Absolute Ratlosigkeit mit gerademal 28 Jahren...
Verfasst: Di, 15.09.2009 - 12:35
Hallo liebe Forengemeinschaft.
Nach ausufernder Lesetätigkeit im Forum möchte ich nun auch meinen Fall schildern, da ich gerade vom Orthopäden komme und langsam am verzweifeln bin.
Wie oben bereits erwähnt bin ich ja mit meinen 28 Jahren noch relativ jung, leide jedoch seit mehreren Jahren unter immer schlimmer werdenden Beschwerden.
Angefangen hat alles im zarten Alter von ca. 13 Jahren, als ich sehr oft über Nacken und Kopfschmerzen klagte, welche es an vielen Tagen einfach unmöglich machten dem Unterricht voll zu folgen, oder ihn zu besuchen. Nach mehreren Fehltagen, alle Hausärtzlich attestiert (jedesmal ähnliches Schmerzbild) wurde ich zum Amtsarzt geschickt, welcher mich weiter zum EEG schickte und zum Schluss die Diagnose Spannungs-/Streßkopfschmerzen stellte (geglubt wurde das wohl von kaum jemandem der damaligen Lehrerschaft)
--> Sie wirbelsäule oder zumindest der Nackenbereich war keinem Arzt bis dahin einen Blick wert.
Mit 16 Jahren dann äusserst schmerzhafte Bewegungseinschränkung in beiden Kniegelenken. Von einem Orthopäden als "Einbildung" abgetan, stelle ein weiterer die Diagnose Arthrose und es wurden beide Gelenke oparativ behandelt, was für mehrere Jahre wirklich zur Beschwerdefreiheit führte.(Trotzdem ein attest mit Einschränkungen im Schulsport, teilweise Befreiungen durch den Orthopäden) Das ein Fuß optisch den Eindruck machte 1-2cm kürzer zu sein viel zwar auf, wurde jedoch nicht weiter beachtet.
--> Der Rücken wurde immer noch keines Blickes gewürdigt
Als es dann langsam Zeit für die Musterung wurde und ich mit dem Gedanken spielte mich zwecks des doch relativ guten Studiums beim Bund für 12 Jahre zu verpflichten wurde erstmals genauer hingesehen.
Erste Diagnose 39° Verkrümmung (Ein zweiter Krümmungswinkel ist zwar vorhanden wurde mir bis heute jedoch nicht genannt^^) und eine in sich verwunde Wirbelsäule im oberen LWS und unteren BWS Bereich.
--> Ausmusterung
Seit diesem Zeitpunkt schwanken die °-Angaben bei jedem Arzt bzw. Arztbesuch zwischen den oben genannten 39° und 47°.
Die Behandlung beschränkt sich jedoch immer auf das gleiche. Spritzen, Tabletten, manch ein Arzt sprang mir auf den Rücken und versuchte wie wild einzurenken und Krankengymnastik.
Die Übungen welche mir in der KG gezeigt wurden, setzte ich damals noch Tag für Tag brav Zuhause um, mit dem Ergebnis dass ich mich danach kaum noch bewegen konnte und stärkere Schmerzen als zuvor hatte. Keine Besserung nach knapp 1,5 Jahren Übungen und immer wieder eingeschobener KG-Termine mit "Kontrolle" der von mir durchgeführten Übungen (Bei 3 verschiedenen Kanjengymnasten).
Das alles mit Anfang 20!
Mittlerweile habe ich einen GdB von 35 und die Schmerzen werden immer heftiger. Von der kompletten Blockade über Ziehen, Stechen usw. ist alles dabei. Egal ob ich Stehe Gehe oder Sitze. Während meiner Ausbildung (Bauzeichner - auf Anraten des Amtsarztes) hielt sich das ganze noch in Grenzen. Es gab einige wenige Tage wo ich komplett ausser Gefecht gesetzt war.
Vor gut einem halben Jahr musste ich meinen bis dahin über mehrere Jahre ausgeübten Beruf (Aussendienstmitarbeiter im Verkauf) aufgeben, da es mir nicht mehr möglich war regelmässig fast den ganzen Tag im Auto zu verbringen.
Ich wechselte natlos in eine kleine Firma wo ich hauptsächlich im Büro und Verkauf (Innendienst) eingesetzt werde. eigentlich das Ideale wenn ich den Vorschlägen meiner Ärzte Glauben schenke.
Die Realität sieht ganz anders aus.
Teilweise bekomm ich nach einigen Minuten sitzen im Büro kaum aushaltbare Schmerzen im Rücken muss dann für mehrere Minuten Gehen, Stehen und Lockerungsübungen für die zu diesem Zeitpunkt steinharte Rückenmuskulatur machen.
Auf der anderen Seite stehe ich nur ein paar Minuten an einem Fleck beginnt ein ähnliches Spiel. Die Muskultar verkrampft und ich merke wie es mich förmlich unter argen Schmerzen zur Seite zieht.
Kurzum. Morgens gehe ich noch halbwegs fit bis auf ein kleines ziepen hier und da in die Arbeit, Mittags könnte vor Schmerzen nur noch schreien und Abends bin ich so kaputt und verspannt, dass ich nicht weiss wie ich sitzen oder liegen soll.
Den letzten absolut schmerzfreien Tag ohne Beschwerden hatte ich vor Jahren.
Irgendetwas macht mir immer den Tag zur Schmerzhölle - ist es mal nicht der Rücken, sind es die mittlerweile wieder arg schmerzenden Kniegelenke, welche ein in die Hocke gehen oder 90° Abwinkeln des Gelenks fast unmöglich machen.
Aber diese Schmerzen sind eine Wohltat gegen das was fast täglich im Rücken passiert. Es hat sich mittlerweile auch schon auf die Psyche geschlagen.
Von vielen Ärzten und vorallem den Arbeitskollegen wird man als Simulant dargestellt. Wenn man mal wirklich sagt "Es tut mir leid das kann ich nicht tragen..." erntet man nur Spott wie "Früher haben wir sowas mit einem Finger getragen o.ä.". Man macht es dann doch aus angst um die arbeitsstelle und meist hat man prompt die Quittung...
Die Schmerzen werden nicht für voll genommen. Ist es wirklich soweit, das es einen Tag trotz Schmerztabletten nicht mehr geht habe ich tierische Angst davor in der Arbeit Bescheid zu geben, dass ich zum Arzt muss und wohl ein paar Tage ausfalle.
Ich weiß nicht wie es weitergehen soll. Diese arbeit mcht mich körperlich noch komplett kaputt, auf der anderen Seite - wie sollte man ohne Arbeit klar kommen?
Was kann ich in meiner jetzigen Situation machen? Welche Tätigkeit wäre besser für mich und wie stehen überhaupt die Chancen eine solche zu erhalten?
Wie wird meine Situation in 10 Jahren sein wenn die Schmerzen jetzt bereits teilweise unerträglich sind?
Werden mich andere immer als "Simulanten" oder wehleidig abstempeln?
Den einzigen Halt bekomme ich von meiner Freundin, welche oft mitansehen muss wie ich mich vor Schmerzen winde.
Ich bin absolut ratlos wie es weitergehen soll. War heute, wie oben bereits geschrieben, bei einem anderen Arzt, seines Zeichens Rückenspezialist ( sogar mit Professortitel^^), der ohne mir auch nur eine Minute seiner kostbaren Zeit für meine Fragen zu schenken ein Rezept für KG in die Hand drückte, von Muskelaufbau sprach und mich wieder in die "Freiheit" entliess. Schlauer als vorher bin ich dadurch nicht geworden.
Wieso hab ich mir nur vorher einen regelrechten Fragenkatalog überlegt?
Jetzt gehts erstmal wieder in die Arbeit, der Rücken zieht jetzt schon arg und ich bin gespannt wie ich mich Abends wieder heimschleppe.
Ich weiß der Text ist etwas ausufernder geworden als geplant und trotzdem habe ich noch nicht einmal die Hälfte meiner Erlebnisse hier verarbeitet. Für alle die es geschafft haben ihn ganz zu lesen ein herzliches Danke. Ich glaub ich musst mir das ganze mal halbwegs von der Seele schreiben.
Liebe Grüße
Matthias
Nach ausufernder Lesetätigkeit im Forum möchte ich nun auch meinen Fall schildern, da ich gerade vom Orthopäden komme und langsam am verzweifeln bin.
Wie oben bereits erwähnt bin ich ja mit meinen 28 Jahren noch relativ jung, leide jedoch seit mehreren Jahren unter immer schlimmer werdenden Beschwerden.
Angefangen hat alles im zarten Alter von ca. 13 Jahren, als ich sehr oft über Nacken und Kopfschmerzen klagte, welche es an vielen Tagen einfach unmöglich machten dem Unterricht voll zu folgen, oder ihn zu besuchen. Nach mehreren Fehltagen, alle Hausärtzlich attestiert (jedesmal ähnliches Schmerzbild) wurde ich zum Amtsarzt geschickt, welcher mich weiter zum EEG schickte und zum Schluss die Diagnose Spannungs-/Streßkopfschmerzen stellte (geglubt wurde das wohl von kaum jemandem der damaligen Lehrerschaft)
--> Sie wirbelsäule oder zumindest der Nackenbereich war keinem Arzt bis dahin einen Blick wert.
Mit 16 Jahren dann äusserst schmerzhafte Bewegungseinschränkung in beiden Kniegelenken. Von einem Orthopäden als "Einbildung" abgetan, stelle ein weiterer die Diagnose Arthrose und es wurden beide Gelenke oparativ behandelt, was für mehrere Jahre wirklich zur Beschwerdefreiheit führte.(Trotzdem ein attest mit Einschränkungen im Schulsport, teilweise Befreiungen durch den Orthopäden) Das ein Fuß optisch den Eindruck machte 1-2cm kürzer zu sein viel zwar auf, wurde jedoch nicht weiter beachtet.
--> Der Rücken wurde immer noch keines Blickes gewürdigt
Als es dann langsam Zeit für die Musterung wurde und ich mit dem Gedanken spielte mich zwecks des doch relativ guten Studiums beim Bund für 12 Jahre zu verpflichten wurde erstmals genauer hingesehen.
Erste Diagnose 39° Verkrümmung (Ein zweiter Krümmungswinkel ist zwar vorhanden wurde mir bis heute jedoch nicht genannt^^) und eine in sich verwunde Wirbelsäule im oberen LWS und unteren BWS Bereich.
--> Ausmusterung
Seit diesem Zeitpunkt schwanken die °-Angaben bei jedem Arzt bzw. Arztbesuch zwischen den oben genannten 39° und 47°.
Die Behandlung beschränkt sich jedoch immer auf das gleiche. Spritzen, Tabletten, manch ein Arzt sprang mir auf den Rücken und versuchte wie wild einzurenken und Krankengymnastik.
Die Übungen welche mir in der KG gezeigt wurden, setzte ich damals noch Tag für Tag brav Zuhause um, mit dem Ergebnis dass ich mich danach kaum noch bewegen konnte und stärkere Schmerzen als zuvor hatte. Keine Besserung nach knapp 1,5 Jahren Übungen und immer wieder eingeschobener KG-Termine mit "Kontrolle" der von mir durchgeführten Übungen (Bei 3 verschiedenen Kanjengymnasten).
Das alles mit Anfang 20!
Mittlerweile habe ich einen GdB von 35 und die Schmerzen werden immer heftiger. Von der kompletten Blockade über Ziehen, Stechen usw. ist alles dabei. Egal ob ich Stehe Gehe oder Sitze. Während meiner Ausbildung (Bauzeichner - auf Anraten des Amtsarztes) hielt sich das ganze noch in Grenzen. Es gab einige wenige Tage wo ich komplett ausser Gefecht gesetzt war.
Vor gut einem halben Jahr musste ich meinen bis dahin über mehrere Jahre ausgeübten Beruf (Aussendienstmitarbeiter im Verkauf) aufgeben, da es mir nicht mehr möglich war regelmässig fast den ganzen Tag im Auto zu verbringen.
Ich wechselte natlos in eine kleine Firma wo ich hauptsächlich im Büro und Verkauf (Innendienst) eingesetzt werde. eigentlich das Ideale wenn ich den Vorschlägen meiner Ärzte Glauben schenke.
Die Realität sieht ganz anders aus.
Teilweise bekomm ich nach einigen Minuten sitzen im Büro kaum aushaltbare Schmerzen im Rücken muss dann für mehrere Minuten Gehen, Stehen und Lockerungsübungen für die zu diesem Zeitpunkt steinharte Rückenmuskulatur machen.
Auf der anderen Seite stehe ich nur ein paar Minuten an einem Fleck beginnt ein ähnliches Spiel. Die Muskultar verkrampft und ich merke wie es mich förmlich unter argen Schmerzen zur Seite zieht.
Kurzum. Morgens gehe ich noch halbwegs fit bis auf ein kleines ziepen hier und da in die Arbeit, Mittags könnte vor Schmerzen nur noch schreien und Abends bin ich so kaputt und verspannt, dass ich nicht weiss wie ich sitzen oder liegen soll.
Den letzten absolut schmerzfreien Tag ohne Beschwerden hatte ich vor Jahren.
Irgendetwas macht mir immer den Tag zur Schmerzhölle - ist es mal nicht der Rücken, sind es die mittlerweile wieder arg schmerzenden Kniegelenke, welche ein in die Hocke gehen oder 90° Abwinkeln des Gelenks fast unmöglich machen.
Aber diese Schmerzen sind eine Wohltat gegen das was fast täglich im Rücken passiert. Es hat sich mittlerweile auch schon auf die Psyche geschlagen.
Von vielen Ärzten und vorallem den Arbeitskollegen wird man als Simulant dargestellt. Wenn man mal wirklich sagt "Es tut mir leid das kann ich nicht tragen..." erntet man nur Spott wie "Früher haben wir sowas mit einem Finger getragen o.ä.". Man macht es dann doch aus angst um die arbeitsstelle und meist hat man prompt die Quittung...
Die Schmerzen werden nicht für voll genommen. Ist es wirklich soweit, das es einen Tag trotz Schmerztabletten nicht mehr geht habe ich tierische Angst davor in der Arbeit Bescheid zu geben, dass ich zum Arzt muss und wohl ein paar Tage ausfalle.
Ich weiß nicht wie es weitergehen soll. Diese arbeit mcht mich körperlich noch komplett kaputt, auf der anderen Seite - wie sollte man ohne Arbeit klar kommen?
Was kann ich in meiner jetzigen Situation machen? Welche Tätigkeit wäre besser für mich und wie stehen überhaupt die Chancen eine solche zu erhalten?
Wie wird meine Situation in 10 Jahren sein wenn die Schmerzen jetzt bereits teilweise unerträglich sind?
Werden mich andere immer als "Simulanten" oder wehleidig abstempeln?
Den einzigen Halt bekomme ich von meiner Freundin, welche oft mitansehen muss wie ich mich vor Schmerzen winde.
Ich bin absolut ratlos wie es weitergehen soll. War heute, wie oben bereits geschrieben, bei einem anderen Arzt, seines Zeichens Rückenspezialist ( sogar mit Professortitel^^), der ohne mir auch nur eine Minute seiner kostbaren Zeit für meine Fragen zu schenken ein Rezept für KG in die Hand drückte, von Muskelaufbau sprach und mich wieder in die "Freiheit" entliess. Schlauer als vorher bin ich dadurch nicht geworden.
Wieso hab ich mir nur vorher einen regelrechten Fragenkatalog überlegt?
Jetzt gehts erstmal wieder in die Arbeit, der Rücken zieht jetzt schon arg und ich bin gespannt wie ich mich Abends wieder heimschleppe.
Ich weiß der Text ist etwas ausufernder geworden als geplant und trotzdem habe ich noch nicht einmal die Hälfte meiner Erlebnisse hier verarbeitet. Für alle die es geschafft haben ihn ganz zu lesen ein herzliches Danke. Ich glaub ich musst mir das ganze mal halbwegs von der Seele schreiben.
Liebe Grüße
Matthias