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Skoliose, berufunfähig als Selbständiger, wer weiß was dazu?

Verfasst: Do, 18.11.2004 - 18:08
von Martin F.
Hallo Ihr alle,
bin ganz neu hier, habe aber schon große Probleme. Ich bin so ein Ärztemuffel, Ich bin 46 Jahre alt und seit 15 Jahren als Metallgestalter, Kunstschmied selbständig. In dem körperlich schweren Beruf arbeite ich schon 28 Jahre. Seit ca. einem Jahr geht vor Schmerzen so gut wie nichts.
So war ich vor kurzem bei einem Spezialisten in Freiburg, als der meine Skoliose auf den Roentgenbildern gesehen hat,-- ich kann unmöglich weiter in meinem Beruf arbeiten und er hat mich sofort berufunfähig geschrieben. Keine Ahnung wieviel Grad es bei mir sind aber meine Arbeit kann ich wirklich nicht mehr ausführen. Jetzt geht der Kampf mit der BFA los und mit meiner privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Zunnächst muß ich wohl auf das Sozialamt, bis da Geld kommt oder auch nicht???
Wer hat von Euch ähnliche Erfahrungen hinter sich und kann mir weiterhelfen? Leider habe ich keinen finanziellen Hintergrund um da ein paar Monate zu überbrücken. Wäre nett wenn Ihr mir schreibt und weiterhelfen könnt! Gruß Martin

Verfasst: Do, 18.11.2004 - 21:10
von Angelika M. Eckardt
Lieber Martin,
ich habe leider keinen Tipp für Dich, denn ich habe im Moment genau dasselbe Problem. - Deshalb bin ich jetzt hier auf dieser Seite. Ich bin 48, selbstständig, Kunsthandwerkerin und arbeite seit 12 Jahren mit Holz.
Falls Du etwas Nenneswertes erfährst lass es mich wissen, umgekehrt mache ich es auch. Viele Grüße
Angelika

Verfasst: Fr, 19.11.2004 - 11:20
von Gruseline
Hallo ihr Beiden

es ist bestimmt nicht einfach,heute berufunfähig geschrieben zu werden.
Das kennen ja auch andere Menschen ,mit anderen Erkrankungen.
Die zuständigen Behörden weigern sich erst mal oder zweifeln die Diagnosen der "freien" Ärzte an.
Was mit Sicherheit noch kommt,wenn die Anträge der BFA vorliegen ,ist der Gang zu deren Vertragsärzten.
Aber das gehört zum normalen Ablauf.
Wichtig wäre ja, vor so einer Untersuchung ,sich ein bisschen besser mit seiner Erkrankung auszukennen.
Also Gradzahlen/ Rotation
Macht bestimmt keinen guten Eindruck, wenn man das nicht weiß.
Gut ist es auch zu erzählen ,was man alles gemacht und unternommen hat ,um im Berufleben weiter machen zu können.
Zum Beispiel Korsett/Krankengymnastik oder eine spezielle Reha.
Ich denke ,wenn man zeigen kann ,das man alles versucht hat und nichts geholfen hat ,ist die Chance größer auf die Berufunfähigkeitrente.
Für den Übergang ist das Sozialamt zuständig.
Auch für Selbstständige.

Es gibt in jeder Stadt Beratungstellen ,von der BFA (Rathaus)
Der Antrag bei der BFA setzt vorraus ,das ihr mal geklebt habt????
Habt ihr Anspruch aus Leistungen, auch von denen?
Bei der privaten Berufunfähigkeit ,ist das auch ganz klar.
Wenn ihr den behördlichen Bescheid habt ,dann muß die Privaten zahlen.
Es kann allerdings Probleme geben.
Wenn ihr bei Abschluß der Versicherung,schon an Skoliose erkrankt seit und das nicht bei der Antragstellung angeben habt.Es also im Antrag steht.
Die überprüfen solche Dinge genau.

LG
Gruseline
Gaby

Danke!

Verfasst: Fr, 19.11.2004 - 17:18
von Martin F.
Hallo Gruseline,

danke, es waren ein paar gute Tipps dabei, ja werde meinen Arzt, der Spezialist auf dem Gebiet sein soll, fragen, wieviel Grad. u.s.w.
Ist ja ganz neu für mich, ich weiß erst seit 2 Wochen, daß ich Skoliose habe. Die Private Versicherung habe ich seit 6 Jahren und hatte damals keine Beschwerden und war auch bis dahin nie wegen meinem Rücken in Behandlung, das erste mal vor zwei Jahren, bei meinem Hausarzt mit Akupunktur, das hat etwas gelindert. Vor knapp einem Jahr bei einer harten Arbeit wurde es dann echt schlimm und seit dem wurde es immer schlechter, momentan geht es absolut nicht ohne starke Schmerztabletten
Die nützen auch nicht viel, habe trotdem starke Schmerzen.
Also muß ich wohl zuerst die BFA überzeugen, da habe ich mit Ausbildungszeiten bis heute 28 Jahre bezahlt.
Was meinst Du wie lange so was geht bis die Entscheidung steht? Muß ja jetzt erst mal irgendwie mit Sozialhilfe zurecht kommen.

Noch einmal vielen Dank für Deine Antwort und die Tipps.
Habe noch eine kleine Frage, ich werde in diesem Forum als Gast geführt obwohl ich mich angemeldet habe,- weißt du was ich da falsch mache?

Viele Grüße aus dem kalten verschneiten Hochschwarzwald!
Martin

Verfasst: Fr, 19.11.2004 - 17:45
von Finner M.
Hallo Angelika,
hast ja die Antwort von Gruseline gelesen, das hilft schon mal ein Stück weiter.

Viele Grüße zurück

Verfasst: Fr, 19.11.2004 - 18:34
von Toni
Hallo Martin und die Anderen "Irgendwann-Berufsunfähigen"
Es gibt da einen sozialmedizinischen Grundsatz, um den Ihr auch nicht ganz herumkommen werdet:
REHA vor RENTE!

Damit Ihr als Berufsunfähig erklärt werdet, müsst ihr erst mal nachweisen, was ihr bereits alles mehr oder weniger erfolglos an therapeutischen Maßnahmen durchgeführt habt.
Die Reihenfolge sieht etwa so aus:
1. Alle Möglichkeiten ambulanter Behandlung maximal ausschöpfen.
2. Eine Stationäre Wirbelsäulen- Intensiv-Reha durchführen.
3. Weitere orthopädisch-therapeutische Maßnahmen. Eventuell ein Korsett oder eine OP ( "Korsett von Innen")
dann, wenn Alles nix fruchtet:
Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente.
Wenn Ihr den 4. Schritt vor dem Ersten versucht, dann seid Ihr auf sehr dünnem Eis.
Also zeigt erst mal eure Bereitschaft, eure Wirbelsäulen im Rahmen der gebotenen Möglichkeiten bestmöglich zu sanieren, bevor Ihr beruflich das "Handtuch werft".
Ich war wegen chronischer bis extremer Rückenschmerzen auch schon mal zwischen Frührente und Suizid-Gendanken hin und hergependelt, bevor ich meinen Weg gefunden habe.
Ich habe mich inzwischen TROTZ meiner WS-Probleme mit 50 noch selbstständig gemacht. Ich fühle mich topfit und sehr sicher vor weiterer Verschlechterung, seid ich intensiv Schrothe und ein gutes Korsett trage.
Also bitte nicht voreilig die "Flinte ins Korn " werfen.
Gruß Toni

Verfasst: Do, 25.11.2004 - 15:09
von m.finner
Hallo Angelika,
falls du noch einmal in die Seite reinschaust,- würde mich gerne mit dir austauschen, hier meine E-Mail Adresse: m.finner@gmx.net

Würde mich freuen was von dir zu hören, wir haben ja wohl das gleiche Problem, Skoliose und nicht meht arbeiten können.

Also, wäre nett wenn du dich meldest!

Gruß
Martin