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Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Mo, 13.04.2015 - 18:23
von moba
Hallo,

noch sind wir neu hier und möchten vor allem Erfahrungen austauschen bzw. sammeln.
Meine Tochter ist 8 Jahre. Wir waren vor kurzem wegen gelegentlich wiederkehrender Fußschmerzen an der Sohle beim Kinderarzt.
Ich bat diesen auch mal auf die Hüfte zu schauen, das mein Kind als Baby Hüftdysplasie hatte.
Dabei wurde festgestellt, dass sie eine Kyphoskoliose hat. Ich selbst habe eine leichte Form der Skoliose. Meine Oma hatte früher einen "Ast", so nannte man das damals. Angeblich wäre dieser im Kindesalter durch einen Sturz vom Wickeltisch entstanden. Zunächst war ich bei der Diagnose des Kinderarztes geschockt. Nun geht es darum, dass meine Kleine bestmöglich versorgt wird.
Wir waren bei Kinderorthopäden. Hier wurden mehrere Diagnosen gestellt. Verkürzung der Wadenmuskeln und somit eine leichte Fehlstellung (Knicksenkfuß) der Füße. Hierfür (auch im Zusammenhang mit der Skoliose) wurden Sensomotrische Einlagen verordnet. So wie es aussieht übernimmt die Krankenkasse diese Hilfsmittel nicht (es müssten andere Einlagen sein). Ich habe mich belesen und kann nachvollziehen, weshalb diese verordnet wurden. Nun wurde LWS und BWS geröntgt, jedoch nicht von der Seite. Ist das normal?
Eine KG nach K. Schroth wurde ebenfalls verordnet. Zum Glück haben wir nach viel Sucherei eine Praxis gefunden, die diese überhaupt anbietet. Erst in 3 Monate erfahren wir etwas zu den Röntgenbefunden (beim nächsten Orthopädentermin). Das hat mich irgendwie stutzig gemacht. Kann man vielleicht auch einfach davon ausgehen, dass die Krümmung der Wirbelsäule dann noch nicht so schlimm ist (was ja beruhigend für mich wäre)?

Über ein paar Meinungen würde ich mich freuen. LG

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Mo, 13.04.2015 - 18:43
von Mama69
Hallo,
meine spontaner Gedanke ist, 3 Monate warten wäre für mich nicht akzeptabel. Blind davon ausgehen, dass es ein Zeichen für "nicht so schlimm" ist, darauf würde ich mich nicht verlassen, dazu gibt es einfach zu viele Skoliose unerfahrene Ärzte. Aber immerhin, er hat Schroth KG aufgeschrieben, das spricht für ihn. Bekommt ihr denn zeitnah die KG Termine?
Ich an deiner Stelle würde mir die Röntgenaufnahme holen (evtl. mit dem Argument, dass es die Physiotherapeuten sehen möchten). Dann kann euch zumindest die Physiotherapeutin schon einmal eine Einschätzung geben.

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Mo, 13.04.2015 - 21:11
von moba
Hallo,
vielen Dank für die schnelle Reaktion.
Ich denke, das ist eine gute Idee. Dies kann vermutlich beruhigend sein oder zumindest einen ersten Stand liefern. Hat jemand Erfahrung mit dem fortschreiten einer Skoliose, die bereits in diesem Alter beginnt? Ist der Verlauf eher unterschiedlich oder gibt es da eine Tendenz zur späteren Ausgeprägtheit?
Ich bin dankbar für viele hilfreiche Antworten.

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Mo, 13.04.2015 - 21:31
von Tammi
Hallo moba,

Mama69 kann ich da zu 100% zustimmen, auch ihre Idee ist gut.
Meine Skoliose wurde mit 6 Jahren entdeckt, damals anscheinend noch sehr leicht, ich wurde dann allerdings 5 Jahre falsch behandelt was zu einer deutlichen Verschlechterung führte, wobei bei mir die Rotation mehr progredient war als die Krümmungen, außerdem stand ich ziemlich aus dem Lot. Allerdings ist jede Skoliose unterschiedlich und so auch der Verlauf, man kann nicht vorhersagen wie die Skoliose deiner Tochter verlaufen wird, aber die meisten Skoliosen sind progredient. Besonders "gefährlich" sind dabei starke Wachstumsschübe.

LG
Tammi

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Di, 14.04.2015 - 09:31
von moba
Hallo Tammi, hallo Mama69,

habe schon ein wenig im Forum gelesen.
Zumindest optisch gesehen steht meine Tochter scheinbar noch am Anfang einer Skoliose. Bei genauer Betrachtung sieht man im Stand ein leichte Verschiebung im Brustkorb. Der typische Test beim Vorbeugen zeigte einen Rippenbuckel im Bereich der BWS (von hinten rechtsseitig). Mir selbst ist ihre schlechtere Haltung im letzten Halbjahr bereits aufgefallen, vor allem beim Reiten. Früher saß sie immer sehr gerade auf dem Pferd, im Winter eher gebeugt, fast schlacksig. Bis einem als Mutter jedoch bewusst wird, dass es sich nur um eine Phase handelt oder das die Fußschmerzen nicht nur wachstumsbedingt sind, vergeht eine Weile. Die Orthopädin erwähnte bereits, dass es heutzutage schon sehr gute Korsetts gibt, die nicht nur stützend sondern auch korrigierend wirken. Nächsten Montag startet die K. Schroth KG. Die Orthopädin meinte, dass es wichtig wäre, die weiteren sportlichen Aktivitäten (Tanzen und Reiten) beizubehalten. Nun hoffe ich, dass diese Sportarten nicht kontraproduktiv sind (da meine Tochter beides sehr liebt). Habt Ihr damit Erfahrung? Sollte es zu einer Korsettbehandlung kommen, wäre ich für Anfängertipps sehr dankbar. Man liest so viel über schlechte Korsetts. Wir wohnen hoch im Norden Deutschlands (MV). Gibt es jemanden der hier gute Erfahrungen mit einem OT gemacht hat? Hat zusätzlich jemand Erfahrung mit sensomotorischen Einlagen gemacht (Kosten & Wirkung bei Knicksenkfuß und Muskelverkürzung der Waden)? Das ist alles Neuland für uns. Bereits als Säugling erhielt meine Tochter KG, da sie den Kopf immer in rückwertiger, auffälliger Stellung hielt. Es wurde zwar besser, genau wie die Hüftdysplasie, jedoch lässt mich das Gefühl nicht los, dass von Geburt an etwas nicht stimmte. Wäre vielleicht zusätzlich eine osteopathische Behandlung empfehlenswert? Was denkt Ihr?

Viele Fragen mit der Hoffnung auf hilfreiche Antworten von Betroffenen.

Vielen Dank im Voraus... LG moba

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Di, 14.04.2015 - 10:31
von Nordlicht2014
Hallo moba,

warte auf jeden Fall erstmal die Gradzahlen der Bilder ab bzw. sieh zu, dass die schnell geliefert werden.
Ich kann Dir hier nur zum Thema Reiten und Tanzen kurz was sagen. Meine Tochter liebt das auch und macht das weiterhin. Sport gilt als Tragezeit des Korsetts (noch habt ihr ja keins). Wovon ich allerdings abrate, ist Springreiten - das hat unser Orthopäde auch nicht für gut empfunden. Meine Tochter springt nur kleine Hürden, da wird die Wirbelsäule nicht so gestaucht.
Wir kommen auch aus dem hohen Norden - allerdings Niedersachsen - andere Küste...

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Di, 14.04.2015 - 14:45
von moba
Hallo Nordlicht 2014,

du hast recht. Ich warte nun erstmal auf die Ergebnisse. Erst dann wird sich mehr zeigen.
Ich bin heil froh, dass gerade das Reiten kein Hindernis sein wird.
Mich freut es, hier Informationen zu bekommen und einige Sorgen loszuwerden.

Vielen Dank ... moba

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Di, 14.04.2015 - 18:10
von Tammi
Falls ein Korsett nötig wird, würde ich euch CCtec in Berlin-Tegel empfehlen, das ist noch verhältnismäßig nah. Sensomotorische Einlagen trage ich seit Anfang Oktober, gegen Knick-, Senk-, Spreizfüße und den Beckenschiefstand und ich finde sie super. Die Kosten waren, glaube ich, ca. 120-150€, ganz sicher bin ich nicht, allerdings wurden sie komplett von der KK (private KK) übernommen. Die Wirkung ist bei mir sehr gut, vorher habe ich gut 14 Jahre lang nur stützende Standard-Einlagen getragen, welche langfristig gar keinen Effekt hatten. Jetzt stehen meine Füße meinem Gefühl nach allerdings schon viel besser und aufrechter als im Oktober. Ich knicke weniger nach innen und auch das Fußgewölbe ist wieder deutlich stärker ausgeprägt. Außerdem steht mein Becken wieder gerader was sich anscheinend auch positiv auf die Skoliose (Lot) auswirkt. Ein positiver Nebeneffekt der Einlagen, der vermutlich durch die Aufrichtung der Füße zustande kommt, ist dass die Schmerzen im Sprunggelenk, die ich seit einiger Zeit hatte und welche mit der Zeit immer öfter auftraten, vollkommen verschwunden sind. Der Techniker der meine Einlagen angefertigt hat, meinte dass sie bei Knick-, Senk- und/oder Spreizfüßen und Beckenschiefständen gute Erfolgsraten hätten. Ich würde mich immer wieder dafür entscheiden, auch wenn ich sie selber zahlen müsste.

LG
Tammi

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Mi, 15.04.2015 - 12:20
von moba
Liebe Tammi,

Berlin ist wirklich nicht weit. Danke für den Tipp.
Über die sensomotorischen Einlagen liest man Verschiedenes, vermutlich auch weil diese nicht bei allen Problemen gleichermaßen hilfreich sind. Unsere KK übernimmt die Kosten wohl nicht. Probieren werden wir sie auf jeden Fall. Zumindest bis die nächsten fällig werden beim Wachstumsschub. Schön zu hören, dass die Einlagen positive Effekte bei dir erzielen. Das ermutigt mich.

Hast du Erfahrungen mit Eltern-Kind-Kuren speziell für Skoliosepatienten? Oder gibt es auch eine Eltern-Kind-Reha? Ich möchte möglichst schnell, gemeinsam mit meiner Tochter, aktiv gegen eine Verschlechterung vorgehen. Da sie erst 8 Jahre ist, wäre es wichtig mit ihr gemeinsam zu "reisen".

Habt ihr Tipps?

LG moba

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Mi, 15.04.2015 - 14:29
von Dalia
In aller Kürze: Ja, CCtec in Berlin würde ich auch empfehlen. In Bad Sobernhem oder in Bad Salzungen kann dein Kind eine Schroth-Reha machen. Da dein Kind noch so jung ist, kannst du es begleiten und bei der Reha dabei sein.

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Mi, 15.04.2015 - 18:45
von minimine
Hallo moba,

erst einmal noch ein verspätetes herzlich willkommen hier im :forum von mir.
Hierfür (auch im Zusammenhang mit der Skoliose) wurden Sensomotrische Einlagen verordnet. So wie es aussieht übernimmt die Krankenkasse diese Hilfsmittel nicht (es müssten andere Einlagen sein).
Bei welcher KK seid ihr denn versichert? Meine KK (Techniker) hat die Sensomotorischen Einlagen ohne Probleme komplett übernommen. Ich habe auch Knick-Senk-Füße, der Verordnungsgrund auf dem Rezept war aber nur die Skoliose.
Aber auch gut gefertigte normale Einlagen können sehr gut helfen, zumindest gegen die Fußfehlstellung.
Nun wurde LWS und BWS geröntgt, jedoch nicht von der Seite. Ist das normal?
Auf einer Aufnahme oder wurden LWS und BWS getrennt geröntgt?
Naja, wenn die Diagnose Kyphoskoliose gestellt wird, dann geht man davon aus, dass auch seitlich ein Problem vorliegt, was eigentlich ohne seitliches Röntgenbild gar nicht festgestellt werden kann.

Daher, und auch weil ihr 3 Monate!! auf das Röntgenergebnis warten müsst, gehe ich stark davon aus, dass euer Orthopäde kein Spezialist in Sachen Wirbelsäulendeformitäten ist. Meine persönliche Meinung ist allerdings, dass eine solche von Anfang an in die Hände eines Spezialisten gehört und kann euch daher nur raten, nicht abzuwarten, sondern gleich einen Termin bei einem Spezialisten auszumachen. Wenn ihr aus der Nähe von Berlin seid, würde sich doch Dr. Wilke anbieten.

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Do, 16.04.2015 - 10:16
von moba
Hallo ihr Lieben...

ich bin sehr froh über eure hilfreichen Informationen.
Im Moment kämpfen wir noch um eine Übernahme der Kosten für die sensomotorischen Einlagen. Diese werden von der AOK Nordost nicht übernommen. Andere Krankenkassen machen da wohl keine Probleme. Das Sanitätshaus versucht nun zumindest über ein anteilige Kostenübernahme (bis zur Höhe anderer Einlagen) zu verhandeln. Mal schauen, was passiert.
Die Röntgenaufnahme wurden lediglich frontal, ich glaube in 2 Teilen, erstellt. Eine seitliche Aufnahme gab es nicht. Am Montag startet die KG nach Schroth. Ich bin gespannt, was die Therapeutin meint. Keine Sorge, ich lasse nicht locker. Jedoch weiß ich auch, wie schwierig es ist, in die richtigen ärztlichen Hände zu kommen. Oft fühlen sich Ärzte bei zu vielen Fragen, Anmerkungen und Hartnäckigkeit in die Ecke gedrängt und statt wirklich aufzuklären oder auf den Patienten einzugehen blocken sie ab. Dies erfahre ich selbst seit über einem Jahr. Ich traue mich kaum noch zum Arzt. Daher bin ich froh, Tipps zur Herangehensweise von euch zu erhalten. Ich habe mir bereits Stichpunkte gemacht und werde auch nicht 3 Monate auf die Ergebnisse warten. Da ich die Bilder und Geschichten meiner Oma (habe diese nicht mehr kennengelernt) kenne, weiß ich was aus einer unbehandelten Skoliose werden kann. Ob es sich bei meiner Tochter tatsächlich um eine Kyphoskoliose handelt, weiß ich nicht. Auf dem Überweisungsschein für den Orthopäden schrieb die Kinderärztin etwas von einer deutlichen Kyphoskoliose. Die Orthopädin selbst hat nicht wirklich etwas dazu gesagt. Sie schaute sich den Rücken- und Halsbereich an und sagte auch, dass wir unbedingt vierteljährlich zur Kontrolle kommen sollen, die Termine wichtig wären. Die KG nach K. Schroth hat sie sofort verordnet. Danach ging sie vor allem auf die Füße ein. Die Fehlstellung ist nicht gravierend, kommt auch eher von einer Verkürzung der Wadenmuskulatur. Woher die kommt, weiß ich leider nicht. Insgesamt hat sie sich schon Zeit genommen. Wir wohnen im Norden Mecklenburg-Vorpommerns. Nach Berlin fahren wir 3-4 Stunden. Auch diesen Weg würden wir in Kauf nehmen. Prinzipiell ging die Orthopädin umgehend auf uns ein. Stutzig machte mich aber tatsächlich auch, dass es keine seitliche Aufnahme beim Röntgen gab. Ich werde im Laufe der nächsten Tage persönlich in die Praxis gehen und um ein Gespräch bitten. Danke, dass ihr mich ermutigt hartnäckig zu bleiben. Schließlich geht es um die Gesundheit meiner Tochter. Vielleicht sagt sie mir ja auch schon etwas zu den Röbis.
Da ich mit meiner Tochter eigentlich wegen unregelmäßiger Fußschmerzen (unterhalb der Fußsohle) zum Arzt bin, würde mich interessieren ob diese im Zusammenhang mit der Skoliose stehen könnten oder eher separat zu betrachten sind?
Die Reha werde ich ansprechen, ev. auch bei der Kinderärztin. Ich denke nämlich auch, dass für uns alle eine bessere Aufklärung und Einführung in die Thematik sinnvoll wäre.
Die Mühlen malen langsam. Drückt die Daumen, dass ich bald mehr erfahre.

Vielen Dank nochmal.

Gruß moba

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Do, 16.04.2015 - 15:46
von Mama69
Hallo Moba,
eine Skoliose geht "eigentlich" vom Fuß bis zum Scheitel, daher muss die Fußstellung schon möglichst stimmen. Umgekehrt läuft man mit einer Skoliose schief, was auf die Füße Einfluss hat.

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Di, 21.04.2015 - 04:54
von moba
Hallo nochmal,

gestern war der 1. Termin zu KG nach Schroth. Die Physiotherapeutin war sehr nett. Sie stellte sofort fest, dass meine Tochter schief steht, von Kopf bis Fuß. Nun arbeitet sie sich erstmal langsam von unten nach oben vor, zeigt uns Übungen... Die tatsächlichen Schroth-Übungen beginnt sie erst später mit uns, da es sonst zu viel aufeinmal wird. Die Therapeutin fand es merkwürdig, dass die skoliose nicht bereits bei den U-Untersuchungen oder der Einschulungsuntersuchung festgestellt wurde, sie machte uns jedoch auch Mut indem sie meinte, dass wir das schon alles wieder hinbekommen, wenn wir gemeinsam daran arbeiten (Vor allem auch zu Hause) und viel Geduld haben. Wir sind gespannt...

Lg moba

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Di, 21.04.2015 - 08:25
von Elki
Hallo Habt ihr dnen die speziellen Einlagen schon bekommen? kannst ja mal schreiben wenn ihr sie habt wie ihr damit klar kommT

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Di, 21.04.2015 - 19:50
von moba
Hallo,
leider wurde die Übernahme der Kosten für diese Einlagen durch die AOK Nordost abgelehnt. Ich selbst habe noch kein Schreiben, aber eine Rückinfo vom Sanitätshaus. Selbst wenn die kk einen Teil der Kosten tragen würde, bliebe ich auf ca. 120,- € sitzen, im günstigsten Fall. Beim Orthopäden war niemand erreichbar um Rücksprache zu halten. Kostet alles ne Menge Zeit und Nerven... Ich berichte weiter...

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Di, 21.04.2015 - 21:06
von Tammi
Die AOK gilt generell als nicht sehr kooperationsbereit. Vielleicht könnte man allgemein mal drüber nachdenken zu wechseln, die TK soll sehr gut sein. Kaum Probleme bei der Übernahme von Kosten, auch wenn es sehr viel wird was bei Skolioten ja zu erwarten ist mit Korsett und KG.

LG
Tammi

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Do, 23.04.2015 - 08:50
von moba
Guten morgen,

die neuesten Infos:

Die orthopädische Praxis und das Sanitätshaus versuchen ein Widerspruch gegen das Ablehnungsschreiben einzulegen. Viel Hoffnung habe ich da nicht.
Allerdings sagte mir die Orthopädin auch, dass die alternativen Vorschläge der AOK (Kork- oder Schaleneinlagen) nicht den eigentlichen Zweck erfüllen würden.
Beim Telefonat teilte sie mir außerdem mit, dass sie Röntgenbilder zwar noch nicht ausgewertet hat, aber wohl eher eine flache Skoliose von ca. 10° vorliegt.
Allerdings konnte sie sich die Bilder nur in klein anschauen (beim Telefonat). Da aber ein Rippenbuckel offensichtlich bei der Untersuchung zu sehen gewesen sei und auch die Familieanamnese Grund gäbe, sollen wir die KG nach Schroth und eine engmaschige ärtzliche Kontrolle (1/4-jährlich) einhalten. Eventuell handelt es sich auch eher um eine Dysbalance bzw. Asymmetrie des Brustkorbes meinte sie. Nach diesem Telefonat weiß ich nun nicht, ob ich mich freuen sollte. Natürlich wären 10° ein wahnsinnige Erleichterung für uns und auch erstmal kein großer Grund zur Sorge, da wir ja bereits in Behandlung sind. Doch ein wenig skeptisch bin ich schon, gerade weil hier auch viele negative Erfahrungen zu lesen sind. Ich bin immernoch stutzig, dass keine seitlichen Aufnahmen gemacht wurden. Laut Physiotherapeutin ist deutlich ein leichter Höhenunterschied der Schulterblätter, ein Schiefstand des Beckens, ein Knick im Bereich LWS/BWS sowie eine Rotation des Brustkorbes zu erkennen (jetzt mal abgesehen von den Füßen und Muskelverkürzungen). Allerdings meinte sie auch, dass die Skoliose nicht extrem stark ist. So bei ca. 10° handelt es sich doch lediglich um eine skoliotische Fehlstellung/haltung, habe ich das richtig verstanden? Hm... eigentlich wäre ich seeeeeehr froh darüber. Aber sind bei 10° die äußerlichen Erscheinung wirklich schon so gut zu erkennen? Ich bin skeptisch und erleichtert zugleich. Gerade fühle ich mich etwas hilflos. Es gibt eine voraussichtlich positive Erstdiagnose. Zum Glück!!!! Mit KG nach K. Schroth ist da sicherlich ne Menge zu machen... Sollten wir dann ev. eher versuchen die körperlichen Dysbalancen in den Griff zu bekommen, ev. mit einem Osteopathen. Ich weiß ohne Bilder könnt ihr nicht viel dazu sagen. Die würde ich aber nur in einem geschützen Bereich hochladen. Zwischen total erleichtert und der Frage, warum ist denn dann schon so ein langezogener Wulst auf dem Rücken zu sehen? Könnt ihr mir ein paar Ratschläge und Infos geben?
Herzlichen Dank schon vorab.

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Do, 23.04.2015 - 09:33
von moba
Hallo nochmal...

eine zusätzliche Frage hätte ich da nochmal.
Wie seid ihr eigentlich an eure Röntgenbilder gekommen?
Hier werden diese immer direkt zum überweisenden Arzt gesandt.
Lediglich MRT-Bilder habe ich bisher mal auf CD erhalten...

Re: Skoliose bei 8-jähriger Tochter - Erfahrungen

Verfasst: Fr, 03.07.2015 - 19:19
von Ann-Lee
Hallo! Eure Texte sind zwar schon einige Wochen alt, dennoch möchte ich gerne darauf antworten. Bei meiner Tochter wurde damals auch mit 8 Jahren eine (damals 10 Grad) Skoliose festgestellt. Physio nach Katharina Schroth und viel Sport (Klettern) waren damals die Empfehlungen. Sie mochte Sport immer gerne, war auch im Turnen, fuhr mit dem Rad zur Schule etc. Nun ist sie 16 Jahre alt und bekam von einem Orthopäden eine "schlechte" Diagnose. Nachdem sie wegen Knieschmerzen 2 Orthopäden aufsuchte, einen Radiologen (der eine Entzündung im Knie feststellte), dann wieder einen Orthopäden, sagte dieser die Knieschmerzen kämen von einer "extrem verschlechterten Skolio". Korsett oder Klinik sei angezeigt. Sie läge bei 20 Grad. Nach dem ersten Schock haben wir die Anträge für die Kur gestellt. Der Orthopäde schickte zwischenzeitlich seine Berichte. Darin stand ein mal etwas von 14 Grad, dann wieder 16 Grad, dann annähernd 20 Grad. Auf meine Nachfrage entschuldigte er sich und korrigierte weiter. Das ist nun mein Punkt: Zwischenzeitlich ist meine Tochter in der Klinik. Zum Aufnahmegespräch hat die Ärztin die Röntgenaufnahme dieses Orthopäden herangezogen und 12 Grad und 14 Grad gemessen. Insofern: Die Panikmache war völlig an den Haaren herbeigezogen. Vor dem Klinikaufenthalt haben wir einen Wirbelsäulenspezialisten als Orthopäden gefunden, der in Gemeinschaftspraxis mit einem Knie-Orthopäden arbeitet. (Leider) hat das Knieproblem keinen Zusammenhang mit der Skoliose, sondern ist eine Sache für sich. Sportverbot und vermutlich spezielles Training wird da empfohlen. Dennoch war die Katharina-Schroth-Klinik auch von diesem Orthopäden empfohlen, um die Verkrümmung zu stabilisieren bzw. zu verringern. Er sagte zudem, dass es super ist, dass sie so viel Sport gemacht hat, weil diese Kinder einfach eine geringeren Krümmungswinkel, bessere Muskulatur und mehr Verständnis für die Schrothübungen haben. Insofern kann ich dich nur ermuntern: Es ist ein schwieriges Thema, weil niemand so ganz genau weiß, was die Ursache von was ist. Suche dir einen Orthopäden, der spezialisiert ist auf Wirbelsäulenverkrümmungen. Das Röntgenbild kannst du dir als Ausdruck geben lassen und evtl. richtig ausmessen lassen. Die Wald und Wiesenorthopäden KÖNNEN den Winkel nicht richtig bestimmen. Und auch geringe Gradzahlen können körperlich Einschränkungen bedeuten. Lass dich nicht verrückt machen. Aber: Lass deine Tochter jährlich oder 2 x jährlich vermessen (3- oder 4-D-Aufnahmen sind ohne Röntgenstrahlen). Und Bitte, sei klüger als ich und passe auf den Wachstumsschub wirklich gut auf! Bei meiner Tochter war der vor etwa 1 Jahr. Der Orthopäde hat geschlafen und versäumt die Wirbelsäule (trotz Knieschmerzen!!!!) nachzumessen. Die schlafen oft, da müssen wir Mütter / väter uns kümmern. Es gibt kein Rezept gegen Skoliose. Nur ein damit leben, beobachten, reagieren, stabilisieren. Wer gerne Sport macht hat einen riesen Vorteil. Überrascht war ich, dass Skoliosepatienten JEDER Sport erlaubt ist, SOFERN sie ihre Schroth-übungen machen. Selbst Tennis spielen, reiten etc.

Ich wünsche euch alles Gute!

P.S.: Bei der Korsettversorgung - sollte das einmal ein Thema werden - gibt es übrigens auch Zwischenstufen für leichtere Skoliose. Beispielsweise tragen manche das Korsett nur über Nacht. Also es muss nicht das 23-Stunden-Korsett sein. Bei uns wurde es nicht gebraucht, worüber wir sehr froh waren. Das solltest du mit einem guten Orthopäden besprechen. Die Schroth-Klinik neigt da sehr start zur Verordnung. Deshalb solltest du da gewappnet sein und vorab wissen, ob es angezeigt ist oder eher nicht. Man kann auch sagen, dass - sofern die Empfehlung ausgesprochen wird - ihr das Zuhause verordnen lasst. Das als Tipp für die Zukunft - mit dem Wachstumsschub werden diese Themen mit großer Wahrscheinlichkeit kommen.

Viele Grüße
Ann-Lee