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Skoliose ab wieviel Grad ???

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 08:30
von ad
Moin
Ich habe mal eine Frage : Ab wie viel Grad Verkrümmung spricht man von einer Skoliose ? Der Fall : Meine Frau hat eine Skoliose von 7 Grad . Beim Abschluss einer Zusatz Krankenversicherung haben wir das angegeben und es kam zu einem Ausschluss der Skoliose und deren Unmittelbaren folgen . Soweit so gut , jetzt hat sie einen Bandscheibenvorfall bekommen und war im Krankenhaus für 9 Tage . Die Versicherung lehnt den Leitungsanspruch ab weil der Bandscheibenvorfall aufgrund der Skoliose gekommen sein könnte . Der Behandle Arzt im Krankenhaus meinte aber meine Frau hätte gar kein Skoliose das eine Skoliose erst ab 12 Grad gegeben wäre . Der Hausarzt meinte allerdings das eine Skoliose nicht abhängig von der Gradzahl ist . Ab welcher Gradzahl hat man den nun eine Skoliose die man bei der Krankenkasse angeben muss ????


Mfg ad

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 09:07
von netkitty
ad hat geschrieben:Der Behandle Arzt im Krankenhaus meinte aber meine Frau hätte gar kein Skoliose das eine Skoliose erst ab 12 Grad gegeben wäre
Also, eine Skoliose beginnt bei ca. 10° seitlicher Verkrümmung, wenn auch eine Rotation vorliegt, dh. wenn die Wirbelkörper verdreht sind.

Wenn deine Frau also 7° hat, dann ist allerhöchstens von einer skoliostischen Fehlhaltung zu sprechen, die mit ziemlicher Sicherheit nichts mit dem Bandscheibenvorfall zu tun hat.
ad hat geschrieben:Beim Abschluss einer Zusatz Krankenversicherung haben wir das angegeben und es kam zu einem Ausschluss der Skoliose und deren Unmittelbaren folgen .
Eine Skoliose von 7° ist also wie schon gesagt gar keine.
Die würde ich beim Abschluß einer einer Zusatzversicherung garantiert nicht angeben!
Solche leichten Fehlhaltungen hat fast jeder und die wenigsten wissen es überhaupt.

Grüsse
Nicole

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 09:55
von Toni
Hallo
7° ist so gut wie nix- da reicht es wenn man beim Röntgen den rechten Fuß etwas mehr belastet als den linken. Danach könnten die Versicherungen 70 -80% der Bevölkerung ausschließen!
Das ist die typische "Privatversicherten-Falle"
Diese Versicherungen beschäftigen ganze Heere von Mitarbeiterstäben, die nichts anderes zu tun haben, als Gründe zu suchen, warum sie nicht zahlen müssen!
Aber so ist es eben in unserer härter und kälter gewordenen Gesellschaft.
Wer wegen ein paar Euro die Solidargemeinschaft verlässt, darf nicht nicht mehr mit Solidarität rechnen wenn er sie braucht.
Wenn KEINE Verdrehung der Wirbelkörper da ist, dann ist es auch definitiv KEINE Skoliose!
Bandscheibenvorfälle können auch scheinbar völlig WS-Gesunde bekommen. Das ist bei Skoliosen bis ca. 50° nicht wesentlich häufiger.
Mach Einspruch bei der KK!
Gruß Toni

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 11:19
von Wolfi
Lieber Toni,

obwohl es sich bei ad nur um eine private Zusatzversicherung handelt, muß ich die von Dir gemeinte private Krankenvollversicherung mal in Schutz nehmen.

Meine hat z.B. das Korsett incl. 5 Korsetthemden ohne Rückfrage oder sonstige Bedingungen bezahlt. Das hat mich wirklich positiv überrascht, zumal die Rechnung fast einen Jahresbeitrag ausmacht.

Das System der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland kränkelt ganz gewaltig. Die Mitglieder werden eigentlich dazu gezwungen, private Zusatzversicherungen abzuschließen um ausreichend versorgt zu sein. Da kann man, finde ich, auch niemandem den Vorwurf machen, eine „Solidargemeinschaft“ zu verlassen, wenn man die Möglichkeit hat und nutzt, dem System völlig den Rücken zu kehren.

Viele Grüße!
Wolfi

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 11:36
von Spila
Wolfi hat geschrieben:Lieber Toni,

obwohl es sich bei ad nur um eine private Zusatzversicherung handelt, muß ich die von Dir gemeinte private Krankenvollversicherung mal in Schutz nehmen.

Meine hat z.B. das Korsett incl. 5 Korsetthemden ohne Rückfrage oder sonstige Bedingungen bezahlt. Das hat mich wirklich positiv überrascht, zumal die Rechnung fast einen Jahresbeitrag ausmacht.

Das System der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland kränkelt ganz gewaltig. Die Mitglieder werden eigentlich dazu gezwungen, private Zusatzversicherungen abzuschließen um ausreichend versorgt zu sein. Da kann man, finde ich, auch niemandem den Vorwurf machen, eine „Solidargemeinschaft“ zu verlassen, wenn man die Möglichkeit hat und nutzt, dem System völlig den Rücken zu kehren.

Viele Grüße!
Wolfi
Die Krankenkassen stellen sich da immer unterschiedliche Überlegungen an, es kommt z.B. drauf an, wer von deiner Familie alles bei dieser KK ist, usw.

Ich weiss nicht genau, wie schlimm das mit den gesetzlichen Krankenvers. ist, aber das hat glaube ich auch enorme Vorteile (nicht nur Nachteile). In der CH gibt es ja keine staatlichen Krankenkassen, sind alles private und da gibt es keinen Markt der spielt! In D kann es auch nicht vorkommen, dass viele Familien wegen den Krankenkassenprämien Existenz-Probleme haben (4 von 10 Kindern wachsen in Armut auf!).

Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Indem man die verschiedenen Systeme vergleicht, kann man sie jedoch optimieren!

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 12:11
von Toni
Hallo Wolfi
Da bist Du eine Ausnahme! Die Tochter (privat vers. Studentin) einer mir bekannten Ärztin benötigt gerade ein Korsett. Nach zähem Ringen sind sie nun bereit 50% davon zu bezahlen. Kein einziges Korsetthemd dazu! Keine REHA wird ihr finaziert. Dafür dürfen Chefärzte bei Ihr den 2,8 fachen satz berechnen. Toll!

Zusatzversicherungen sind da nicht anders!
Ich hab so eine Zusatzversicherung für 1. Klasse und Chefarztbehandlung. Da ich vor 15 Jahren mal eine Nierenkolik hatte ( Ich hatte ein Nierensteinchen weil ich zu wenig getrunken und zuviel geschwitzt habe), wurden bei Abschluss der Zusatzversicherung alle Erkrankungen ableitender Harnorgane ausgeschlossen.

Als ich vor ein paar Jahren meinen Dickdarm größtenteils entfernen lassen musste hat die Zusatzkasse tatsächlich versucht, den DICKDARM als "ableitendes Harnorgan" zu verkaufen und abzulehnen!
Da die OP der Chefarzt gemacht hat, so wäre ich fast auf OP-Zusatz-Kosten von beinahe 8000 € hängengeblieben!
Erst Klagedrohung und 2 Gutachten haben die Versicherung bewogen dann doch noch den größeren Teil zu zahlen. Aber sie haben den Teil der OP, der die Harnröhren und die Nierenbecken schützt sowie jeden einzelnen Kathederbeutel rausgerechnet und verweigert! (über 1200 Euro!)
Der Streit ging über Monate! Es war die SIGNAL-IDUNA.
Die AOK ("Alte Oma-Kasse") hat bisher nie Zicken gemacht!
Daß unser "System" krank ist ist aber völlig unbestritten.
Aber wie soll es besser werden, wenn die gesunden jungen fitten alle Privat versichert sind und jedes noch so geringes Risiko aus dem Leistungskatalog der Privaten rausgestrichen wird, die chronisch Kranken, Älteren und schwächeren der Gesellschaft aber in der Gesetzlichen KK "festhängen"???
Gruß Toni

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 12:50
von BZebra
Toni hat geschrieben:Da bist Du eine Ausnahme! Die Tochter (privat vers. Studentin) einer mir bekannten Ärztin benötigt gerade ein Korsett. Nach zähem Ringen sind sie nun bereit 50% davon zu bezahlen. Kein einziges Korsetthemd dazu! Keine REHA wird ihr finaziert. Dafür dürfen Chefärzte bei Ihr den 2,8 fachen satz berechnen. Toll!
Ja, in den meisten PKV-Verträgen ist halt die Kostenübernahme für Rehas und andere wichtige Behandlungsmethoden ausgeschlossen. Dafür kann man aber seine Skoliose homöopathisch behandeln lassen. Ist das denn nix?! ;) ;D

Wenn man den Vertrag halt so unterschreibt ... Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

@ad:
Ich schätze es kommt auf den genauen Wortlaut des Vertrages an. Wenn da von den unmittelbaren Folgen der Skoliose die Rede ist und nicht die gesamte Wirbelsäule ausgeklammert wurde, dann habt ihr wahrscheinlich ganz gute Chancen, weil es erstens keine Skoliose ist und zweitens ein Bandscheibenvorfall eigentlich nicht zu den Folgen einer Skoliose zählt. Die sind unter den Skoliotikern genauso häufig wie unter den nicht Skoliotikern.

Versucht das erst mal in einem Widerspruch zu begründen, dafür evt. Infos bei den Skoliose-Spezialisten einholen.

Um welchen Betrag geht es eigentlich? Krankenhaustagegeld, Einzelzimmer, Chefarztbehandlung oder ... ?

Skoliose

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 13:12
von ad
Moin
Also ich bin begeistert von den vielen zum teil auch guten Antworten . Ich denke das hilft mir weiter .
Eines habe ich noch : Ich habe eine "Zusatzversicherung" zu der bestehenden gesetzlichen Versicherung abgeschlossen. [equote]Wer wegen ein paar Euro die Solidargemeinschaft verlässt, darf nicht nicht mehr mit Solidarität rechnen wenn er sie braucht.
[/equote] . Ich denke jeder sollte mal sehen was in Zukunft auf uns Pflichtversicherte zukommt . Da geht los in nächstem Jahr , jede Gebühr die wir bezahlen müssen ist im Prinzip eine Beitragserhöhung . Und man wir gezwungen eine Versicherung abzuschließen , wenn man es kann . Außerdem wird jeder Sozialhilfeempfänger in Deutschland beim Arzt als eine Art privater abgerechnet , soweit sind wir schon . Derjenige der das System trägt erfährt nurnoch Nachteile und die anderen Lachen sich eins in Fäustchen über die "DUMMHEIT " der anderen . Wenn das alles so Solidaar und so gut ist wie es uns die Politiker immer sagen warum sind dann nicht alle Politiker in der gesetzlichen Krankenversicherung ?? Meines Wissens ist es nur Joschka Fischer der allerdings hat einen Arschvoll Zusatzversicherungen . In die gesetzliche Versicherung kann schließlich jeder .

Das musste ich mal loswerden !!:cool:

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 14:09
von Toni
Hallo Ad
In die gesetzliche Versicherung kann schließlich jeder .
LEIDER nicht mehr so einfach, wenn man mal PRIVAT war und die Solidargemeinschaft verlassen hatte ( Zitat von Joschka Fischer- nicht von mir!)
Der Rückweg in die "Gesetzliche" ist fast unmöglich. Ich habe Glück gehabt!

Ich war bis vor 10 Jahren voll privat KK versichert. Da waren schon div. Ausschlüsse und Tariferhöhungen wegen Vorerkrankungen.
Dann bin ich Angestellter in einer österreichischen Firma geworden und somit gesetzlich zwangspflichtversichert worden. Die Privatvers. hab ich in eine Zusatzkasse umgewandelt, die mir aber bisher mehr Ärger und Kosten als Vorteile verursacht hat und im Ernstfall sich gespreizt hat. Da ich in Deutschland wohne, wurde die AOK zu meier KK.

Nun mach ich mich gerade selbstständig und hab mich erkundigt.
Private KK lehnen mich mit fast 50 und meinen Vorerkrankungen ( Viele Knochenbrüche mit 7 OP´s, 3 Thrombosen als Folgen , Nierensteine, Zustand der WS. Rezidiv. Divertikulitis und Dickdarmresektion, div. Allergien usw.....) völlig ab oder verlangen so exorbitante Prämien obwohl mein Körper zu 2/3 unter Ausschlussklauseln fällt , daß ich nun gerne bei der "Alte Oma-Kasse" bleibe und dort sogar einen erstaunlich guten Service bei umfassenden Leistungen ohne jede Ausschlussklausel habe.
Klar- die Zusatzkasse halte ich weiterhin.
Aber so sind die Versicherungen nun mal.
Der Chirurgie-Chefarzt hat mir nach der Darm-OP gesagt, daß er mich auch als AOK-Patient genauso sorgfältig operiert hätte. Aber über die Zusatz-Vers. kann er halt das 2,8-fache abrechnen! Das sei der einzige Unterschied und nur sein pers. Vorteil!!!!

Wehr DICH!
Eine 7° "Biegung" ( ich vermeide bewusst das Wort SKOLIOSE) KANN nicht die Ursache für einen BSV sein. Das ist LÄCHERLICH!
Gruß Toni

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 14:56
von Spila
Hallo Toni

Hast du dir mal überlegt so ne zwei-Bett-Zimmer-Spitalbett-Versicherung abzuschliessen?
Das ist ja das, was die meisten Leute wollen bei einer Zusatzversicherung (nicht in einem 6 er Schlag zu landen, obwohl mir das im Spital auch nicht geschehen ist, da sie mich mit 15 oder so nicht zu älteren Damen legen wollen und sowieso nur 2 solche grosse Zimmer hatten...).

Ich glaub in der Schweiz gibt es so was. Also wenn ich mal selbst meine Versicherungen abschliesse, werde ich wahrscheinlich mal so eine abschliessen. Ich hab jetzt eine Zusatzversicherung (die ist aber nicht teuer), dort werden mir präventive Massnahmen bezahlt, z.B. den Aqua-Fit-Kurs den ich besucht habe.


Gruss
Theres

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 14:57
von Spila
Spila. hat geschrieben: dort werden mir präventive Massnahmen bezahlt, z.B. den Aqua-Fit-Kurs den ich besucht habe.
... natürlich nur nen Teil, bei meiner Vers. sinds 50 %.

Skoliose und Versicherung

Verfasst: Mo, 01.12.2003 - 16:56
von Tialine
Hallo,
ich habe 1995 eine Zusatzversicherung bei der DEBEKA abgeschlossen für Krankenhaus (2 Bettzimmer und Chefarzt), Zähne, Brille und Heilpraktiker. Natürlich haben sie meine Skoliose und alles, was den Rücken betrifft, ausgeschlossen. Im März war ich in einer Schmerzklinik wegen Migräne, auch das wollten sie nicht zahlen, weil es auf Grund der Skoliose wäre. Jedoch stand im Abschlussbericht der Klinik nichts von Skoliose und sie haben es zähneknirschend bezahlt. Die Versicherung für Heilpraktiker gilt aber nicht, wenn der Heilpraktiker Arzt ist, was ja auch ein Witz ist.

Liebe Grüsse Tialine