ich bin neu hier, habe in den letzten Tagen allerdings zur Vorbereitung auf meinen Röntgenbefund fleißig mitgelesen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir einen Tipp geben könntet, ob ich bei meinem jetzigen Arzt bleiben oder mir einen anderen suchen soll.
Mein Hausarzt hat mich zum Röntgen geschickt mit dem Verdacht auf Kyphoskoliose. Nach gründlicher Forumslektüre habe ich gelernt, dass ein Beckenschiefstand, bzw. eine Beckenrotation sowohl Auslöser als auch Ergebnis einer Skoliose sein können. Dass meine rechte Hüfte höher sitzt als die linke weiß ich schon lange.
Leider hat man kein Röntgenbild der gesamten Wirbelsäule gemacht, sondern HWS und BWS getrennt betrachtet. Der erste Befund sieht aus wie folgt:
HWS in zwei Ebenen und HWS Schrägaufnahmen:
Weitgehend lotrechte 7-teilige HWS. Mittelständiger Dens axis. Regelrechte Artikulation in den Kopfgelenken, soweit überlagerungsfrei abgebildet. Angedeuteter Kyphoseknick im Segment HWK5/6 mit Streckfehlhaltung der oberhalb hiervon gelegenen HWS-Segmente. Insgesamt normale Höhe und Form aller Wirbelkörper und erhaltene Höhe der Zwischenwirbelräume. Regelrechte Artikulation in den Invertebralgelenken. Unauffällige paravertebrale Weichteile. Keine knöcherne Einengung der Neuroforamina.
Beurteilung
Angedeuteter Kyphoseknick im Segment HWK5/6 mit Streckfehlhaltung der cranial hiervon leigenden HWS-Segmente. Kein Nachweis relevanter, degenerativer, posttraumatischer oder osteodestruktiver Veränderungen. Keine knöcherne Einengung der Neuroforamina.
BWS in zwei Ebenen:
Großbogig linkskonvexe Seitausbiegung thoracolumbal mit Scheitelpunkt nach links bei LWK1. regelrechte Abgrenzbarkeit der Bogenwurzeln, Dorn- und Querfortsätze. Harmonische, gering vermehrte Brustkyphose. Regelrechte und glatte Abgrenzbarkeit der Wirbelkörperabschlussplatten.
Beurteilung:
Grußbogige Thoracolumbalskoliose nach links mit Scheitelpunkt bei LWK1. geringe Rotationskomponente. Diskret vermehrte Brustkyphose.
Heute war ich dann beim behandelnden Arzt. Er hat durch Draufschauen eine Beinlängendifferenz diagnostiziert und einen Senkfuß links. Ich habe ihn gefragt, ob es wirklich eine Beinlängendifferenz sein muss oder auch ein Beckenschiefstand sein kann. Er meinte nein, es sei eine Beinlängendifferenz von einem Zentimeter, und er würde nach einer zweiten Runde Röntgen einen Schuhkeil und Krankengymnastik verschreiben.
Jetzt habe ich wieder eine Überweisung fürs Röntgen des Beckens und der Füße. Allerdings habe ich explizit gefragt, und es wird wieder keine Abbildung der kompletten Wirbelsäule, obwohl man mir gesagt hat, dass die Cobb-Winkel dieses Mal dabei mitberechnet werden.
Das alles kommt mir aus den Forenbeiträgen sehr bekannt vor. Ich würde jetzt gerne Folgendes wissen. Wie finde ich raus, ob es eine echte Beinlängendifferenz oder eine Fehlhaltung im Becken ist? Keil hilft ja wohl nur bei einer echten Beinlängendifferenz, oder? Ich habe am Freitag den zweiten Röntgentermin. Macht der unter diesen Umständen überhaupt Sinn? Und wie finde ich raus, ob mein Beckenschiefstand (der mir schon lange aufgefallen ist) eine Folge oder die Ursache der Skoliose ist? Soll ich mir eine zweite Meinung einholen? Wenn ja, kennt jemand einen fitten Arzt in der Nähe von Montabaur oder Köln?
Insgesamt klingt der Befund ja nicht so schlimm, obwohl das ohne die Winkelangaben wahrscheinlich wenig aussagt, aber ich möchte eigentlich gerne von Anfang an richtig vorgehen...
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure fachkundige Meinung dazu sagen könntet
Viele Grüße und lieben Dank,
Kim




