es früher mehr?
5. Gibt es grundsätzlich aktuell Probleme mit dieser Skoliose?

Gruß
Klaus


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BeitragVerfasst: Di, 12.12.2017 - 11:32 
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Ich finde deine erste Befreiung völlig übertrieben und deine zweite annehmbar. Grundsätzlich bin ich sogar dafür, dass einigermaßen schmerzfreie Skoliose-Patienten gar nicht befreit werden sollten. Es handelt sich um Schulsport und keinen intensiven Vereinssport, sodass der soziale Schaden durch den Gruppenausschluss in jedem Falle größer ist als eventuell auftretende (und sehr unwahrscheinliche) körperliche Schäden.

Ich habe fast den gleichen Cobb-Winkel wie du und bin weit überdurchschnittlich sportlich und schmerzfrei. Im Hinblick auf Läufe bin ich in der Lage, einen Halbmarathon (21,1 km) mit über 15 km/h zu laufen. Mit diesem Niveau bekommt man in schulischen Ausdauerprüfungen eine 1.

Es gibt Skoliose-Patienten, die noch viel sportlicher sind:

Die australische Schwimmerin Jessica Ashwood hat eine sehr viel stärkere Krümmung (https://vimeo.com/178402447) und gehört zur absoluten Weltspitze auf den längeren Kraulstrecken. Sie wurde letztes Jahr in Rio 7. auf der 400 m Strecke und 5. über 800 m. Gäbe es auch bei Frauen die 1500 m, wäre sie da sehr wahrscheinlich auf dem Podium.

Der ehemalige amerikanische Tennisprofi James Blake war 2006 Weltranglistenvierter und verdiente 8 Mio. $ Preisgeld. Er trug in seiner Jugend mehrere Jahre ein Korsett.

Lamar Gant hielt mehrere Weltrekorde in Kraftdreikampf-Disziplinen. Er hat ebenfalls eine massive Skoliose (https://www.youtube.com/watch?v=EqooaL5JXQY).

Diese Liste ließe sich problemlos erweitern.

Zweifelsohne beeinträchtigt die Verkrümmung die köperliche Leistungsfähigkeit. Das Ausmaß wie du es annimmst (und eigentlich auch dein Arzt) ist jedoch nicht gegeben und mithin auch keine unverhältnismäßige Benachteiligung.


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BeitragVerfasst: Di, 12.12.2017 - 17:30 
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Hallo,

ich danke euch dreien für eure Antworten.

Vorweg reiche ich mal noch ein paar Informationen nach, falls die im Bezug auf meinen vorherigen und/oder jetzigen Beitrag hilfreich sein könnten.

Letzter Bericht: http://i.epvpimg.com/I7fsaab.png

Aktuelles Röntgenbild: http://i.epvpimg.com/48vEbab.png

Ich wollte mir das Röntgenbild eigentlich nicht mehr angucken, aber habe es nun ausnahmsweise für diesen Beitrag gemacht. Mir wird dabei immer ganz anders, ich finde es einfach schrecklich, so eine nach meinem Befinden heftige Krümmung zu sehen... Ich habe auch große Angst davor, eines Tages noch operiert werden zu müssen, das würde ich mir nie im Leben zutrauen. Mein Arzt meint, dass es nicht nötig ist, aber ich habe trotzdem Angst.

Zitat:
1. Du bist jetzt 21 Jahre und es geht um Schulsport oder was meinst Du mit Ausbildung?


Ja, ich meine Schulsport. Ich mache derzeit eine Ausbildung, die drei Jahre geht. Da bin ich sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule, wo wir zweimal wöchentlich Sport haben. Da weiß ich auch bereits, was so für Sachen drankommen. Beispielsweise Hoch- und Weitsprungt, war schon mal wegfällt. Seilspringen fällt ebenfalls weg. Volleyball oder Basketball war es noch, ersteres würde ja auch wegfallen. Ein langer Lauf ist im Sommer noch geplant, da muss ich dann wohl vermutlich dran teilnehmen.

Zitat:
2. Du hast 2 Korsetts über 4-5 Jahre in welchem Alter getragen?


Das fing etwas spät an. Mein erstes Korsett hatte ich mit Ende 14 Jahren. Das mit den 5 Jahren war etwas viel ^^ Vier Jahre waren es in etwa. Nach dem Datum, wo gesagt wird, dass ich es nicht mehr getragen habe, kam noch das Abtrainieren, wo ich es teilweise getragen habe. Also in etwa bis 18 Jahre.

Zitat:
3. Gab es zusätzlich gezielte KG, wie z. Bsp. Schroth KG oder grundsätzlich aktive gezielte "Muskelpflege"?


Ich habe hauptsächlich gerätegestützte Krankengymnastik gemacht. Meistens immer im Wechsel, eine halbe Stunde etwas Gymnasik und dann noch eine halbe Stunde an verschiedenen Geräten, um die Rückenmuskulatur zu stärken. Das habe ich auch konsequent durchgezogen, ich war jede Woche bei der Physiotherapie, mehrere Jahre lang. Sowohl als ich das Korsett hatte und danach noch zum Abtrainieren. Anschließend war ich immer noch dort, aber leider bekomme ich nun von meinem Arzt nichts mehr verschrieben, seitdem ich glaube 18 bin. Eine längerfristige Verordnung wurde von der Krankenkasse abgelehnt, Einspruch bringt auch nichts. Laut Krankenkasse kann mir trotzdem noch was verschrieben werden, wenn es medizinisch notwendig ist und mein Arzt meint ja sogar in dem Bericht, dass noch mehrere Jahre Therapie notwendig sind, aber er kann mir angeblich trotzdem nichts verschreiben.

Schroth hatte ich mal kurzzeitig auf Anfrage gemacht. Glaube ich jedenfalls, dass es das war. Da hatte ich beispielsweise in verschiedene Bereiche geatmet.

Da ich wie gesagt leider keine KG mehr bekomme, habe ich nun geplant, demnächst mit einem Fitnesstudio anzufangen. Da werde ich dann sicher auch zwei- bis dreimal wöchentlich hingehen und lasse mir vorher einen Trainingsplan erstellen. Die kennen sich da ja sicher auch mit Skoliosen aus. Die Krankenkasse bietet im Jahr immer mal zwei Gutscheine für Therapien an, aber damit kommt man nicht weit.

Ansonsten mache ich zu Hause mindestens jeden zweiten Tag ein bisschen Gymnastik. So Kleinigkeiten halt wie Unterarmstütz, Seitstützt, Kniebeuge, Katzenbuckel, Wadenheben, Hüftbeuger dehnen. ... sodass eben viele Bereiche angesprochen werden.

Zitat:
4. Du hast aktuell 35 Grad Skoliose, war es früher mehr?


Ich glaube, dass es früher auch 35 Grad waren, mehr auf keinen Fall. Ich habe es also vermutlich so gehalten. Meine Haltung hat sich auf jeden Fall stark gebessert. Früher hing meine eine Schulter viel tiefer als die andere. Rippenbuckel sieht man auch noch, aber nicht mehr so heftig wie früher.

Zitat:
5. Gibt es grundsätzlich aktuell Probleme mit dieser Skoliose?


Schmerzen habe ich eigentlich keine. Hin und wieder mal nach dem Aufstehen, aber das legt sich dann. Ab und zu ist mal ein bisschen was verspannt, aber das hat denke ich jeder mal.

robinho hat geschrieben:
Zweifelsohne beeinträchtigt die Verkrümmung die köperliche Leistungsfähigkeit. Das Ausmaß wie du es annimmst (und eigentlich auch dein Arzt) ist jedoch nicht gegeben und mithin auch keine unverhältnismäßige Benachteiligung.

Alles klar, danke für deinen Beitrag und die genannten Beispiele. Vielleicht sollte ich das mit dem Laufen wirklich hinkriegen, aber ich glaube es ehrlich gesagt nicht. Ich renne manchmal ein paar Etagen die Treppen hoch und muss dann erst mal bestimmt eine Minute tief durchatmen, weil mir eben die Ausdauer fehlt bzw. die Atmung etwas eingeschränkt ist. Aber das mit dem Kampfsport muss doch nun wirklich nicht sein, oder?

Und wieso darf ich eigentlich Basketball spielen, aber kein Volleyball? Das mit Handball verstehe ich, da kommt es ja teilweise zu heftigem Körpereinsatz und Gespringe, aber bei Basket- und Volleyball springt man ja meines Erachtens nach auch.

Ich habe mal die Formatierungen einiger Zitate geändert - Gruß Klaus


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BeitragVerfasst: Di, 12.12.2017 - 19:55 
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Hallo,

Also die Ärzte an der Schroth Klinik in Bad Salzungen, sagen es gibt nur 3 Sportarten, die du mit Skoliose nicht machen solltes. Angeln :lach: (langes einseitiges stehen) Golf ( ruckartige seitliche Bewegungen) und das 3. habe ich mir nicht gemerkt, war aber nix was beim Schulsport vorkommt. Die schicken die Kid's die mit einer Befreiung zur Kur kommen ohne wieder heim, da Sport gerade bei Skoliose wichtig ist. Und solange es im Rahmen wie Schulsport oder Freizeitbereich und nicht leistungsmäßig betrieben wird, ist nichts schädlich, so die Ausführung der Ärztin. Du kannst also alles an Sport machen, was dir Spaß macht.
Wenn du nie gelaufen bist, ist klar das es an Ausdauer fehlt, und wenn dein Lungenvolumen eingeschränkt ist, kannst du mit deinem Arzt nocheinmal über eine eventuelle Notenbefrreiung sprechen aber gerade dann ist Ausdauersport für dich wichtig.
Das sich im Fitnessstudio jemand mit Skoliose auskennt wäre ein absoluter Glückstreffer. Besser wäre es, du versuchst ein Rezept für KG zu bekommen und suchst dir einen Physio, der nach Schroth arbeitet und der dir die richtigen Übungen für dein Heimprogramm zeigt und sagen kann was im Studio überhaupt richtig für dich ist.

VG Kats

_________________
Wenn wir bedenken, das wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt. (Mark Twain)


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BeitragVerfasst: Di, 12.12.2017 - 21:11 
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Danke für deine Antwort.

Na ja, ich dachte mir, dass ich mir im Fitnessstudio einen Trainingsplan erstellen lasse und dort dann meinen Arzt drüberschauen lasse, damit der noch mal sagt, was ich davon machen darf und was nicht. Krankengymnastik - keine Chance. Längerfristig bekomme ich wie gesagt nicht mehr und mal so bekomme ich auch nichts verschrieben, weil es halt laut der Meinung meines Arztes nicht mehr geht.

Ich könnte ja zusätzlich noch mal bei der Physiotherapie vorbeischauen und denen ebenfalls meinen Trainingsplan zeigen, die müssten sich ja auch auskennen.


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BeitragVerfasst: Di, 12.12.2017 - 23:21 
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Hallo Creatiive123,

mit meinen Fragen wollte ich eher auf Deine aktuellen Therapiemöglichkeiten aufmerksam machen, als nur einfach Sportarten zu kommentieren, die nicht der gezielten Therapie dienen. Ich habe auch den Eindruck, dass Du den Sport nicht gerade als Motivation zur Meisterung Deiner Situation ansiehst oder? :)

Zitat:
Mein erstes Korsett hatte ich mit Ende 14 Jahren........ kam noch das Abtrainieren, wo ich es teilweise getragen habe. Also in etwa bis 18 Jahre.

Wenn man dazu den Bericht liest, hört es sich so an, als wenn es nicht die optimale Therapie gewesen ist. Es ist auch von einer Atrophie der Rumpfmuskulatur durch das Korsett die Rede und von einer KG, mit der dann lediglich eine Verschlechterung aufgehalten wurde. In der Regel verursacht ein gutes korrigierendes Korsett keine Muskel-Atrophie (im Wirkungsbereich des Korsetts) und mit gezielter KG wie z. Bsp. Schroth kann auch für eine ausreichende muskuläre Stabilisation der jeweils korrigierten Situation gesorgt werden. Das muss nicht immer funktionieren, aber ich würde an Deiner Stelle eine weitere Meinung dazu von einem wirklichen Spezialisten einholen.
viewtopic.php?f=25&t=6472

Gerade mit 21 hast Du noch gute Chancen, auch mit einem Korsett von einem guten Korsettbauer und/oder einer stationären Schroth REHA, die gut begründet kein Problem für die Krankenkasse sein sollte. Immerhin soll ja einer evtl. späteren Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden.

Es ist sicherlich nicht einfach, bei Erwachsenen eine durchgehende KG zu bekommen. Das liegt aber nicht nur an der Krankenkasse, sondern auch am Arzt, der mit seinem Budget umgehen muss. Er könnte schon Verordnungen ausserhalb des Regelfalles ausstellen, wenn er genügend Patienten hat, die keine Verordnung brauchen. Oder er hat als Facharzt für physikalische Therapie grundsätzlich das größte Budget für solche Verordnungen. Ich würde da immer einen Schroth Therapeuten ansprechen, der entsprechende "großzügige" Ärzte kennt, sofern es eine Auswahl gibt. Eine stationäre REHA dient dazu, die Übungen so gut zu verinnerlichen, dass man die allein zuhause weiterführen kann und nicht mehr so oft zur Physiotherapie gehen muss.

Die langfristige Genehmigung als Einzelfall, die ihr wahrscheinlich versucht habt (?), muss wirklich gut begründet werden. Möglicherweise war das "Problem", dass Du kaum Beschwerden hast oder? Schmerzen sind schon ein besonderer Faktor, den die Krankenkasse berücksichtigen muss.

Was mich ein bischen wundert, ist die im Bericht erwähnte 35 Grad Kyphoskoliose. Eigentlich ist das eine Kombination aus Skoliose (35 Grad) und einer Hyperkyphose (Rundrücken) ?? Grad und meistens auch Hyperlordose (Hohlkreuz) ?? Grad. Geht es bei Dir auch darum?

Zitat:
Da ich wie gesagt leider keine KG mehr bekomme, habe ich nun geplant, demnächst mit einem Fitnesstudio anzufangen

Das ist keine gute Idee!
Grundsätzlich sollte man das nur machen, wenn man das richtige Körpergefühl für die notwendigen Korrekturen am besten während einer Schroth REHA erlernt bzw. verinnerlicht hat. Und dann ist es eher bei Hyperkyphose/Hyperlordose empfehlenswert, weil symmetrische Übungen an den Geräten gleichzeitig Korrekturbewegungen sein können. Bei Skoliose muss asymmetrisch geübt werden, an Geräten ist das praktisch nicht umsetzbar, sofern es um den Oberkörper selbst geht.
Ich weiß ja nicht, wie Deine bisherige KG an Geräten abgelaufen ist.
Zitat:
Ich könnte ja zusätzlich noch mal bei der Physiotherapie vorbeischauen und denen ebenfalls meinen Trainingsplan zeigen, die müssten sich ja auch auskennen.

Das ist die Frage. Bei Fehlstellungen der Wirbelsäule ist Spezialwissen angesagt, was auch viel mit erfolgreicher praktischer Erfahrung entsprechender Patienten zu tun hat. Hier geht es nicht einfach um Muskelaufbau, sondern um Umbau von meist verkürzten Strukturen (Muskeln, Bänder und Sehnen). Und es geht auch darum, das Training genau zu überwachen, was mit Sportbekeidung schwierig ist. Bei Schroth wird deswegen auch mit freiem Oberkörper trainiert.

Gruß
Klaus


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 01:31 
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Hallo Themenstarter,

ich kann dein Befinden gut nachvollziehen. Ja, es ist doof, so etwas zu haben und damit leben zu müssen und ja, man steht damit ziemlich allein da auf weiter Flur (insbesondere als männlicher Patient). Entscheidend ist aber, ob du den Kopf weiter in den Sand steckst oder dir sagst, dass du deine Situation verbessern möchtest. Und glaub mir, das geht!

Du musst nie operiert werden, so lange du nicht willst und im Stande bist deinen Willen zu äußern. Deine Einstellung zu dem Thema ist gut. Dennoch lass dir gesagt sein: Du brauchst keine Angst vor dieser OP zu haben. Sicherlich ist die Prozedur mit Schmerzen verbunden und die anschließende Rehabilitation zeitintensiv. Aber das geht vorüber und die Risiken der OP sind sehr gering! Bedenke, wie viele Patienten das schon hinter sich gebracht haben. Viele davon sind sehr kranke Menschen oder junge Mädchen. Will sagen: Wenn die das geschafft haben, dann würdest du es auch.

Zum Thema "der Arzt muss es doch wissen" muss ich dich leider enttäuschen: Es kann dir nie einer genau sagen, was in deiner Situation an KG am besten funktionieren wird. Dieser Umstand ist auch einer gehörigen Portion Unwissen zu verdanken. Selbst Dr. Steffan, der als Koryphäe der konservativen Skoliose Therapie gilt, hat vor einigen Jahren hier im Forum innerhalb einer verbalen Auseinandersetzung betont, dass seine Therapeuten in Bad Sobernheim die Schroth KG sehr viel besser anleiten können als er selbst.


Ich möchte außerdem Klaus in einigen Punkten deutlich widersprechen:
Zitat:
Es ist auch von einer Atrophie der Rumpfmuskulatur durch das Korsett die Rede und von einer KG, mit der dann lediglich eine Verschlechterung aufgehalten wurde. In der Regel verursacht ein gutes korrigierendes Korsett keine Muskel-Atrophie (im Wirkungsbereich des Korsetts) und mit gezielter KG wie z. Bsp. Schroth kann auch für eine ausreichende muskuläre Stabilisation der jeweils korrigierten Situation gesorgt werden. Das muss nicht immer funktionieren, aber ich würde an Deiner Stelle eine weitere Meinung dazu von einem wirklichen Spezialisten einholen.

Dass ein Korsett, selbst ein gut korrigierendes, nicht zu Muskel-Atrophie führt, halte ich auch aus meiner eigenen Erfahrung heraus für falsch. Man ist doch ganz eindeutig in seinen Bewegungen eingeschränkt. Es ist völlig unmöglich, sich den ganzen Tag über in einer angespannten Haltung zu befinden, mit der man entsprechende Muskeln trainiert. Ein Korsett ist vor allem ein passives Hilfsmittel. Ich hatte nach 2 Jahren Korsett-Therapie, im ausgewachsenen Zustand wohl gemerkt, ein schlechteres Röntgenbild als vorher.

Weiter ist, ebenfalls aus weitreichender eigener Erfahrung heraus, ein wirklicher Muskelaufbau in Folge von Schroth KG nicht gegeben. Es sind im Wesentlichen nur die kleinen, stützenden Muskeln, die man stärkt.
Zitat:
Zitat:
Da ich wie gesagt leider keine KG mehr bekomme, habe ich nun geplant, demnächst mit einem Fitnesstudio anzufangen
Das ist keine gute Idee!
Grundsätzlich sollte man das nur machen, wenn man das richtige Körpergefühl für die notwendigen Korrekturen am besten während einer Schroth REHA erlernt bzw. verinnerlicht hat. Und dann ist es eher bei Hyperkyphose/Hyperlordose empfehlenswert, weil symmetrische Übungen an den Geräten gleichzeitig Korrekturbewegungen sein können. Bei Skoliose muss asymmetrisch geübt werden, an Geräten ist das praktisch nicht umsetzbar, sofern es um den Oberkörper selbst geht.

Hier möchte ich anmerken, dass man während der Reha in Bad Salzungen KG an Geräten macht, die weitestgehend unüberwacht und sehr wohl symmetrisch ausgeführt ist. Es ist schon richtig, dass Skoliose Patienten eine asymmetrische Muskel-Architektur besitzen und somit selbst bei optisch symmetrischer Übungsausführung tatsächlich nicht symmetrisch trainieren. Und dennoch: Ich halte den positiven Effekt durch antrainierte Muskelmasse für weitaus stärker (z.B. haben Bodybuilder weitaus seltener Rückenschmerzen als Normalbürger ohne Skoliose) als den negativen Effekt, dass man dabei auch ein Stück weit in die Fehlhaltung trainiert. Dahingehend erscheint mir das Leitbild von der verstorbenen Christa Lehnert-Schroth, man möge jegliche Drehungen und Seitneigungen vermeiden, nicht praxisgerecht, da der Mensch nun einmal gewisse elementare Bewegungsmuster besitzt.

Was bei der Schroth KG leider völlig außen vor gelassen wird ist das Thema Entspannungstherapie. Man kann mit gezielter Selbstmassage, z.B. mit der Blackroll oder einem Lacrosse Ball, super gut Verklebungen lösen und die aufgrund der Asymmetrie ständig unter Stress stehenden Strukturen entlasten.

Themenstarter, ich würde die in jedem Fall den Gang ins Fitnessstudio empfehlen. Vielleicht hast du Glück und gerätst an einen Skoliose-erfahrenen Trainer. Parallel dazu ist eine Therapie bei einem erfahrenen und renommierten Sportphysiotherapeuten vermutlich das beste, was du für deinen Rücken bzw. deinen Körper tun kannst. Eine Schroth-Kur ist natürlich ebenfalls sinnvoll, besitzt aber entgegen der vorherrschenden Meinung im Forum kein Alleinstellungsmerkmal in der optimalen Skoliose Therapie.


Nachtrag: Ich habe eben bemerkt, dass ich noch nichts zu deiner Frage geschrieben habe, wieso manche Sportarten untersagt sind und andere nicht. Ich vermute, dass in irgendeinem Katalog steht, Sprünge sind bei Skoliose zu vermeiden. In der Tat macht es da aber keinen Sinn, Basketball zu spielen, Volleyball jedoch nicht. Grundsätzlich sehe ich das aber wie schon angedeutet so: Unterstellt man jährlich 35 Schulwochen zu je 2 Sporteinheiten, dann sind das 70 Einheiten. Selbst wenn du die vollen 70 Stunden den "schädlichen" Sport machen solltest (was aber sowieso nicht der Fall sein wird, da man ja im Unterricht mindestens die halbe Zeit einfach nur dasteht), ist das bei der Verteilung viel zu wenig Reiz, um einen wirklichen Schaden anzurichten.


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 08:33 
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Nochmals danke für eure ausführlichen Antworten.

Zitat:
Ich habe auch den Eindruck, dass Du den Sport nicht gerade als Motivation zur Meisterung Deiner Situation ansiehst oder?


Doch, sonst könnte ich das mit dem Sport auch einfach sein lassen und faul rumsitzen, oder nicht? Oder worauf beziehst du dich? Den Schulsport erachte ich persönlich als sinnfrei, jedenfalls manches davon, aber wenn ich weiterhin Physiotherapie bekommen würde, würde ich das jede Woche durchziehen. Ins Fitnessstudio mag ich wie gesagt auch aktiv gehen.

Zitat:
Gerade mit 21 hast Du noch gute Chancen, auch mit einem Korsett von einem guten Korsettbauer und/oder einer stationären Schroth REHA, die gut begründet kein Problem für die Krankenkasse sein sollte.


Macht das wirklich noch Sinn mit einem Korsett, wenn man bereits ausgewachsen ist?

Zitat:
Die langfristige Genehmigung als Einzelfall, die ihr wahrscheinlich versucht habt (?), muss wirklich gut begründet werden. Möglicherweise war das "Problem", dass Du kaum Beschwerden hast oder? Schmerzen sind schon ein besonderer Faktor, den die Krankenkasse berücksichtigen muss.


Ja, das habe ich versucht. Die haben mir da irgendwas zitiert, das so was nicht für Skoliosen gilt.

Zitat:
Was mich ein bischen wundert, ist die im Bericht erwähnte 35 Grad Kyphoskoliose. Eigentlich ist das eine Kombination aus Skoliose (35 Grad) und einer Hyperkyphose (Rundrücken) ?? Grad und meistens auch Hyperlordose (Hohlkreuz) ?? Grad. Geht es bei Dir auch darum?


Ein Hohlkreuz habe ich, aber keinen Rundrücken.

Zitat:
Ich weiß ja nicht, wie Deine bisherige KG an Geräten abgelaufen ist.


Anfags lange überwacht, später dann alleine. War dort 5-6 Jahre gewesen.

Zitat:
Das ist die Frage. Bei Fehlstellungen der Wirbelsäule ist Spezialwissen angesagt, was auch viel mit erfolgreicher praktischer Erfahrung entsprechender Patienten zu tun hat. Hier geht es nicht einfach um Muskelaufbau, sondern um Umbau von meist verkürzten Strukturen (Muskeln, Bänder und Sehnen). Und es geht auch darum, das Training genau zu überwachen, was mit Sportbekeidung schwierig ist. Bei Schroth wird deswegen auch mit freiem Oberkörper trainiert.


Meine rechte Seite ist zu stark, meine linke zu schwach. Ich habe deshalb oft mal nur die linke Seite trainiert, was z. B. am Seilzug gut funktioniert.

Zitat:
Was bei der Schroth KG leider völlig außen vor gelassen wird ist das Thema Entspannungstherapie. Man kann mit gezielter Selbstmassage, z.B. mit der Blackroll oder einem Lacrosse Ball, super gut Verklebungen lösen und die aufgrund der Asymmetrie ständig unter Stress stehenden Strukturen entlasten.


Blackroll und Blackball habe ich mir bereits zugelegt und passende Übungen rausgesucht.

Zitat:
Themenstarter, ich würde die in jedem Fall den Gang ins Fitnessstudio empfehlen. Vielleicht hast du Glück und gerätst an einen Skoliose-erfahrenen Trainer. Parallel dazu ist eine Therapie bei einem erfahrenen und renommierten Sportphysiotherapeuten vermutlich das beste, was du für deinen Rücken bzw. deinen Körper tun kannst. Eine Schroth-Kur ist natürlich ebenfalls sinnvoll, besitzt aber entgegen der vorherrschenden Meinung im Forum kein Alleinstellungsmerkmal in der optimalen Skoliose Therapie.


Eine Kur ist während meiner Ausbildung derzeit auf keinen Fall möglich. Kann man so was auch privat bei einem passenden Physiotherapeuten zahlen? (Schroth-Therapie)

Ich werde mich vorher informieren, ob die sich im Fitnessstudio damit auskennen.


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 11:25 
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robinho hat geschrieben:
Weiter ist, ebenfalls aus weitreichender eigener Erfahrung heraus, ein wirklicher Muskelaufbau in Folge von Schroth KG nicht gegeben. Es sind im Wesentlichen nur die kleinen, stützenden Muskeln, die man stärkt.


robinho hat geschrieben:
Themenstarter, ich würde die in jedem Fall den Gang ins Fitnessstudio empfehlen. Vielleicht hast du Glück und gerätst an einen Skoliose-erfahrenen Trainer. Parallel dazu ist eine Therapie bei einem erfahrenen und renommierten Sportphysiotherapeuten vermutlich das beste, was du für deinen Rücken bzw. deinen Körper tun kannst. Eine Schroth-Kur ist natürlich ebenfalls sinnvoll, besitzt aber entgegen der vorherrschenden Meinung im Forum kein Alleinstellungsmerkmal in der optimalen Skoliose Therapie.


Kann an dieser Stelle Robinho voll zustimmen. Unsere Krümmungssituationen sind deiner recht ähnlich, Threadersteller (bzw. noch ein Eckchen gravierender).
Dass du alles tun willst, um dich vom Schulsport befreien zu lassen, kann ich 100% nachvollziehen, da es wirklich sinnfrei, Zeitverschwendung und völliger Unfug ist. Es hat mit ernsthaftem Sport und körperlicher Fitness gar nichts zu tun, verdirbt einem eher die Laune und wenn du die 180 Minuten in der Woche für etwas anderes investierst (lesen, lernen, weiterbilden, eigener Sport, ...) bist du damit definitiv besser bedient. Insofern solltest du die Chance ruhig nochmal nutzen, da raus zu kommen.

Sport generell ist aber eine 1a Idee. Ich habe auch eine längere Zeit Schroth gemacht, diszipliniert täglich morgens und abends, aber der Effekt war recht dürftig. Kurz danach war der Rücken immer ganz gut erfrischt und die Haltung etwas besser, aber nachhaltig war das nicht wirklich. nach 20 Minuten war wieder alles verflogen, da Schroth eben leider per se nicht wirklich effektiven und relevanten Muskelaufbau bewirken kann, da keinerlei Progression stattfindet und der Reiz nicht ausreicht. Zumindest nicht in der aktuellen Form. Vielleicht kann man mal ein Sportwissenschaftler eine Promotion in Angriff nehmen, in der er Schroth mit Zusatzgewicht konzipiert.

Mir persönlich hat dann aber der regelmäßige, disziplinierte Kraftsport weit mehr geholfen in Sachen Haltung und dauerhaftes Wohlbefinden. Schwere vertikale Belastung des Rückens tut zwar selten gut und schmerzt oft danach (mache ich dementsprechend auch nicht), aber gerade Eigengewichtübungen machen einen großen Unterschied. Die Muskeln kaschieren auch die schräge Optik, ist ein ganz netter Nebeneffekt. Ich bin zumindest mal gespannt auf meine nächsten Röntgenbilder, um zu schauen, wie der Effekt auf die tatsächliche Stellung der WS ist. Von Außen würde ich sagen,hat sich bisher absolut gar nichts getan, es ist nur stärker und stabiler geworden und ich stehe eben "selbstbewuster". Viel mehr kann ich auch nicht wirklich erwarten.

Creatiive123 hat geschrieben:
Macht das wirklich noch Sinn mit einem Korsett, wenn man bereits ausgewachsen ist?


Manche hier werden 'ja' sagen, manche 'nein'.

Ich würde 'nein' sagen. Wärst du ein zartes, biegsames Mädel, dass die letzten 5 Jahre fleissig Yoga gemacht hat und würde deine Krümmung in der Lende liegen, ließe sich da evtl. noch ein wenig was machen. Da gibt es schon einige Fälle hier im Forum in die Richtung. Da du bisher anscheinend nicht der sportlichste warst und womöglich auch recht immobil und steif bist ("Zehen an die Fußspitzen" - geht was auf Anhieb?) und vor allem, weil deiner Krümmung doch weit oben in der BWS liegt, wo das Korsett durch die Rippen nicht viel bewirken kann, wäre der Effekt minimal und würde den Aufwand nicht rechtfertigen. Da würdest du mit Sport sicherlich mehr reißen. Ich bin da aber weiß Gott kein Experte, weshalb du vielleicht mal an einen guten Korsettbauer eine Mail mit deinem RöBi schicken könntest. Wenn es nicht um jeden Preis an dir verdienen will, würde er dir ehrlich sagen, wie hoch die Chance ist, noch was zu wuppen. Um reine Schmerzlinderung geht es ja in deinem Fall anscheinend nicht, das wäre dann nochmal eine andere Situation, um ein Korsett in Erwägung zu ziehen.


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 14:56 
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PhonieMcRingRing vielen Dank auch an dich für deine Antwort.

Dann würde ich nun demnächst auf jeden Fall mal in einem Fitnessstudio vorbeischauen. Da habe ich mir auch was Ordentliches rausgesucht. Zahlt man zwar an die 70 € im Monat, aber wenn einem da genug geboten wird, dann ist es mir das wert. Ich werde mich auch vorher darüber informieren, ob die sich mit Skoliosen auskennen und natürlich mal mein aktuelles Röntgenbild und den Bericht mitnehmen. Sollte ich mich dann tatsächlich für das Studio entscheiden, dann lasse ich noch mal einen Ortophäden und Physiotherapeuten auf meinen Trainingsplan schauen.

Zitat:
Da du bisher anscheinend nicht der sportlichste warst und womöglich auch recht immobil und steif bist ("Zehen an die Fußspitzen" - geht was auf Anhieb?)


Zehen an die Fußspitzen? Den Teil verstehe ich gerade irgendwie nicht :D


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 15:06 
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Haha, sorry, ich Depp. Zehen an die Fingerspitzen meinte ich, bzw. umgekehrt Fingerspitzen an die Zehen. Bzw. generell deine Mobilität, Vorbeugen, Zurückbeugen, etc. Ich war z.B. zu Beginn des Sports steif wie ein Brett und kam mit den Fingern nicht mal an die Fußknöchel. Heute stelle ich mich auf die Treppenstufe und komme ein gutes Stück unter die Füße. Da hat sich also in einigen Monaten erheblich was getan und das macht sich im Alltag auch bemerkbar.


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 15:36 
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Bis an die Zehenspitzen komme ich nicht. Ist das mit so einer krummen Wirbelsäule möglich, wirklich bis an den Boden zu kommen?

Die Übung geht bei mir nicht allzu gut, komme in etwa bis zum markierten Bereich, dann zieht es in den Beinen ^^ http://i.epvpimg.com/sUKiaab.png

Da muss ich auch noch ein bisschen dehnen.


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 15:58 
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Ist natürlich auch ein bißchen eine genetische Frage, wie lang deine Extremitäten im Verhältnis sind, etc. Ich kam aber zu Beginn auch nur bis dahin und mittlerweile geht es mit den Händen bis zum Boden. Möglich ist es auch jeden Fall.


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 15:59 
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Danke, du machst mir Hoffnung :D Ich melde mich noch mal, wenn ich genaueres bezüglich des Fitnessstudios weiß.


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 17:00 
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Therapie: Seit 2003 Schroth-KG, 3 Rehas in Bad Salzungen.
Creatiive123 hat geschrieben:
Bis an die Zehenspitzen komme ich nicht. Ist das mit so einer krummen Wirbelsäule möglich, wirklich bis an den Boden zu kommen?

:lach: Meine ist deutlich krummer und ziemlich genau dreimal so alt wie Du bin ich auch, aber bis zu den Zehen komme ich mit den Fingerspitzen.
Und wenn Du meinst, Deine Lungenfunktion sei durch die Skoliose eingeschränkt, dann lass sie doch mal beim Arzt messen!
Ansonsten ist völlig klar, dass Untrainierte halt beim Laufen ins Schnaufen kommen.

Dass sich in einem Fitnessstudio jemand mit Skoliose auskennt, halte ich für sehr(!) unwahrscheinlich - auch bei den Physiotherapeuten muss man da ein bisschen suchen...
Auch Physiotherapeuten bieten übrigens oft Kurse an oder Du kannst dort "Privatstunden" buchen.
Warum glaubst Du eigentlich, dass Dir ein Fitnessstudio mehr Spass machen wird als der Schulsport?
Grüsse, Lady S


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 17:21 
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Hallo Creatiive123,

Zitat:
Doch, sonst könnte ich das mit dem Sport auch einfach sein lassen und faul rumsitzen, oder nicht? Oder worauf beziehst du dich?

Es hörte sich für mich so an, als wenn Du weiterhin auf eine Sportbefreiung bestehen würdest. Wenn es darum geht, dass Du nur kritisch gegenüber den nun möglichen Übungen bist, ist das natürlich eine andere Sache.
Zitat:
Macht das wirklich noch Sinn mit einem Korsett, wenn man bereits ausgewachsen ist?

Ja natürlich. Wenn Du Dir die entsprechenden Erfahrungs-Berichte bzw. Diskussionen anguckst, wirst Du feststellen, dass das in erster Linie Erwachsene sind.
Zitat:
Ja, das habe ich versucht. Die haben mir da irgendwas zitiert, das so was nicht für Skoliosen gilt.

Die langfristige Genehmigung ist bei Erwachsenen, wie schon gesagt, eine Einzelfall-Entscheidung. Das bedeutet, dass hier die Gesamtsituation gesehen werden muss. Eine Skoliose allein genügt nicht. Wenn Du chronische Schmerzen hättest, die sich nur durch ständige Physiotherapie beeinfussen lassen und ausserdem in Deinem Alltag eingeschränkt wärest, sähe das anders aus. Hier kommt es wirklich auf eine gute ärztliche Argumentation an. Ich selbst praktiziere das ja schon lange mit meinem Schmerztherapeuten in manchmal fantasievoller Zusammenarbeit. ;)
Eine andere Möglichkeit ist der besondere Verordnungsbedarf, der bei Erwachsenen bei einer Skoliose über 50 Grad eine ständige Verordnung ohne Budgetanrechnung ermöglicht. Kommt für Dich leider nicht in Frage, sofern die Messung von 35 Grad stimmt.
Zitat:
Ein Hohlkreuz habe ich, aber keinen Rundrücken.

Das ist keine Kyphoskoliose im Sinne der Definition!
Zitat:
Anfags lange überwacht, später dann alleine. War dort 5-6 Jahre gewesen.

Eigentlich wollte ich wissen, wie Du Deine Skoliose und auch Dein Hohlkreuz bei der KG an Geräten angegangen bist. Man muss ja merken, ob es eine Korrektur gibt oder nur einfach Muskelaufbau, der nichts an Deiner aktuellen Situation ändert. Ich glaube, Du solltest Dich mit dem Begriff Korrektur vertraut machen, die individuell ganz unterschiedlich auch bei Erwachsenen möglich ist.
Zitat:
Meine rechte Seite ist zu stark, meine linke zu schwach. Ich habe deshalb oft mal nur die linke Seite trainiert, was z. B. am Seilzug gut funktioniert.

Da spielen Verkürzungen eine Rolle, die man dehnen muss ehe man an sinnvollen Muskelaufbau denken kann. Deswegen wird das bei Schroth in den Übungen kombiniert.
robinho hat geschrieben:
Dass ein Korsett, selbst ein gut korrigierendes, nicht zu Muskel-Atrophie führt, halte ich auch aus meiner eigenen Erfahrung heraus für falsch.

Da werden Dir die Korsett-Träger was anderes erzählen und im übrigen verbinde ich ein Korsett immer mit der Notwendigkeit der aktiven Muskelpflege.
Zitat:
Weiter ist, ebenfalls aus weitreichender eigener Erfahrung heraus, ein wirklicher Muskelaufbau in Folge von Schroth KG nicht gegeben. Es sind im Wesentlichen nur die kleinen, stützenden Muskeln, die man stärkt.

Bei Schroth geht es um den notwendigen Muskelumbau, ansonsten ist ein Muskelaufbau in der Fehlstellung bestenfalls nur ein Fixieren der aktuellen Situation. Oft geht das schief, wie die vielen Erfahrungsberichte aussagen.
Zitat:
Hier möchte ich anmerken, dass man während der Reha in Bad Salzungen KG an Geräten macht, die weitestgehend unüberwacht und sehr wohl symmetrisch ausgeführt ist.

Diese KG an Geräten ist nur als zusätzliche Möglichkeit gedacht, einen allgemeinen Muskelaufbau zu betreiben und dabei immer die gerade gelernten Schroth Übungen im Blick zu haben, insbesondere die korrigierte Haltung. Beim Rückenstrecker und bei den Bauchmuskeln wird man als Skoliose Patient in der Bewegung damit seine Mühe haben.
Zitat:
Ich halte den positiven Effekt durch antrainierte Muskelmasse für weitaus stärker (z.B. haben Bodybuilder weitaus seltener Rückenschmerzen als Normalbürger ohne Skoliose) als den negativen Effekt, dass man dabei auch ein Stück weit in die Fehlhaltung trainiert.

Erstaunliche These.
Zitat:
Was bei der Schroth KG leider völlig außen vor gelassen wird ist das Thema Entspannungstherapie. Man kann mit gezielter Selbstmassage, z.B. mit der Blackroll oder einem Lacrosse Ball, super gut Verklebungen lösen und die aufgrund der Asymmetrie ständig unter Stress stehenden Strukturen entlasten.

Na ja, es gibt viele durchaus nützliche Therapien, die für Entlastung sorgen, aber das ist meist nur kurzfristig, weil die Ursache weiterhin besteht. Also muss man doch in erster Linie die Ursache vermindern.
Und das kann durchaus auch mit anderen Methoden besser gelingen. Nur weiß, man das vorher nicht und kann nach meiner Ansicht nur mit dem anfangen, was sich am besten etabliert hat.
Zitat:
Eine Schroth-Kur ist natürlich ebenfalls sinnvoll, besitzt aber entgegen der vorherrschenden Meinung im Forum kein Alleinstellungsmerkmal in der optimalen Skoliose Therapie.

"Die vorherrschende Meinung im Forum" beruht auf den entsprechenden hier eingestellten Erfahrungsberichten. Als Newbie kann man sich daran orientieren oder nicht. Ich finde es persönlich nicht gut, einem Newbie einfach den Gang ins Fitness Studio zu empfehlen und darauf zu vertrauen, dass er Glück haben haben könnte oder an einen renommierten Sportphysiotherapeuten zu verweisen, weil der auch bei Fehlstellungen natürlich genau Bescheid weiß. Die Erfahrung sagt leider was ganz anderes und ich lese hier seit 2005 intensiv mit.

Creatiive123 sollte wenigstens noch eine zweite Meinung zu seiner Situation einholen, eher er sich jetzt offenbar nicht mehr vom Fitness Studio abbringen läßt. Ich bin schließlich das beste Beispiel dafür, was beim Fitness Training alles schief gehen kann.

Gruß
Klaus


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 17:46 
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Hallo Klaus,

du empfiehlst ja letztendlich erst mal eine Schroth-Reha zu machen. Die würde, selbst wenn er jetzt den Antrag einreicht usw., frühestens in 6 Monaten beginnen. Wieso soll er bis dahin zu Hause bleiben und warten, wenn er Lust hat sich körperlich zu ertüchtigen?

Ich bezog mich logischerweise auf Korsett-Tragen im Erwachsenalter und möchte mal wissen, wie viele da etwas anderes erzählen. Könntest du ausgewählte Threads verlinken? Ich lese hier immerhin seit 2010 mit und kenne da bislang nur einen einzigen Bericht der eine vergleichbare Basis besitzt (junger ausgewachsener Mann mit 30° Skoliose), und das ist mein eigener.

Weiter würde ich gerne mal wissen, was du unter sogenanntem Muskelumbau verstehst.

Die von dir erwähnten Erfahrungsberichte (auch hier wären Links mal nützlich, sonst sind es immer nur dahin geworfene Parolen) sind dürftig. Ich habe keinen in Erinnerung mit Vorher-Nachher-Fotos bzw. Vorher-Nachher-Röntgenbilder. Nochmal: Schroth hat ja seine Berechtigung und ist ein gutes Hilfsmittel, aber nach meiner Erfahrung (ich bin vermutlich das Mitglied, das die meisten der hier empfohlenen Adressen wahrgenommen hat) nicht das einzige.


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BeitragVerfasst: Mi, 13.12.2017 - 18:33 
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Klaus hat geschrieben:
Bei Schroth geht es um den notwendigen Muskelumbau, ansonsten ist ein Muskelaufbau in der Fehlstellung bestenfalls nur ein Fixieren der aktuellen Situation. Oft geht das schief, wie die vielen Erfahrungsberichte aussagen.


Würde mich ebenfalls interessieren. Umbau könnte ja heißen:
1. Muskel A wächst, Muskel B nimmt ab
2. A bleibt konstannt, B nimmt ab
3. A nimmt ab, B wächst
4. A nimmt ab, B bleibt konstant

Wenn Muskelaufbau ("wächst") rausfällt, gibt es für den Umbau dann ja nur noch die Option, diesen über Muskelschwund zu erreichen. Das meinst du ja gewiss nicht. Die Stabilisation der Ist-Situation ist natürlich nicht der Idealfall, besser wäre es, die WS dauerhaft gerade zu bekommen, aber am Ende ist ein Fixieren und Aufhalten der Verschlechterung eben doch schon ein Gewinn und Abwenden des Worst-Case. Das ist schon was wert (naja... mir zumindest).

Klaus hat geschrieben:
Ich halte den positiven Effekt durch antrainierte Muskelmasse für weitaus stärker (z.B. haben Bodybuilder weitaus seltener Rückenschmerzen als Normalbürger ohne Skoliose) als den negativen Effekt, dass man dabei auch ein Stück weit in die Fehlhaltung trainiert.

Erstaunliche These.


Deckt sich durchaus damit, was Dr. Trobisch mir geraten hat: "Versuchen Sie zu vergessen, dass Sie Skoliose haben". Ich hatte gefragt, was besser sei: den Rumpf trainieren, um damit z.B. ein gekipptes Becken zu korrigieren oder nicht trainieren, um die WS nicht zu verschleißen. Der Rat war entsprechend Training. Allerdings nicht, um irgendwas zu korrigieren, sondern weil es seiner Einschätzung nach einfach ratsamer ist, eine kräftige Rumpfmuskulatur als Stabilisator zu haben. Allerdings herrscht da wohl auch nicht ganz Einigkeit unter den Fachleuten.

Letztenendes sind wir uns ja einig, dass der Threadersteller ruhig mal in Angriff nehmen soll, die Standardbehandlung durchzuziehen, Schroth für sich auszuprobieren, evtl. zu überlegen, ob eine Reha direkt nach der Ausbildung drin ist. Vom normalen Sport abraten ist aber sicher im Moment nicht. Immerhin wurde der Thread gestartet, aus Besorgnis, schädliche Sportarten zu betreiben. Da wird er sicherlich gut Acht geben. Und 200 Kg Kniebeugen macht er sicherlich auch nicht nächste Woche. Ein bißchen Seilzug und paar Klimmzüge können ja erstmal nichts kaputt machen (wäre ja schön, wenn das so schnell ginge mit dem Muskelaufbau :D) und über die nächsten 6 Monate wird er ja sehen, ob es besser oder schlechter wird.

Aber um zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Aus Skoliose-irrelevanten Gründen, solltest du unbedingt zusehen, dass du eine stattliche Befreiung bekommst! :D
Wegen der Skoliose selbst, brauchst du dir aber keine Gedanken zu machen, dafür ist Schulsport viel zu lasch. Ich habe übrigens die komplette Schullaufbahn Sport mitgemacht, weil ich nie Lust auf den Papierkram beim Arzt hatte. Hatte nie Schmerzen und den anderen ist auch nie was aufgefallen. Hatte zwar tatsächlich immer die gewissen Nachteile bei Dauerläufen und Bodenturnen (schmerzhafte Purzelbäume), aber zum Glück gibt es kaum was irrelevanteres im Leben als Schulsportnoten.


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