Alternative Heilungsmethoden statt Korsett

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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Dorothy

Alternative Heilmethoden

Beitrag von Dorothy »

Ich habe diese Seite gelesen, um herauszufinden, ob es eine Selbsthilfegruppe oder Bücher zum Thema psychische Schäden durch ein Korsett gibt. Weiß jemand von Informationen darüber? Ich beschäftige mich mit diesem Thema schon eine ganze Weile, finde aber kein Buch oder ähnliches.

Als ich nun die Beiträge gelesen habe, fasste ich spontan den Entschluss, meine Erfahrungen hier einzubringen, um vielleicht hier einem Kind seine wertvolle Kindheit zu retten. Es gibt alternative Heilmethoden! Sie müssen das Ihrem Kind nicht antun! Ich bin heute 40, Unternehmensberaterin und Buchautorin, aber ein Stück meiner Lebensfreude habe ich seit ich 11 war und in dieses Korsett gesteckt wurde, verloren.

Ich habe zufälligerweise 2 Freundinnen, die das gleiche Schicksal ereilte. Alle mit dem selben Muster: eingeschränkte Lebensfreude, Hang zum Zurückziehen und ähnliches. Wir haben viel über die Geschichte gesprochen. Wir haben uns alle 3 nicht getraut, Kinder zu bekommen, weil uns unsere eigene Kindheit noch so schlimm in Erinnerung ist (dabei wäre da schon so eine Sehnsucht dazu). Wir haben nie zuvor mit einem Menschen darüber gesprochen, weil selbst die Erinnerung körperliche Schmerzen, Übelkeit, Traurigkeit und Verzweiflung hochbringt. Der panze pure Horror kommt hoch.

Als ich den Beitrag gelesen habe, dass ein Kind zum Anpassen geht, sind mir heute noch die Tränen geschossen und es hat mir den Hals zugeschnürt ;( . All die körperlichen Schmerzen, die Ohnmachtsanfälle, das Ausgegrenztsein in der Schule, das Gefühl, vollkommen allein zu sein und nicht verstanden zu werden. Sie schreiben von einem Behindertenausweis. Ja, man wird künstlich zum Behinderten gemacht mit allem was dazu gehört. :nein:

Mein letzter Freund hätte auch in ein Korsett gesperrt werden sollen, er hat sich aber einfach geweigert. Ich bewundere ihn heute noch immer dafür, aber er war eben ein rebellisches Kind und ich leider ein angepasstes. Er hat mit Muskelaufbautraining und Lebensfreude :juggle: (das richtet auf!) seine Wirbelsäule gerader bekommen als ich mit meinem Folterinstrument.

Die Psychotherapien und nachträgliche alternativmedizinische Behandlung hat mir in den letzten Jahren eine Menge Geld gekostet. Als ich ein Kind war, gab es kein Internet zur Informationsverbreitung und kaum alternative Heilmethoden. Ärzte galten als unantastbare Götter in Weiß. Heute sieht es anders aus. Meine Wirbelsäule hat in den letzten Jahren immens davon profitiert. Die Ihres Kindes kann es auch.

Das Korsett hat mir keine Heilung gebracht, Rolfing und ähnliche Therapien haben meine Wirbelsäule fast gerade gemacht (und das als Erwachsene). Als Kind hat man noch viel tollere Heilmöglichkeiten. Es ist für mich extrem schockierend, wie viele Orthopäden solche Qualen einem Kind antun, wenn es bereits Alternativen gibt (von denen die meisten Orthopäden aber keine Ahnung haben).

Möglichkeiten finden Sie durch Rolfing, Wirbelsäulenbegradigung (www.i-ntp.de), Chranio-sakral Therapie und andere. Die genannten Methoden haben meine Wirbelsäule fast gerade gemacht, bei Kindern funktioniert es noch leichter und schneller. Erkundigen Sie sich Ihrem Kind zuliebe wenigstens über Alternativen! Vielleicht hilft es Ihnen, sich dazu aufzuraffen, wenn Sie sich versuchsweise nur ein wenig das Korsett Ihres Kindes in irgendeiner Weise nahe an den Körper bringen oder sich sogar ein wenig hineinzwängen und sich die Qualen vorstellen.

Wenn ich es mit meinem Beitrag geschafft habe, auch nur einem Kind eine unbeschwerte Kindheit zu retten, dann bin ich der glücklichste Mensch der Welt!!!!! :balloon:

Und an alle Eltern, die durch die Situation überfordert sind (das sind nämlich die meisten), vertrauen Sie Ihrem liebevollen Gefühl für Ihr Kind, nicht Ärzten, die Ihnen keine Alternativen bieten. Und holen auch Sie sich Unterstützung.

Ganz liebe Grüße an alle, die sich mit diesem Thema beschäftigen und alles Gute bei der Rettung einer schönen Kindheit für Ihr Kind, die ein wichtiger Baustein für ein glückliches Erwachsenenleben bedeutet!
Julia
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Räkelkönigin
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Re: Alternative Heilmethoden

Beitrag von Räkelkönigin »

Obwohl es mitten in der Nacht ist, muss ich hier noch antworten.....

Um es gleich vorneweg zu sagen: ich bin sehr dafür alternative Heilmethoden auszuprobieren aber so wie das hier dargestellt wird finde ich es etwas schwierig .... .
Dorothy hat geschrieben:Als ich nun die Beiträge gelesen habe, fasste ich spontan den Entschluss, meine Erfahrungen hier einzubringen, um vielleicht hier einem Kind seine wertvolle Kindheit zu retten.
Es gibt alternative Heilmethoden! Sie müssen das Ihrem Kind nicht antun! Ich bin heute 40, Unternehmensberaterin und Buchautorin, aber ein Stück meiner Lebensfreude habe ich seit ich 11 war und in dieses Korsett gesteckt wurde, verloren.
Das Glück eines Kindes hängt ja nicht nur von einem Korsett ab!
Sie schreiben, dass Sie heute 40 Jahre alt sind und mit 11 in ein Korsett gesteckt wurden. Das ist 29 Jahre her und die Korsetts von heute sind nicht mit denen von früher zu vergleichen.
Die Frage ist: tut man seinem Kind "etwas an"?oder handelt man nach bestem Wissen und Gewissen. Schön ist es nicht ein Korsett zu tragen( ich hatte selber kurzfristig eines) . Mit den heutigen gutgemachten Korsetts werden jedoch sehr gute Korekturergebnisse erzielt und da nehme ich an ,werden die meisten Korsettträger später dankbar für sein!Zudem ist auch die Betreung und Motivation der KOrsettteäger heute eine andere als früher. Was nutzt die "gerettete Kindheit" wenn man im Erwachsenenalter mit der Skoliose z.Teil erhebliche Probleme hat???
Ja man wird künstlich zum Behinderten gemacht.
Einen Behindertenausweis muss man nicht annehmen und wenn man einen hat, ist es eine Frage der Einstellung , ob man sich "behindert" fühlt oder nicht.
Mein letzter Freund hätte auch in ein Korsett gesperrt werden sollen, er hat sich aber einfach geweigert. s. Er hat mit Muskelaufbautraining und Lebensfreude :juggle: (das richtet auf!) seine Wirbelsäule gerader bekommen als ich mit meinem Folterinstrument.
Muskelaufbautraining nutzt ohne entsprechende Korrekturen bei grösseren Skoliosen mit Verdrehungen und Verwringungen zur Begradigung NICHTS! Bei einer leichten Skoliose mag es o.k. sein aber es kann so nicht als "alternatve Methode " dargestellt weden. Das Körpergefühl geht einem durch die skoliotische Haltung eh abhanden ( bevor man sich wochenlang in Schrothspiegeln beobachtet und korrigieren gelernt hat) und diese Haltung wird nicht besser durch Muskelaufbautraining.

Das Korsett hat mir keine Heilung gebracht, Rolfing und ähnliche Therapien haben meine Wirbelsäule fast gerade gemacht (und das als Erwachsene).
Da stellt sich die frage, wie stark gemessen in Grad nach Cobb war denn die Skoliose??
Möglichkeiten finden Sie durch Rolfing, Wirbelsäulenbegradigung (www.i-ntp.de), Chranio-sakral Therapie und andere. Die genannten Methoden haben meine Wirbelsäule fast gerade gemacht, bei Kindern funktioniert es noch leichter und schneller.
Ob es bei Kindern genauso leicht, noch leichte roder schneller funktioniert weiss niemand. Es ist gut sich über verschiedene Möglichkeiten zu informieren aber ich würde davor warnen Eltern zu raten "nur" die o.g. Methoden anzuwenden , um eine bestehende Skoliose zu begradigen.
Ich habe selber regelmässig Craniosacrale Behandlungen bei meiner KG , und es löst viel, streckt mich auch aber ich bekome dadurch weder ein anderes Körpergefühl, noch bin ich dadurch kerzengerade geworden in den letzten jahren. Wenn ich nicht selber nach Schroth turnen würde sähe meine Wirelsäule gewiss anders aus.
Rolfing kenne ich nur theoretisch. Damit werden andere Körperhaltungen erzielt , eine höhergradige Skoliose würde dadurch alleine aber nicht begradigt!
Erkundigen Sie sich Ihrem Kind zuliebe wenigstens über Alternativen
!

Erkundigen ist gut, aber man muss sich als Eltern auch irgendwann für die ein oder/und andere MEthode entscheiden.
Wenn ich es mit meinem Beitrag geschafft habe, auch nur einem Kind eine unbeschwerte Kindheit zu retten, dann bin ich der glücklichste Mensch der Welt!!!!! :balloon:
Wie ich schon sagt, glaube ich nicht, dass eine unbeschwerte Kindheit sich an einem Korsett festmachen lässt.

Räkelkönigin :juggle:
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Toni
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Beitrag von Toni »

Ich kann mich Räkelkönigin nur voll und ganz anschließen!

Ich halte es für fahrlässig und sehr gefährlich pauschal eine Korsett-Therapie (IMMER MIT der dazugehörigen Schroth-Therapie!!!) abzulehnen und sich ausschließlich auf unbewiesene Alternativ-Methoden zu verlassen!

Ich kennen einige Fälle konkret, von vielen weiteren Fällen habe ich in verschiedenen Skoliose-Aktiv-Treffen sowie auch im Wartezimmer und von Dr. Hoffmann pers. erfahren, wo Eltern (und Jugendliche) das Korsett abgelehnt und sich den "Alternativen" zugewandt haben.

Ein Fall von einem 13-jährigen Jungen der nach Feststellung der Skoliose von ca. 35° ein Jahr lang Cranio-Sacral und Osteopathie bei der angeblich besten (und teuersten, ca. 4.000€ Therapiekosten pro Jahr) Osteopathin in Baden-Württemberg genossen hatte und nach dem Jahr bei über 70° Cobb und voll in der OP Indikation gelandet ist.
Dr. Hoffmann hat mir von einem noch schlimmeren Fall erzählt, wo eine 12-Jährige nach einem Jahr bei fast 100° war.

Es sind auch nicht alle Jugendlichen gleich.
Ich verstehe und glaube, daßDu und Deine Freundinnen ein unverarbeitetes "Korsett-Trauma" habt.

Es kommt allerdings SEHR darauf an wie eine Jugendliche an das Thema Korsett herangeführt und informiert und motiviert wird.

Ich bin für eine sehr ausführliche Aufklärung und grundsätzlich für eine eigene Entscheidung des Kindes oder Jugendlichen wenn irgend möglich.

Ein Korsett zu erhalten darf das Selbstwertgegefühl des Patienten keinensfalls verletzen und demütigen!
Daß man ein Korsett erhalten kann OHNE dabei seelisch traumatisiert zu werden, kannst Du fast täglich zum Beispiel bei Rahmouni erleben.

Du würdest sehr erstaunt sein wenn Du mal einen Tag lang vor den Anprobekabinen oder im Gipsraum warten und beobachten würdest.
Mit wieviel Selbstverständnis und Selbstbewusstsein die Jugendlichen da kommen und gehen, wie sie zum Teil sachlich-fachlich auf sehr hohem Niveau mit Meister Rahmouni über Cobb-Gradzahlen, Pelottendrücke und Derotation diskutieren und zum Teil noch stärkere Aufpelottierungen und mehr "Power" im Korsett fordern.

Wie sie bewundernswert die Zähne zusammenbeißen aber auch manche Träne kullern lassen, wenn der "Schraubstock" nochmals auggepeppt wurde.

Es gibt eine sehr große Gruppe von Kindern und Jugendlichen die bei Rahmouni lachen und sich freuen.
Viele Außenstehende halten die Korsettversorgung für einen traurigen Akt des Leidens und der Schmerzen. Du wirst aber selten einen Ort finden wo mehr, gekichert, gelacht, geschäkert, "geflirtet" und geflappst wird als in "Amors-Plastikpanzer-Faktory".

Das Korsett ist mit weitem Abstand das unbequemste und schmerzhafteste was man einem Menschen antun kann.
Und doch sehen so viel junge (und Erwachsene!) Patienten das Korsett als ihren Freund und Helfer an eine OP zu vermeiden und aus der Op Indikation rauszukommen.

Viele Jugendliche gehen absolut souverän, nüchtern und selbstbewusst mit dem Teil um und werden nicht zuletzt durch das Korsett seelisch eher stärker, lernen so klassisch-archaische Tugenden wie zum Beispiel Mut, Konsequenz, Geduld, Selbstüberwindung, Zuversicht, Tapferkeit, Duldsamkeit, Beharrlichkeit usw... lauter sehr alte und sehr konservative aber "königliche" Tugenden!

Die Fröhlichkeit die unter solchen Jugendlichen herrscht ist bestechend und ansteckend!
Vieleicht solltest Du das wirklich mal erleben auch um Dein eigenes Korsett-Trauma mit überwinden zu helfen.

Es ist ein Riesen-Unterschied wie einem so ein grauenhaftes Ding verpasst wird. Da gibt es leider mehr als genügend echte Horrorgeschichten!

Wenn man sich als Mensch dabei angenommen und geliebt fühlt,
wenn man spürt, daß das liebevolle Hilfe ist,
wenn die Professionalität und Qualität spürbar ist,
wenn in JEDEM Moment der Behandlung vom Empfang über den Gipsabdruck bis zur "Höllenfahrt" die Würde der Patienten voll gewahrt bleibt,
dann macht das einen Risenunterschied im Selbstwertgefühl, der bereitschaft das Ding zu tragen und ERtragen.

Wenn die behandelnden Menschen freundlich, verständnisvoll und liebevoll agieren, sich Zeit nehmen und alles mit überraschend viel Humor und lachen begleiten, dann würdest Du sehr erstaunt sein, wie positiv ein Korsett angenommen wird.

Ich gehe fest davon aus, daß das in den anderen sehr guten Skoliose-Zentren wie in Berlin bei Klaus Nahr, bei Püttmann in Essen oder bei Jens Becker in Lübeck ebenso positiv abläuft, daß sowohl von den Betroffenen als auch von den Eltern konkrete und echte Hilfe und "Heil" spürbar und BEgreifbar wird.

Dann kommt noch ein sehr wichtiger Faktor hinzu.
Ein Kind/Jugendliche mit Korsett-Therapie BRAUCHT UNBEDINGT ECHTE ERFOLGSERLEBNISSE!!!
Rahmouni hat mir mal gesagt: " Ein Skoliose-Patient muss im Korsett spüren, was eine gerade Wirbelsäule ist"
Genau um das geht es.
Nichts ist frustrierender als jahrelang so ein grauenhaftes Korsett zu ertragen OHNE den geringsten Erfolg.

Das ist ja auch der Grund warum so Viele von anderen Versorgungen wechseln und dabei schon fast den Glauben an die Wirksamkeit der konservativen Korsett-Therapie verloren haben, kurz vor oder bereits voll in der OP-Indikation stehen und dann zum ersten mal Hoffnung schöpfen es ohne OP und lebenlange Versteifung zu schaffen.

Ich bin fest überzeugt davon, daß ein wesentlicher Teil Deines eigenen Korsett-Traumas daher kommt, daß Du damals keinen wirklichen Erfolg gespürt und erlebt hattest.

Ich hab auch überhaupt nichts gegen die sog. "alternativen" Heilmethoden wie Cranio-sacral, Rolfing, Thai-Chi, usw..... aber sie sind für mich eben NICHT alternativ sondern eindeutig ADDITIV also ZUSÄTZLICH.

Die wirksamsten Hauptsäulen der konservativen Skoliose- und Kyphose-Therapie sind und bleiben:

ein sehr gutes Korsett mit möglichst hoher Primärkorrektur
und
Schroth-Schroth-Schroth-Schroth-Schroth-und nochmals Schroth!!!


Alles was Patienten davon abhält, verunsichert, zögern lässt oder zur zeitlichen Verschleppung und damit zur Progredienz beiträgt lehne ich konsequent ab.
Wirbelsäulendeformation kann man NUR mit Entschlossenheit, Konsequenz und Compliance heilen.
Jedes rumprobieren, experimentieren, lamentieren, rumlavieren führt fast immer nur in die Verschlechterung und damit in Frust und Demotivation.

Wenn Würde und liebevolle Zuwendung immer gewahrt bleiben, dann ist eine Korsett-Therapie wirklich nichts Unerträgliches oder etwas, das eine Kinderseele nachhaltig beschädigen würde.
Man muss den Kindern und Jugendlichen in der Korsett-Therapie sogar einen gewissen Stolz vermitteln das durchgehalten zu haben!!!
Jede Stunde in dem Ding ist ein Grund für großes Lob. Die Kids und Teens sollen wissen, daß sie nicht zu den "Krüppeln" sondern zu den BESTEN und TAPFERSTEN gehören und eine echte "ELITE der MENSCHHEIT" sind!
Ich habe einigen korsi-tragenden Jugendlichen geholfen eine Power-Point-Präsentation über Wirbelsäulenprobleme zu machen und in Biologie oder Deutsch oder Sozialkunde usw... ein Referat zu halten. Dabei kam immer eine glatte 1 heraus, ein offener und selbstwewusster Umgang mit Korsett und Skoliose in Schule und Freudeskreis, Bewunderung und Verständnis statt Ausgrenzung durch Mitschüler und Lehrer und ein unglaublich gestiegenes Selbstbewusstsein bis echter berechtigter Stolz auf das Korsett und die damit verbundenen Leistungen.

Dabei will ich nicht ausschließen, daß es leider Kinder und Jugendliche, besondere Bedingungen im familiären und sozialen Umfeld und besonders instabile psychische Konditionen gibt, die eine wirksame Korsett-Therapie unmöglich erscheinen lassen.

Ich bitte Dich Deine pauschale Ablehnung der Korsett-Therapie und uneingeschränkte Befürwortung der "Alternativ"-Therapie nochmals kritisch zu überdenken.
Nimm bitte KEINEM Kind oder Jugendlichen mit Angstmache, Zweifel und Ablehnung des Korsettes die Chance auf Begradigung, Heilung oder zumindest auf Besserung der Wirbelsäule.
Mach ihnen eher Mut!
Gruß Toni
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Alternative Heilmethoden

Beitrag von Brit2308 »

Hallo Dorothy

Deinen Bericht habe ich mit großem Interesse gelesen. Man saugt diese Dinge förmlich wie ein Schwamm auf. Ich als Mutter (von Brit) würde mir nichts mehr wünschen, als meinem Kind das Korsett zu ersparen. Wir wissen seit knapp 4 Wochen von Ihrer 30°Skoliose und haben schon ziemlich viel "Erfahrung" gesammelt und auch viel unternommen. Erst wurden wir vom Orthopäden in ein Krankenhaus abgeschoben, dort wurde einfach ein Gipsabdruck für ein sogenanntes Korsett gemacht und wir waren wieder draußen.
Zum Glück für uns alle, habe ich mich sofort an den Computer gesetzt und dieses tolle Forum gefunden :) . Hier und nur hier, wurden alle unsere Fragen beantwortet von Menschen die schon viel mitgemacht haben.
Sofort haben wir einen Termin bei Rahmouni ausgemacht und wurden dort super über die Korsett-Therapie aufgeklärt. Er hat auch ganz offen gesagt, daß natürlich auch die Einstellung zum Korsett eine positive sein muß. Ist wohl schwer, für ein knapp 17jähriges Mädchen hierzu eine positive Einstellung zu haben. Aber ein hat auch die möglichen Folgen erklärt und ihr die Entscheidung überlassen. Natürlich gab es viele Tränen (auch von uns Eltern) seit wir von der Skoliose wissen, aber irgendeinen Weg muß man gehen. Schließlich fiel die Entscheidung fürs Korsett, welches wir am 30.3. nun abholen. Dann fängt ein schwerer Weg an, aber wie bereits Toni so schön erklärt hat, es stärkt auch den .einzelnen und man lernt auch wieder die Dinge zu schätzen, vor allem, sich selbst.

Wir haben alle Angst vor dem Korsett, aber wir sind sicher, mit Rahmouni den richtigen Weg zu gehen und wir haben auch eine Physio-Therapeutin, die ganzheitlich therapiert und auch innerlich aufrichtet. In unserem Fall, die ganze Familie. Es ist wichtig, daß alle mit in die Therapie eingebunden werden und als starke Einheit hinter dem Betroffenen stehen.
Die Therapeutin meinte auch, daß unsere Tochter noch eine sehr weiche und formbare Wirbelsäule hat und wir es evtl. ohne Korsett versuchen sollten, aber können wir damit leben, wenn es sich dramatisch verschlechtert?? Wir können und wollen diese Verantwortung nicht tragen und fahren deshalb nun mehrgleisig, in der Hoffnung, das Richtige zu tun .

Heute gibt es so tolle Hilfen und auch dieses Forum und deshalb glaube ich, daß es keine traumatisierung mehr bedeutet, ein Korsett zu tragen. Die Zeit geht vorbei und die Aussicht, auf einen geraden Rücken gibt doch ungeahnte Kräfte.

Es wäre wünschenswert, wenn bei allen ,mit alternaiven Heilmethoden ein Erfolg zu erzielen wäre und ich weiß, daß auch bei uns noch viele Tränen fliessen werden, aber Korsettversorgung und die richtige Therapie ist glaube ich, der Weg zum Erfolg.

Grüße Brit
:juggle:
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Re: Alternative Heilmethoden

Beitrag von Toni »

Brit2308 hat geschrieben: Wir haben alle Angst vor dem Korsett, aber......
Bitte habt keine Angst!
Ein Korsett mach vielleicht ein paar unschöne Druckstellen, ist saumäßig unbequem und es knackt schlimmstenfalls mal ein Rippchen wenn man plötzlich explosiv husten oder niesen muss, aber ein Korsi bringt niemand um! :lach:
Nehmt und begreift das Corsi als das was es ist: Ein Heil- und Hilfsmittel, eine Chance und eine "Stütze" für Körper und Geist.
Verwandelt die Tränen in Lachen, freut euch über die Chance, die sooo Viele nicht erhalten und gebt Eurer Tochter Liebe, Zuversicht und Bewunderung, NIE Bedauern oder Mitleid! Seid STOLZ auf Eure Tochter und lasst sie das spüren! Lobt und belohnt sie für jede einzelne Minute, die sie das Ding aushält, aber setzt sie NIE unter Druck. Das tut schon das Korsett mehr als genügend!!!!
Die Jugendlichen, die eine Korsett-Therapie hinter sich bringen, werden in der regel ganz herausragend starke Persönlichkeiten, die anderen Jugendlichen der "only-fun/nullBock-Generation" geistig meilenweit überlegen sind!
Das wurde sogar bei einer sozialwissenschaftlichen Langzeitstudie der Univ. Lyon wissenschaftlich bestätigt und belegt, wonach Skoliose-Patienten wesentlich erfolgreicher im Leben sind, als der franz. Durchschnitt. Weniger Arbeitslos, weniger oft geschieden, höhere Lebenszufriedenheit usw....
Wer sich in der Jugend durch eine Korsett-Therapie durchgebissen hat, kann im Leben Alles schaffen!
Nehmt das Korsett positiv an.
Es ist zweifellos die STÄRKSTE WAFFE im Kampf gegen die Verkrümmung.
Viel Erfolg wünscht
Toni
(der durchaus weiß was es bedeutet, so ein Ding zu tragen!)
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Alternative Heilmethoden

Beitrag von Brit2308 »

Danke Toni,

so sehen wir es inzwischen auch. Wir nehmen es an und werden unserer Tochter all unsere Liebe und Kraft geben . Viele Gespräche führen und auch das "WARUM ICH?" immer wieder durchkauen und erklären, daß man aus einer Krankheit gestärkt hervor gehen kann und eben gerade für einen jungen Menschen ,dieser wie Du so treffend schreibst, " null-Bock-Generation" ist es sehr wichtig Ziele zu haben und diese, wenn auch in kleinen Schritten, zu erreichen. DER WEG IST DAS ZIEL. :ja:

Lieben Gruß
Brit
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Re: Alternative Heilmethoden

Beitrag von Toni »

Brit2308 hat geschrieben: Viele Gespräche führen und auch das "WARUM ICH?" immer wieder durchkauen und.......
GENAU DAS würde ich NICHT tun!
Es ist völlig müßig, unnötig und sinnlos, darauf eine vernünftige Antwort zu suchen.
Generationen von Skoliose-Eltern und Betroffenen zermartern sich darüber ohne jemals eine befriedigende Antwort zu finden den Kopf, bis er qualmt! :pedro:
Es gibt KEINE!
Weder medizinisch, diagnostisch, noch philosophisch, geschichtlich oder sonstwie gibt es eine Antwort auf diese Frage! Darum ist dieses Nachdenken sinnlos verschleudertes "Hirnschmalz" das man lieber in positive Dinge investiert hätte, die Freude und Zuversicht und zu "Blick nach vorne" verhelfen.
Dann könnte man sich auch solche müßigen Fragen stellen wie:
Warum habe Ich keinen Krebs?
Warum bin ich nicht in einer Millionärsvilla in Beverly Hills geboren?
Aber auch die Fragen:
Warum habe ich mit 17 NUR 30° und nicht mit 12 Jahren schon 80° Cobb?
Warum bin ich NICHT in einem Flüchtlingslager im Sudan geboren, wo arabische Reitermilizen und Polio und HIV und Hunger und Dürre grassieren?
Warum bin ich an Dr. Hoffmann und Rahmouni geraten, während tausende von Skoliosekinder auf dieser Welt NULL Chance bekommen und einfach tatenlos und ohen jede Therapie verkrümmen und verkrüppeln?

Wenn man darüber nachdenkt wird man entweder idiotisch oder apathisch. Also lasst die "idiophatische Skoliose" das was sie ist:
Ein großes Rätsel, eine mystische Kraft und ein unerklärliches Phänomen und eine "Spielart der Natur" die JEDES Wirbeltier treffen kann und existentieller Teil des lebens und des persönlichen Schicksals für das betroffene Wesen ist.
Wir Menschen haben aber die Gabe und Chance aus dieser unheimlichen und mystischen Kraft etwas Positives zu machen und menschliche Energieen wie Zuversicht und Ausdauer, Leidensfähigkeit und Liebe daraus als geistiges Kapital zu schlagen.
Konzentriert Euch auf das Jetzt und die Zukunft und (ver)dreht Euch nicht zurückt in der unsinnigen Frage "Warum?", Warum ich? oder besser "warum ich nicht?"....
Gruß Toni
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Re: Alternative Heilmethoden

Beitrag von BZebra »

Hallo Dorothy,
Dorothy hat geschrieben:ein Stück meiner Lebensfreude habe ich seit ich 11 war und in dieses Korsett gesteckt wurde, verloren [...] Wir haben uns alle 3 nicht getraut, Kinder zu bekommen, weil uns unsere eigene Kindheit noch so schlimm in Erinnerung ist (dabei wäre da schon so eine Sehnsucht dazu). Wir haben nie zuvor mit einem Menschen darüber gesprochen, weil selbst die Erinnerung körperliche Schmerzen, Übelkeit, Traurigkeit und Verzweiflung hochbringt. Der panze pure Horror kommt hoch.
Zunächst mal muss ich ganz klar sagen, dass - trotz dem ich selbst 5 Jahre lang ganztags ein Korsett getragen habe - ich in keiner Position bin, das was Du erlebt hast, nachzuempfinden; mitunter weil ich mein Korsett mit Deinem von damals sicherlich nicht vergleichen kann. Ich nehme mal an, es war ein Milwaukee-Korsett mit Halsteil und womöglich noch einen "Zahnspangen-Maulkorb" dazu. Ich hatte ein Rahmouni-Korsett http://www.rahmouni.de. Wenn Du Dir diese Korsette anschaust, wirst Du vielleicht selber sagen, dass Du aus Deiner Position damals heraus glücklich und froh gewesen wärest, wenn Du deines gegen ein solches Korsett eintauschen hättest können.
Dorothy hat geschrieben:Sie schreiben von einem Behindertenausweis. Ja, man wird künstlich zum Behinderten gemacht mit allem was dazu gehört. :nein:
Der Behindertenausweis (bei Korsettträgern 50% und nur begrenzt auf die Jahre, in denen das Korsett getragen wird) ist ja nur für die Steuer der Eltern von Vorteil. Ansonsten gibt man doch nirgendwo an, daß man einen Behindertenausweiß hat. Nur eben dort, wo man das gerne möchte und man davon Vorteile hat.

Die Bilder unten zeigen, wie man auf dem alternativen und natürlichen Wege dann zum Behinderten wird. Fragt sich was besser ist. Die temporäre 50%ige künstliche Behinderung oder ein Behinderung fürs ganze Leben.
Dorothy hat geschrieben:Mein letzter Freund hätte auch in ein Korsett gesperrt werden sollen, er hat sich aber einfach geweigert. Ich bewundere ihn heute noch immer dafür, aber er war eben ein rebellisches Kind und ich leider ein angepasstes.
Weder das eine noch das andere ist ein sinnvoller Weg. Was ein "rebellisches Kind", weches sich gegen jede Behandlung wehrt, im schlimmsten Falle erwartet, siehst Du unten. Ein Kind oder Teenager der sich nichtfragend und nicht denkend gegenüber dem Willen anderer beugt, macht sich das Leben auch unnötig schwer.

Beide Fälle haben eines gemeinsam. Weder im einen noch im anderen hat der Betroffene verstanden, um was es geht. Wenn man den Sinn des ganzen versteht und diese Behandlung auch möchte und selbst dahinter steht, dann ist man dabei weder traurig noch wird man wegen einer solchen Sache in der Schule ausgegrenzt, weil man es seinen Schulkameraden erklären kann.
Ein großer Teil der Reaktionen anderer resultiert nur aus den Reaktionen des Betroffenen selbst. Und so wirst Du auch ehemalige Milwaukee-Korsett-Träger finden, die das hervorragend gemeistert haben und heute froh darüber sind, wie es gelaufen ist. Was immer "komisch Aussehendes" vielleicht noch an der Sache übrig bleibt, lacht man selbst darüber, gibt es nichts mehr, über das andere noch lachen könnten.
Dorothy hat geschrieben:Das Korsett hat mir keine Heilung gebracht, Rolfing und ähnliche Therapien haben meine Wirbelsäule fast gerade gemacht (und das als Erwachsene). Als Kind hat man noch viel tollere Heilmöglichkeiten. Es ist für mich extrem schockierend, wie viele Orthopäden solche Qualen einem Kind antun, wenn es bereits Alternativen gibt (von denen die meisten Orthopäden aber keine Ahnung haben). Möglichkeiten finden Sie durch Rolfing, Wirbelsäulenbegradigung (www.i-ntp.de), Chranio-sakral Therapie und andere. Die genannten Methoden haben meine Wirbelsäule fast gerade gemacht, bei Kindern funktioniert es noch leichter und schneller.
Das ist ein Trugschluss. Definiere Heilung! Rolfing wird keine progrediente Skoliose aufhalten. Ein Patient mit progredienter Skoliose wird mit Rolfing und co. dort landen, wo die Patienten auf den angehängten Bilder gelandet sind, bzw. alternativ dann eben bei einer Operation.

Wenn Du Deine eigenen Korrekturergebnisse durch das Rolfing in Form von Röntgenbildern überprüfst, wirst Du feststellen, daß diese nämlich in Realität gar nicht da sind. Das Körpergefühl und das eigene Auge können sehr trügerisch sein, wenn man etwas will.

Keine der genannten Therapien hat auch nur irgendeine Aussicht darauf, eine Skoliose bedeutend zu korrigieren, geschweige denn zu heilen. Selbst effektivere Methoden wie Schroth oder Vojta können dies nur sehr selten bei ganz kleinen Skoliosen im Wachstum. Die einzige Therapiemethode mit begrenzter Zeit, die auch in Fällen leichter bis mittelstarker Skoliosen dauerhaft noch so stark korrigieren kann, daß diese vom Ausmaß her dann nicht mehr zu den Skoliosen zählen, ist die Korsett-Therapie. Operation kann die Wirbelsäule auch begradigen und das bei noch viel stärkeren Skoliosen, wo es dann auch das Mittel der Wahl ist, stellt aber eine andauernde Therapie dar, sprich das Implantat bleibt drin, es ist irreversibel.

Ich selbst war sehr froh, daß ich mit 58 Grad damals noch die Möglichkeit bekommen habe, mit einem Korsett um eine OP (Harrington) herum zu kommen. Ich habe mein Korsett deshalb auch gerne getragen und es gab auch nichts, auf was ich wegen meines Korsetts hätte verzichten müssen. Auch von besonders schlimmen Schmerzen, die über das Maß hinausgegangen wären, was man z.B. beim Training erreicht, kann ich nicht berichten. Bloß eng anliegenden Klamotten konnte ich nicht tragen, aber diesbezüglich kann man sich ja wohl schlecht selbst bemitleiden, wenn das nur wegen eines Korsettes der Fall ist, während anderere solche Kleidung allein schon wegen ihrer Figur nicht tragen können.
Dorothy hat geschrieben:Vielleicht hilft es Ihnen, sich dazu aufzuraffen, wenn Sie sich versuchsweise nur ein wenig das Korsett Ihres Kindes in irgendeiner Weise nahe an den Körper bringen oder sich sogar ein wenig hineinzwängen und sich die Qualen vorstellen.
Ich kann mir ja selbst als Ex-Korsett-Trägerin deine Qualen nicht vorstellen. Versteh mich nicht falsch, ich glaube Dir, dass es mit Deinem damaligen Korsett eine Qual für Dich war, sowohl körperlich bedingt als auch durch Deine Einstellung zum Korsett, aber mit den heutigen guten Korsetten hat das nichts zu tun. :nein:

Bis auf Fälle mit großen und rigiden Skoliosen, die schon in der OP-Indikation liegen und die eine Korsett-Therapie aber auch aus eigenem Willen machen, kann ich Probleme mit heutigen (guten!) Korsetten nur auf schlechte Aufklärung, vielleicht auch mangelnde Intelligenz, in wenigen Fällen möglicherweise ein Kleidungsproblem bedingt durch Geldmangel zurückführen.

Im Großen und Ganzen bleibt es aber eine bloße Einstellungs- und Erziehungssache und in vielen Fällen ist es einfach nur Hysterie, sich über irgendeine Korsettkante aufzuregen, die sich auf einem T-Shirt abzeichnet und keinem Menschen außer einem selbst auffällt oder in eine Depression zu verfallen, weil man nicht bauchfrei herumlaufen kann.

Pubertät hin oder her, sie ist keine Entschuldigung dafür sein Gehirn abzuschalten und in jeder anderen alltäglichen Situation würde man das als Elternteil von seinem Kind auch nicht akzeptieren.

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Beitrag von Ulli »

Hallo Dorothy,

ich kann deine Meinung sehr gut nachvollziehen. Ich hatte als Kind ein Korsett - vor über 20 Jahren. Es war die reine Folter! Ich habe mit 15 mein Korsett ausgezogen und die Skoliose verdrängt. Ich hatte sie echt schon vergessen! Bis zu dem Tag, als bei meiner Tochter Skoliose festgestellt wurde. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich schwor mir, ihr das NIEMALS anzutun. Nach 2 monatigem Heulen wusste ich aber, dass es keine Alternativen gibt. Ich wollte doch das Beste für meine Tochter - in diesem Falle eben einen geraden Rücken. Mir brach es das Herz, als ich ihr das erste Mal das Korsett anzog. In mir kam meine Kindheit, die ich jahrelang erfolgreich verdrängt hatte, beinhart wieder hoch!

Aber meine Tochter hat bis heute kein Problem mit dem Korsett! Ich mittlerweile auch nicht! Ich bin sogar am Überlegen, ob ich miŕ für die Nacht eines machen lasse! Sie hat mir gezeigt, dass es nicht schlimm ist, so ein Ding zu tragen!!!

Klar würde ich es ihr lieber ersparen! Doch würde ich es nicht durch alternative Methoden ersetzen und den Erfolg vielleicht zunichte machen, sonder diese Methoden ergänzend einsetzen!!

lg
Ulli
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Beitrag von Ulli »

Ich war gestern beim Röntgen. Nun dachte ich mir, ich werde dieses Rolfing einfach mal ausprobieren. Bei mir läuft ja die Zeit nicht davon. Adressen in Wien hab ich schon einige gefunden. Nun werde ich dort mal anrufen, mich erkundigen und einen Termin machen. Bin gespannt, ob da was rauskommt.
lg
ulli
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