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 Betreff des Beitrags: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: Mo, 19.06.2017 - 19:52 
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Bei mir ist die Skoliose deutlich durch einen Rippenbuckel zu sehen. Schon immer versuche ich es zu "verstecken". Ich möchte aber gerne den Mut aufbringen es nicht mehr zu machen und suche nach Anregungen und Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: Mo, 19.06.2017 - 22:32 
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Diagnose: vor OP: thoralumbale juvenile /adoleszente Skoliose, ca. 55°
Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade
Hi Sabrina,

Sabrina84 hat geschrieben:
Bei mir ist die Skoliose deutlich durch einen Rippenbuckel zu sehen. Schon immer versuche ich es zu "verstecken". Ich möchte aber gerne den Mut aufbringen es nicht mehr zu machen und suche nach Anregungen und Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

willkommen hier im Forum.
Ich habe einen erkennbaren Rippenbuckel; sieht man unbekleidet, sowie in enger Kleidung (z.B. Badeanzug, Spaghettiträgertop). Ich trage diese Kleidung - auch Bikinis oder kurze Tops - trotzdem, da ich diese Kleidung zu meiner Korsettzeit gar nicht tragen konnte. Nach meiner OP war das wieder möglich, sodass ich es nach einiger Zeit auch probierte.
(Die OP erfolgte nicht aus kosmetischen Gründen. Sie war medizinisch notwendig. Ein Korsett hätte ich weiter getragen, wenn es geholfen hätte. Ohne Korsett auch z.B. Tops tragen zu können, war für mich nur ein Nebeneffekt.)
Erst war ich Tops etc. gegenüber skeptisch, da sie mich sehr an Korsetthemden erinnerten und ich mich damit ziemlich nackt fühlte - immerhin hatten schon die Korsetthemden mehr Stoff als ein Spaghettiträgertop, sodass es sich für mich deutlich nach "in weniger als Unterwäsche rausgehen" anfühlte.
Irgendwann habe ich dann angefangen, meine Kleidung endlich nach Temperatur, Anlass, persönlichem Geschmack und Körpergröße/-umfang auszuwählen, und das Thema "Rippenbuckel, abstehendes Schulterblatt" und allgemein "Skoliose" rauszulassen.

Nun, zu meinen Erfahrungen, ob jemand lästert, glotzt etc., wenn da ein Rippenbuckel zu sehen ist: Ich habe nie etwas bemerkt.
Ich vermute, dass ein Rippenbuckel vielen Menschen, die von Skoliose keine Ahnung haben, nicht auffällt, weil er stark dem ähnelt, wie sich der Oberkörper ganz natürlich bei Bewegungen verformt: Da steht auch mal eine Seite mehr raus.
Ich habe mich mit guten Freunden natürlich auch über das Thema Skoliose unterhalten, sowie über Merkmale, woran man sie erkennt. Den Rippenbuckel und das vorstehende Schulterblatt haben sie erst nach deutlichem Hinweis meinerseits, nebst Erwähnung dass das wirklich von der Skoliose kommt und nicht aus der normalen Bewegung heraus, als Skoliosemerkmal verstanden.
Und nein, sie beschönigen nichts. Das sind Leute, die klipp und klar ehrlich sind.

Als Kleidung, die von den genauen Körperformen - also z.B. einem Rippenbuckel - ablenkt (gerade für den Anfang, wenn du z.B. mal ein schmales Top ausprobieren willst und dir noch unsicher bist), eignet sich v.a.:
- dunkle Kleidung, da hierauf Körperformen weniger deutliche Schatten werfen
- Kleidung mit unregelmäßigen Mustern, also keine z.B. Quer- oder Längsstreifen oder Karos, sondern z.B. mit Batikmuster, unregelmäßigen Punkten, "all-over-prints" wie Zebra, Blüten, Tarnflecken
- wenn du sehr feminine Kleidung magst: Rüschen, Bändchen etc. lenken ab
- Kleidung, die zwar figurbetont ist, aber nicht aus Stretchmaterial besteht und sich nicht über den Körper spannt; z.B. eine taillierte Kurzarmbluse oder ein tailliertes T-Shirt in genau deiner Größe, oder ein Top, das unterhalb der Brust etwas weiter und flatteriger wird (und nicht z.B. gleich ein hautenges Spaghettiträgertop mit viel Elasthan).
Bei Bekleidung für kältere Jahreszeiten können auch Känguru-Taschen in Oberteilen von einem Rippenbuckel ablenken. Ein Pullover, der zwar an und für sich figurbetont ist, aber kein Stretch enthält und dafür z.B. Känguru-Taschen hat oder knapp über der Hüfte etwas weiter wird, lässt einen Rippenbuckel sehr gut verschwinden.

Trägst du aktuell ein Korsett, das du auch kaschieren möchtest? (Zu ggf. vorhandenem Korsett, und auch allgemein zu deiner Skoliose - Gradzahlen, Behandlung, Beschwerden - kannst du gerne noch in neuen Threads etwas schreiben. Möglicherweise haben wir im Forum da auch nicht Tipps.)


Viele Grüße
Raven

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 Betreff des Beitrags: Re: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: Mi, 21.06.2017 - 14:48 
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Diagnose: Kyphoskoliose in verbindung mit Scheuermann. Versteift von th3 bis l3 und neu dazu Vorfall L5/S1
Therapie: Nehme, Schmerz bedingt 4x40mg Oxycodon und nach Bedarf Morphium 2%
Hallo,
nach der ersten Operation habe ich ebenfalls einen Buckel hinten. Der Arzt meinte hinterher, dass eine Notoperation und keine schönheits Op.
ls ich in Hannover meinen Schmerzschrittmacher eingesetzt bekomen habe, meinte der Orthopäde warum ich einen Rippenbuckel hätte. Ich hab ihm erzählt was die damals gesagt haben. Er meinte, dass so etwas bei ihm nicht vorgekommen wäre. Wenn er was richtet dann alles.

Ciao
Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: Mi, 21.06.2017 - 19:38 
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Vielen Dank für die Antwort Raven !
Ein Korset trage ich nicht mehr.
Die Skoliose (78 Grad) war in meiner Kindheit und Jugend großes Thema (2 J. - 16 J.) jetzt bin ich 33. Insgesamt habe ich 4 Operationen hinter mit Halo Streckung und Korset Behandlung. Ich war in der WWK, von der ich nur positiv berichten kann. Bei der letzten Operation ist die Wirbelsäule mit Stab und Schrauben versteift worden. Probleme habe ich gar keine.
Ich freue mich, dass du den Weg gefunden hast optisch damit umzugeben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: Mi, 21.06.2017 - 20:53 
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Hallo Sabrina,
Sabrina84 hat geschrieben:
jetzt bin ich 33. Insgesamt habe ich 4 Operationen hinter mit Halo Streckung und Korset Behandlung. Ich war in der WWK, von der ich nur positiv berichten kann. Bei der letzten Operation ist die Wirbelsäule mit Stab und Schrauben versteift worden. Probleme habe ich gar keine.
Ich freue mich, dass du den Weg gefunden hast optisch damit umzugeben.

ich bin genauso alt wie du. Bei mir hat eine OP (durchgeführt 1997) gereicht, Röntgenbilder siehe Link in meiner Signatur.
Zitat:
Probleme habe ich gar keine.

Das ist bei mir, bis auf die zwangsläufigen Einschränkungen durch eine langstreckige Versteifung, auch der Fall. Ich bin natürlich nicht voll beweglich, kann nicht so lange sitzen, kann weniger schwer heben etc., aber ansonsten bin ich für meine Begriffe fit und nehme aktiv am Leben teil :ja:
Keine Schmerzen außer ich übernehme mich total, nie krankgeschrieben wegen "Rücken" etc.

Bei mir trägt zum Optimismus sicherlich v.a. bei, nach dem Weglassendürfen des Korsetts (das war noch ein sehr großes, voluminöses Modell, da passten nur XXL-T-Shirts und Kittelblusen drüber, obwohl ich ohne Korsett schmal bis untergewichtig war) endlich mal in für Alter und Statur normalere Klamotten gepasst zu haben. Ein tailliertes T-Shirt überhaupt über den Körper gezogen zu bekommen, selbst wenn man ein bisschen was sieht, war schon: wow! :top:
Zum Optimismus dürfte auch beitragen, später gemerkt zu haben, dass die Verkrümmung bzw. der Rest davon anderen gar nicht auffällt. Probleme bzgl. Aussehen ohne Korsett hatte ich mit anderen nie, Probleme bzw. Erklärungsbedürftigkeit gab es eher bzgl. der zwangsläufigen Einschränkungen durch eine langstreckige Versteifung. Etwa, warum ich kaum auf dem Boden sitzen kann oder zu sportliche (Betriebs-, Gruppen-)Ausflüge für mich nicht geeignet sind.

Selbst wenn Leute irgendetwas bemerken, können sie es oft nicht einordnen. Beispiel: Durch die langstreckige Versteifung sitze ich immer sehr aufrecht. Eine Bürokollegin vermutete, ich hätte mir das durch Tanzen/Ballett angewöhnt (dabei mache ich sowas überhaupt nicht).
(Auf so eine Frage muss man, wenn man nicht möchte, das mit der OP gar nicht erklären. Ich habe einfach gelächelt, und gesagt, dass mir Tanzen gar nicht liegt und ich dafür zu tollpatschig bin. Die Kollegin hat dann noch etwas - nett - gekichert, und weiter ging's mit der Arbeit.
Wenn's wirklich sinnvoll ist, das zu erklären - etwa siehe oben, Betriebsausflug - nenne ich auch die WS-Versteifung, aber ich wollte in der plauderigen Bürosituation nicht unbedingt die Kollegin schockieren ;) )

Hast du schon mal erlebt, dass dich jemand aufgrund des Rippenbuckels abgelehnt, angestarrt, beleidigt etc. hat?

Viele Grüße
Raven

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 Betreff des Beitrags: Re: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: Mi, 21.06.2017 - 21:19 
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Ich habe mir deine Röntgenbilder angesehen, das sieht sehr gut aus. Bei mir ist es ausgeprägter.
Probleme mit langem sitzen habe ich nicht. Schwer heben tue ich ab und an schon. Ich bin Erzieherin und hab die kleinen mal auf dem Arm, aber das bereitet mir keine Probleme.
Ich hatte bisher kein negatives Erlebnis. Ich kann selbst nicht mein Misstrauen nachvollziehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: Mi, 21.06.2017 - 22:13 
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Hallo Sabrina,

Sabrina84 hat geschrieben:
Ich hatte bisher kein negatives Erlebnis. Ich kann selbst nicht mein Misstrauen nachvollziehen.

wenn du auf irgendwelche Kleidung "Bock hast", die du gerne anziehen würdest (mit dem Hintergedanken: "wenn ich keinen Rippenbuckel hätte..."), würdest du dir zutrauen, dich irgendwo so zu kleiden, wo dich niemand kennt?
Ich bin der Meinung, dass man nicht unbedingt hautenge oder rückenfreie Kleidung tragen muss - man kann auch mit lockerer Kleidung sehr hübsch sein -, aber es schon schade ist, wenn man sowas tragen möchte, sich aber nicht traut und sich dadurch eingeschränkter fühlt und ggf. ein schlechtes Gefühl gegenüber seinem Körper entwickelt.

Zitat:
Probleme mit langem sitzen habe ich nicht. Schwer heben tue ich ab und an schon. Ich bin Erzieherin und hab die kleinen mal auf dem Arm, aber das bereitet mir keine Probleme.

Sowas ist häufig von der Versteifungsstrecke abhängig. Für mich ist z.B. das Sitzen für einen ganzen Kinofilm zu lang (schon mal: die Sitze furchtbar unbequem), ich muss beim Sitzen generell alle ca. 30 Minuten aufstehen, und die typischen Bewegungsabläufe beim Umgang mit Kindern wie am Boden/ im Sandkasten spielen, Kinder hochheben, sich vornüber beugen am Tisch oder bei zu niedrigem Kinderwagen (ich habe selbst keine Kinder, betreue keine, privat würde ich eben einiges anders machen)... würden bei mir garantiert zu Verspannungen und Schmerzen führen.
Haushalt schaffe ich alleine, mache dann aber vieles langsamer, ergonomischer, teile es mir zeitlich mehr auf.

Wenn v.a. in der Lendenwirbelsäule weniger versteift wurde - bei mir bis L5 -, geht sowas gleich viel leichter.

Viele Grüße
Raven

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 Betreff des Beitrags: Re: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: Sa, 24.06.2017 - 11:47 
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Hallo,

ich habe die ganze Zeit nur passiv mitgelesen, aber nun konnte ich nicht anders und musste mich anmelden. Ich habe seit Geburt auch eine Skoliose und wurde zuletzt im Alter von 11 Jahren (1995) an der WS mit Halo Streckung in der WWK operiert. Leider habe ich auch noch einen ausgeprägten Rippenbuckel (Skoliose ca. 67 Grad) und von daher kann ich dich liebe Sabrina voll und ganz verstehen. Ich versuche auch meinen Rippenbuckel weitestgehend mit lockeren Oberteilen zu verstecken, was mir natürlich nicht immer vollständig gelingt.

@Raven: Ich bewundere dich, wie du damit umgehst und dich kleidest. Ich bin leider noch nicht soweit, erhoffe mir aber durch dieses Forum ebenfalls neuen Mut und Anregungen....

Viele Grüße
Jessy


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 Betreff des Beitrags: Re: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: Sa, 24.06.2017 - 11:55 
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Hallo Jessy !
Ich habe bisher immer etwas mit Kapuze übergezogen. Damit kann man es gut verstecken. Aber für den Sommer einfach nicht schön :/
Mir hat es schon ein bisschen geholfen mich damit auseinanderzusetzen, indem ich mich hier angemeldet habe. Was trägst du für Oberteile ? Wie gehen deine Mitmenschen mit der Skoliose um ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: Sa, 24.06.2017 - 17:10 
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Hallo Sabrina,
Sabrina84 hat geschrieben:
Ich habe bisher immer etwas mit Kapuze übergezogen. Damit kann man es gut verstecken. Aber für den Sommer einfach nicht schön :/

das mit den Kapuzen ist sicherlich nicht bloß nicht sommerlich aussehend, sondern auch zu heiß, oder?

(Ich wollte, nachdem das Korsett weg war, vor allem: Im Sommer nicht mehr doller als andere unter der Hitze leiden. Ich gehe gerne raus - wandern gehen, am See sein, im Garten/ auf einem sonnigen Balkon sitzen und so - und habe mit Korsett viel darauf verzichten müssen weil die Tragezeiten ansonsten durch die Schwitzerei zu gering gewesen wären. Ferner hat es mich mit Korsett genervt, wenn andere Mädchen mit ihrem dünnen Top, maximal BH drunter, über Hitze klagten, und ich mit Korsetthemd, Korsett, Kittelbluse oder Maxi-Shirt schon etwas früher schlapp machte und man mir wahlweise das Abnehmen oder das Tragen dünnerer Kleidung empfahl :rolleyes: Besonders nervig fand ich auch die Nachfragen, ob mir immer so kalt sei wenn ich was überziehe...
Ohne Korsett wollte ich einfach endlich luftigere Kleidung, schon mal um die Schwitzerei los zu sein und den Sommer zu genießen - nicht bloß optisch "den Sommer genießen", sondern wieder raus und sommerliche Aktivitäten mitmachen.)

Wenn du kaschieren möchtest und es eher luftig-sommerlich sein soll - die Kapuzenoberteile haben bestimmt Ärmel und/oder dickeren Stoff - : ein hauchdünnes, etwas bauschiges Tuch um die Schultern, oder überschulterlange Haare offen tragen. Beides mache ich zwar nicht, wäre aber eine Möglichkeit, etwas zu kaschieren ohne sich zu warm anziehen zu müssen.

Viele Grüße
Raven

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 Betreff des Beitrags: Re: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: So, 25.06.2017 - 07:46 
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Diagnose: Skoliose
Hallo ihr lieben,

Ich bin "zum Glück" relativ schlank, von daher findet sich immer ein weiteres shirt oder Topf, was locker luftig sitzt und gerade hinter am Rücken nicht so aufträgt. Komischerweise gehe ich auch im tankini an den Badesee oder an den strand/pool im Urlaub, überlege da zwar meistens noch ob ich doch ins Wasser gehe, aber irgendwann sage ich mir, egal was die Mitmenschen denken, kein Mensch ist voll kommen, ich will genauso Spaß am Leben haben und ins Wasser. Was ich allerdings nicht mache ist ins Schwimmbad gehen, das ist mir alles zu eng und zu viele Leute.

Was bei mir hinzukommt ist, dass ich noch relativ klein in, gerade mal 1,40 m. Ich wurde aufgrund der skoliose bereits in alter von 7 Jahren das 1. Mal in erlangen an der Uni operiert und die WS von hws 4 bis lws 3 versteift. 3 Jahre später ist der mir eingesetzte metallalstab in der Mitte gebrochen. Ich wurde dann mit 10 in der Wwk operiert und zunächst mit halo gestreckt, bin dann auch ganze 10 cm gewachsen, aber dabei ist es geblieben. :) von daher um nun die Frage zubeantworten, wie meine Mitmenschen damit umgehen, total super, den meisten fällt zunächst nur meine Größe auf, mein Freundeskreis, Familie und Arbeitskollegen, akzeptieren mich zu 100% wie ich bin. Da stören mich eher in der Öffentlichkeit die Blicke vor allem von kleinen kindern, die das natürlich zunächst nicht einordnen können, ist das jetzt eine Frau oder ein Kind. Ich beziehe das natürlich sofort auf die skoliose bzw. dem rippenbuckel.

Lg


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 Betreff des Beitrags: Re: Rippenbuckel sichtbar
BeitragVerfasst: So, 25.06.2017 - 16:14 
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Jessy84 hat geschrieben:
von daher um nun die Frage zubeantworten, wie meine Mitmenschen damit umgehen, total super, den meisten fällt zunächst nur meine Größe auf, mein Freundeskreis, Familie und Arbeitskollegen, akzeptieren mich zu 100% wie ich bin. Da stören mich eher in der Öffentlichkeit die Blicke vor allem von kleinen kindern, die das natürlich zunächst nicht einordnen können, ist das jetzt eine Frau oder ein Kind. Ich beziehe das natürlich sofort auf die skoliose bzw. dem rippenbuckel.


Bei mir fällt den meisten zunächst nicht auf, dass "da etwas anders ist" bzw. ich eine körperliche Einschränkung haben könnte. Dass ich immer gerade und aufrecht bin, wird bemerkt, aber eher positiv gewertet - insbesondere unter "Rückenproblemen" stellen sich die allermeisten vor, seitlich oder v.a. nach vorne verkrümmt zu gehen/stehen, sodass gerade sein bei den meisten Leuten mit Gesundheit, Fitness assoziiert ist.
Da ich schlank, aber nicht mager bin, zudem mein Gangbild relativ normal wirkt (ganz normal ist es nicht: aufgrund der langstreckigen Versteifung habe ich nicht diesen oft bei Frauen zu sehenden Hüftschwung) und zumindest beim Gehen keine Probleme habe (ich schaffe auch weite Wanderungen, sofern ich kein oder nur minimales Gepäck tragen muss) schätzt man mich oft für sportlich ein.

Meist wird es somit erst bemerkt, wenn ich aktiv etwas dazu sage, etwa weil ich eine Aktivität nicht mitmachen kann oder möchte. Ich arbeite beruflich in einer Branche, in der ca. 85 % der Mitarbeiter männlich sind, entsprechend sportlich fallen Betriebsausflüge aus (z.B. mehrtägige Segeltörns, Backpack-Hiking d.h. eine Woche unterwegs sein und immer seine ganze Ausrüstung mitschleppen, Klettergarten, mehrtägige Fahrten mit Übernachtung zwischendurch im Bulli-Bus), es gibt auch immer wieder andere sportliche Aktivitäten (z.B. jährliches Fußball- und Volleyballturnier, gemeinsames Training für einen Marathon) und ich mache sowas nicht mit. Den Grund nenne ich ehrlich, meist beginnend mit "ich bin aufgrund von Rückenproblemen nicht so beweglich, darum ist mir das zu viel" und bei Nachfrage dann die operative Versteifung nennen.

Freunde, Familie, Arbeitskollegen, mein Mann haben weder optisch noch bzgl. des Nichtmitmachens einiger Aktivitäten ein Problem. Eher kam es vor, dass sie erstmal Mitleid hatten, wenn irgendetwas nicht für mich geeignet war - obwohl das meist Aktivitäten sind, die ich wohl selbst mit gesunder Wirbelsäule nicht machen möchte.
Meinen Mann und meine Freunde (bei anderen weiß ich es nicht) stört es auch nicht, mit mir ins Schwimmbad oder an den See zu gehen und ich habe einen Bikini an, oder mit mir draußen zu sein und ich trage ein rückenfreies Top und stecke mir die Haare hoch (dann sieht man die Narbe eben; aber in dem Land, in dem ich aktuell lebe, sind's im Sommer durchgängig 30 - 40 °C, Wintertemperaturen 20 °C, da will ich nicht mehr schwitzen nur damit andere nicht mit der Narbe konfrontiert sind).
Fragen zur Narbe gab es hin und wieder. Von völlig fremden Leuten jedoch nicht, es ist ihnen wohl unangenehm zu fragen. Wenn, kamen Fragen, wenn man sich schon etwas kannte, z.B. in der Berufsausbildung. Von Skoliose hatte noch nie einer unter ihnen etwas gehört. Vermutet als Ursache der OP wurde stets: Autounfall, Sportunfall.

Viele Grüße
Raven

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