Südtiroler Student (23) - Wien
Verfasst: Sa, 04.07.2015 - 14:41
Hallo zusammen,
ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 23 Jahre alt, männlich, komme aus dem wunderschönen Südtirol und studiere zur Zeit Wirtschaft in Wien.
Nun zu meinem Rücken. Ich habe schon seit 4 Jahren immer stärker werdende Rückenschmerzen. Wie das bei uns Männern halt so ist, habe ich es immer ignoriert.
In den letzten 12 Monaten habe ich sehr viel gearbeitet, was in meiner Branche mit sehr viel sitzen verbunden ist. Ich hab ein 5-monatiges Praktikum absolviert, wo ich teilweise über 50 Stunden gearbeitet habe. Dies hat sich dementsprechend in meinen Rückenschmerzen geäußert. Außderdem habe ich in den letzten 3 Monaten meine Bachelorarbeit zu Ende geschrieben.
Letzte Woche war ich dann beim Arzt, weil meine Rückenschmerzen nicht mehr auszuhalten waren und mir teilweise sehr stark auf das Gemüt geschlagen haben.
Ich war dann hier in Wien bei der Allgemeinmedizienerin, welche mich erstmals zum Röntgen geschickt hat und mich zur Orthopädin weiter verwiesen hat.
Der Röntgenbefund hat folgendes ergeben:
HWS:
-mäßige Streckfehlhaltung, keine horizontale Achsendeviation
-geringgradige Spondylarthrosen C6-TH1, unauffällige Darstellung der Uncovertebralgelenke
BWS:
-mäßige Streckfehlhaltung, sowie geringgradige rechtsseitige Achsendeviation -->SKOLIOSE der mittleren Thorkalsegmente in Höhe TH5/TH6
LWS:
geringgradige rechtsseitige Achsendeviation --> SKOLIOSE
geringgradige Spondylarthrosen im Segment L5/SH1
Ich war dann bei der Orthopädin und habe dann mit ihr meine diversen Probleme durchbesprochen.
Ich beginne bei der HWS und werde dann weiter bis zu meiner LWS gehen.
Die Ärztin meinte,dass meine HWS zu weit nach vorne geneigt ist und dadurch nicht mehr richtig ausgerichtet ist.
Das führt, dann eben zu sehr starken Nackenverspannungen, weil dann ständig Zug auf meinen Muskeln ist.
Diese ständige Überbelastung hat auch dann in meinen überaus frischen Alter schon zu Arthrose geführt.
Die Verspannungen ziehen dann bis in meine Arme, wobei ich teilweise auch im rechten Arm ein Karpaltunnelsyndrom habe.
In meiner BWS habe ich eine Streckfehlhaltung sowie eine leichte Skoliose.
Ich habe dann mit der Orthopädin meine Probleme durchbesprochen, dass ich teilweise bei starken
Einatmen meine Wirbel in der Brusthöhe knacksen höre. Sie meinte, dass das bei mir ein "Wirbelgleiten" ist, weil meine Tiefenmuskulatur zu schwach ist
und ich aufgrund meiner Genetik zu Hypermobilität neige. Meine Bänder und Sehnen sehr lang sind und dadurch meine Wirbel durch langes Sitzen herausspringen.
Außerdem habe ich ein eingeklemmtes Brustwirbelgelenk, welches sich nur durch eine Therapie wieder öffnen lässt. Ich fühle mich dadurch manchmal so als ob
ich eine Zwangsjacke trage und ich habe daher sehr starke Beschwerden beim Atmen.
In meiner LWS wurde ebenfalls eine rechtsseitige Skoliose festgestellt. Außerdem hat die Orthopädin in der Untersuchung festgestellt, dass meine beiden ISG-Gelenke mitgehen.
Dabei handelt es sich um den Ischiasnerv. In der LWS wurde ebenfalls eine Arthrose festgestellt.
Ich habe der Orthopädin noch von meinen starken Fußknacksen erzählt und diese hat dann noch bei beiden meiner Füße ein zu schwaches Fußbett festgestellt.
Offenbar ist eine Therapie bei mir notwendig. Mir wurde Heilgymnastik und eine Tiefenwärmemassage verschrieben.
Die Frau Doktor hat aber gemeint, dass nach diesen Behandlungen noch weitere notwendig sein werden.
Die gesamte Behandlung kostet für mich 595€. Ich muss diese Behandlung hier in Wien in Anspruch nehmen, weil
ich ja nicht jede Woche nach Südtirol fahren kann um dort meine Heilgymnastik zu machen.
Ich habe mich dann mit meiner Krankenkasse in Verbindung gesetzt. Ich bin nicht privatversichert. In Südtirol sind für einzelne Gebiete jeweils Gesundheitssprengel verantwortlich, die die Krankenkassen für ein jeweiliges Gebiet regeln. Ich gehöre zum Gesundheitssprengel Tauferer Ahrntal. Der gute Herr am Telefon war erstmals schockiert ,
dass ich die Behandlung hier in Wien durchführen möchte. Der gute Herr konnte mir keine genaueren Informationen geben, wie ich in meinem Fall genauer vorgehen sollte.
Er sagte ich solle das doch mit meinen Hausarzt in Südtirol abklären. Der hat in diesem Fall jedoch auch keine Ahnung was man machen sollte.
Mir wurde ja schon genau Diagnose gestellt, was ich habe. Ich bin dann hartnäckig geblieben und hab dem Mann gesagt dass ich das hier machen muss.
Er wollte dann noch wissen, was die Behandlung kostet. Anschließend war er dann mit meinem Fall so überfordert, dass er sich mit einer Kollegin absprechen musste.
Der Herr hat dann gemeint, dass sie mir in meinem Fall nicht weiterhelfen könnten und ich mich Zwecks der Abrechnung an die Gebietskrankenkasse Wien wenden sollte.
Ich habe dann angerufen und mit einer sehr kompetenten Dame gesprochen. Diese ist für die EU-Abrechnung zuständig. Sie hat mir dann genau erklärt, dass ich mich in meinem
Fall mit meiner Krankenkasse in Verbindung setzten muss (?). Die Dame hat mir dann sogar die Formulare genannt, welche mir von meiner Krankenkasse ausgestellt werden müssen.
Ich habe dann nochmals versucht meine Kasse zu erreichen, welche aber schon pünktlich um 12:45 ins Wochenende verschwunden war. Und sowas nennt sich gemeinsames EUROPA, wo
einem die eigene Gesundheitskassse nicht Bescheid geben kann, welche Leistungen man in Anspruch nehmen kann und wie die Abrechnung funktioniert...
Nun habe ich mich inzwischen weiter informiert, wie das in unserem guten Lande funktioniert. Grundsätzlich muss man in Südtirol für Gesundheitsleistungen ein "Ticket" bezahlen.
Das bedeutet es besteht auf gesundheitliche Leistungen eine Selbstkostenbeteiligung. Ich bin dann auf eine Ausnahme der Selbstkostenbeteiligung gestoßen. Wenn man in Südtirol eine "strukturelle" Skoliose besitzt--> die Wirbelsäule ist dauerhaft verbogen, dann besteht eine Ausnahme von der Selbstkostenbeteiligung. Diese ist aber bis auf 18 Jahre beschränkt. Nun ja, was soll ich jetzt machen? Ist doch nicht meine Schuld, dass es erst jetzt bemerkt wurde. Ich kann diese Kosten leider nicht aus eigener Tasche tragen. Ich finanziere schon mein gesamtes Studium aus eigener Tasche und kann mir sowas nun wirklich nicht mehr leisten.
Warum ich das hier schreibe... Vielleicht gibt es ja noch einen Südtiroler oder noch jemanden, den das gleiche Problem betrifft... Der mir hier genauere Informationen geben kann, wie ich das Ganze nun regeln soll, wozu meine Krankenkasse ja nicht im Stande ist... Könnt ihr mir aufgrund meines Befunds, vielleicht noch einen Grund sagen, warum genau in meinem Fall eine dringende Behandlung notwendig sei?
Vielen Dank vorerst.
ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 23 Jahre alt, männlich, komme aus dem wunderschönen Südtirol und studiere zur Zeit Wirtschaft in Wien.
Nun zu meinem Rücken. Ich habe schon seit 4 Jahren immer stärker werdende Rückenschmerzen. Wie das bei uns Männern halt so ist, habe ich es immer ignoriert.
In den letzten 12 Monaten habe ich sehr viel gearbeitet, was in meiner Branche mit sehr viel sitzen verbunden ist. Ich hab ein 5-monatiges Praktikum absolviert, wo ich teilweise über 50 Stunden gearbeitet habe. Dies hat sich dementsprechend in meinen Rückenschmerzen geäußert. Außderdem habe ich in den letzten 3 Monaten meine Bachelorarbeit zu Ende geschrieben.
Letzte Woche war ich dann beim Arzt, weil meine Rückenschmerzen nicht mehr auszuhalten waren und mir teilweise sehr stark auf das Gemüt geschlagen haben.
Ich war dann hier in Wien bei der Allgemeinmedizienerin, welche mich erstmals zum Röntgen geschickt hat und mich zur Orthopädin weiter verwiesen hat.
Der Röntgenbefund hat folgendes ergeben:
HWS:
-mäßige Streckfehlhaltung, keine horizontale Achsendeviation
-geringgradige Spondylarthrosen C6-TH1, unauffällige Darstellung der Uncovertebralgelenke
BWS:
-mäßige Streckfehlhaltung, sowie geringgradige rechtsseitige Achsendeviation -->SKOLIOSE der mittleren Thorkalsegmente in Höhe TH5/TH6
LWS:
geringgradige rechtsseitige Achsendeviation --> SKOLIOSE
geringgradige Spondylarthrosen im Segment L5/SH1
Ich war dann bei der Orthopädin und habe dann mit ihr meine diversen Probleme durchbesprochen.
Ich beginne bei der HWS und werde dann weiter bis zu meiner LWS gehen.
Die Ärztin meinte,dass meine HWS zu weit nach vorne geneigt ist und dadurch nicht mehr richtig ausgerichtet ist.
Das führt, dann eben zu sehr starken Nackenverspannungen, weil dann ständig Zug auf meinen Muskeln ist.
Diese ständige Überbelastung hat auch dann in meinen überaus frischen Alter schon zu Arthrose geführt.
Die Verspannungen ziehen dann bis in meine Arme, wobei ich teilweise auch im rechten Arm ein Karpaltunnelsyndrom habe.
In meiner BWS habe ich eine Streckfehlhaltung sowie eine leichte Skoliose.
Ich habe dann mit der Orthopädin meine Probleme durchbesprochen, dass ich teilweise bei starken
Einatmen meine Wirbel in der Brusthöhe knacksen höre. Sie meinte, dass das bei mir ein "Wirbelgleiten" ist, weil meine Tiefenmuskulatur zu schwach ist
und ich aufgrund meiner Genetik zu Hypermobilität neige. Meine Bänder und Sehnen sehr lang sind und dadurch meine Wirbel durch langes Sitzen herausspringen.
Außerdem habe ich ein eingeklemmtes Brustwirbelgelenk, welches sich nur durch eine Therapie wieder öffnen lässt. Ich fühle mich dadurch manchmal so als ob
ich eine Zwangsjacke trage und ich habe daher sehr starke Beschwerden beim Atmen.
In meiner LWS wurde ebenfalls eine rechtsseitige Skoliose festgestellt. Außerdem hat die Orthopädin in der Untersuchung festgestellt, dass meine beiden ISG-Gelenke mitgehen.
Dabei handelt es sich um den Ischiasnerv. In der LWS wurde ebenfalls eine Arthrose festgestellt.
Ich habe der Orthopädin noch von meinen starken Fußknacksen erzählt und diese hat dann noch bei beiden meiner Füße ein zu schwaches Fußbett festgestellt.
Offenbar ist eine Therapie bei mir notwendig. Mir wurde Heilgymnastik und eine Tiefenwärmemassage verschrieben.
Die Frau Doktor hat aber gemeint, dass nach diesen Behandlungen noch weitere notwendig sein werden.
Die gesamte Behandlung kostet für mich 595€. Ich muss diese Behandlung hier in Wien in Anspruch nehmen, weil
ich ja nicht jede Woche nach Südtirol fahren kann um dort meine Heilgymnastik zu machen.
Ich habe mich dann mit meiner Krankenkasse in Verbindung gesetzt. Ich bin nicht privatversichert. In Südtirol sind für einzelne Gebiete jeweils Gesundheitssprengel verantwortlich, die die Krankenkassen für ein jeweiliges Gebiet regeln. Ich gehöre zum Gesundheitssprengel Tauferer Ahrntal. Der gute Herr am Telefon war erstmals schockiert ,
dass ich die Behandlung hier in Wien durchführen möchte. Der gute Herr konnte mir keine genaueren Informationen geben, wie ich in meinem Fall genauer vorgehen sollte.
Er sagte ich solle das doch mit meinen Hausarzt in Südtirol abklären. Der hat in diesem Fall jedoch auch keine Ahnung was man machen sollte.
Mir wurde ja schon genau Diagnose gestellt, was ich habe. Ich bin dann hartnäckig geblieben und hab dem Mann gesagt dass ich das hier machen muss.
Er wollte dann noch wissen, was die Behandlung kostet. Anschließend war er dann mit meinem Fall so überfordert, dass er sich mit einer Kollegin absprechen musste.
Der Herr hat dann gemeint, dass sie mir in meinem Fall nicht weiterhelfen könnten und ich mich Zwecks der Abrechnung an die Gebietskrankenkasse Wien wenden sollte.
Ich habe dann angerufen und mit einer sehr kompetenten Dame gesprochen. Diese ist für die EU-Abrechnung zuständig. Sie hat mir dann genau erklärt, dass ich mich in meinem
Fall mit meiner Krankenkasse in Verbindung setzten muss (?). Die Dame hat mir dann sogar die Formulare genannt, welche mir von meiner Krankenkasse ausgestellt werden müssen.
Ich habe dann nochmals versucht meine Kasse zu erreichen, welche aber schon pünktlich um 12:45 ins Wochenende verschwunden war. Und sowas nennt sich gemeinsames EUROPA, wo
einem die eigene Gesundheitskassse nicht Bescheid geben kann, welche Leistungen man in Anspruch nehmen kann und wie die Abrechnung funktioniert...
Nun habe ich mich inzwischen weiter informiert, wie das in unserem guten Lande funktioniert. Grundsätzlich muss man in Südtirol für Gesundheitsleistungen ein "Ticket" bezahlen.
Das bedeutet es besteht auf gesundheitliche Leistungen eine Selbstkostenbeteiligung. Ich bin dann auf eine Ausnahme der Selbstkostenbeteiligung gestoßen. Wenn man in Südtirol eine "strukturelle" Skoliose besitzt--> die Wirbelsäule ist dauerhaft verbogen, dann besteht eine Ausnahme von der Selbstkostenbeteiligung. Diese ist aber bis auf 18 Jahre beschränkt. Nun ja, was soll ich jetzt machen? Ist doch nicht meine Schuld, dass es erst jetzt bemerkt wurde. Ich kann diese Kosten leider nicht aus eigener Tasche tragen. Ich finanziere schon mein gesamtes Studium aus eigener Tasche und kann mir sowas nun wirklich nicht mehr leisten.
Warum ich das hier schreibe... Vielleicht gibt es ja noch einen Südtiroler oder noch jemanden, den das gleiche Problem betrifft... Der mir hier genauere Informationen geben kann, wie ich das Ganze nun regeln soll, wozu meine Krankenkasse ja nicht im Stande ist... Könnt ihr mir aufgrund meines Befunds, vielleicht noch einen Grund sagen, warum genau in meinem Fall eine dringende Behandlung notwendig sei?
Vielen Dank vorerst.