Skoliose und Psyche
Hallo,
ich möchte mich hier einfach mal einklinken, weil es um die Psyche geht. Weiss irgendjemand um psychosomatische Zusammenhänge bei der Skolioseerkrankung? Gibt es da so etwas wie "typische Charaktereigenschaften" oder "Systemische Auffälligkeiten" in der Familiengeschichte, besondere Themen (z.B. "Warum muss ich mich verbiegen/krumm machen?") o.ä.? Ich frage deshalb, weil wir für unsere Tochter auf allen Ebenen schauen möchten.
Gruss von loewin16
ich möchte mich hier einfach mal einklinken, weil es um die Psyche geht. Weiss irgendjemand um psychosomatische Zusammenhänge bei der Skolioseerkrankung? Gibt es da so etwas wie "typische Charaktereigenschaften" oder "Systemische Auffälligkeiten" in der Familiengeschichte, besondere Themen (z.B. "Warum muss ich mich verbiegen/krumm machen?") o.ä.? Ich frage deshalb, weil wir für unsere Tochter auf allen Ebenen schauen möchten.
Gruss von loewin16
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Dr. Steffan
- Arzt / Ärztin

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- Registriert: Fr, 24.05.2002 - 14:57
- Geschlecht: männlich
Kompliziertes Thema: Bewiesen ist dahingehend noch nichts. Mir ist aber aufgefallen, daß meine Skoliosepatientinnen fast alle sehr groß, schlank und intelligent sind. Die meisten haben auch ein gutes Durchsetzungsvermögen. Allerdings erst wenn die Skoliose schon ein paar Jahre bekannt ist. Kurz nach der 1. Diagnose sind sie eher in sich gekehrt. Ich glaube jedoch das diese Wesenszüge eher durch die Skoliose kommen und nicht umgekehrt.
Dr. Steffan
Dr. Steffan
Dr. K. Steffan
Hallo Zusammen,
ich weiß jetzt gar nicht, wen von Euch ich ansprechen soll, denn Ihr alle sprecht meine Gedanken und Gefühle aus. Ich bin 33 Jahre, stehe kurz vor der 34. Die Skoliose wurde entdeckt da war ich 10 Jahre. Ich bekam ein Korsett und KG. Allerdings wurde das Ganze nicht so sehr ernsthaft betrieben und durchgeführt. Mit 13 bekam ich mein nächstes Korsett, aus dem alten war ich rausgewachsen. Meine Krankengymnastin wies mich ernsthaft auf schlimme bleibende Schäden hin, wenn ich das Ganze nicht ein wenig ernster nehmen würde. Irgendwann war ich dann 14, und seid mal ehrlich, mit 14 gibt es wichtigere Dinge als diese Skoliose. Die ersten "süßen" Jungs, das erste Mal in der Disko. Da trägt man doch kein Korsett, und KG nervt doch echt an. Meine Mutter hat einen entscheidenden Satz zu mir gesagt, den ich wohl nie vergessen werde: "Mach was Du willst, aber komm später nicht zu mir und mach mir Vorwürfe". Ist das toll? Und das Beste daran ist, dass meine Mutter selbst eine schlimme Skoliose hat. Ich will nicht die ganze Schuld auf meine Mutter schieben, aber eines weiß ich, wenn ich jetzt ein Kind mit Skoliose hätte, ich würde jede frei Minute darauf verwenden, dass alles in Ordnung kommt. Heute vergeht kein Tag, an dem ich micht nicht mit der Skoliose beschäftige. Ich schäme und verstecke mich, ich hasse meinen Rücken. Ich würde alles dafür tun, wenn ich ihn "schön" machen könnte. Also habe ich mich auf die OP-Warteliste in Bad Wildungen setzen lassen. Aber wie ich mittlerweile verstanden habe, geht das Buckelchen dadurch nicht so einfach weg, es wäre noch eine zweite kosmetische OP notwendig. Es macht mir großen Mut, wenn ich lese, wie andere mit ihrem Rücken zurecht kommen, und dann denke ich, das schaffst Du auch. Aber wenn ich dann vor dem Spiegel stehe, bekomme ich sofort die Kriese. Und täglich die ständige Frage: warum ich. Aber es ist ein riesiger Trost, dass es außer mir noch andere gibt. Ehrlich gesagt habe ich noch nie jemanden mit Skoliose getroffen. Ich habe immer gedacht, ich bin die Einzige. Diese ganzen Mails zu diesem Thema sind einfach nur toll, und ich hoffe, dass man sich noch mehr darüber austauschen kann. Ich komme übrigens aus Hagen, sollte jemand aus der näheren Umgebung kommen, fände ich es prima, wenn man sich auch mal persönlich über dieses Thema unterhalten könnte.
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Silvia
ich weiß jetzt gar nicht, wen von Euch ich ansprechen soll, denn Ihr alle sprecht meine Gedanken und Gefühle aus. Ich bin 33 Jahre, stehe kurz vor der 34. Die Skoliose wurde entdeckt da war ich 10 Jahre. Ich bekam ein Korsett und KG. Allerdings wurde das Ganze nicht so sehr ernsthaft betrieben und durchgeführt. Mit 13 bekam ich mein nächstes Korsett, aus dem alten war ich rausgewachsen. Meine Krankengymnastin wies mich ernsthaft auf schlimme bleibende Schäden hin, wenn ich das Ganze nicht ein wenig ernster nehmen würde. Irgendwann war ich dann 14, und seid mal ehrlich, mit 14 gibt es wichtigere Dinge als diese Skoliose. Die ersten "süßen" Jungs, das erste Mal in der Disko. Da trägt man doch kein Korsett, und KG nervt doch echt an. Meine Mutter hat einen entscheidenden Satz zu mir gesagt, den ich wohl nie vergessen werde: "Mach was Du willst, aber komm später nicht zu mir und mach mir Vorwürfe". Ist das toll? Und das Beste daran ist, dass meine Mutter selbst eine schlimme Skoliose hat. Ich will nicht die ganze Schuld auf meine Mutter schieben, aber eines weiß ich, wenn ich jetzt ein Kind mit Skoliose hätte, ich würde jede frei Minute darauf verwenden, dass alles in Ordnung kommt. Heute vergeht kein Tag, an dem ich micht nicht mit der Skoliose beschäftige. Ich schäme und verstecke mich, ich hasse meinen Rücken. Ich würde alles dafür tun, wenn ich ihn "schön" machen könnte. Also habe ich mich auf die OP-Warteliste in Bad Wildungen setzen lassen. Aber wie ich mittlerweile verstanden habe, geht das Buckelchen dadurch nicht so einfach weg, es wäre noch eine zweite kosmetische OP notwendig. Es macht mir großen Mut, wenn ich lese, wie andere mit ihrem Rücken zurecht kommen, und dann denke ich, das schaffst Du auch. Aber wenn ich dann vor dem Spiegel stehe, bekomme ich sofort die Kriese. Und täglich die ständige Frage: warum ich. Aber es ist ein riesiger Trost, dass es außer mir noch andere gibt. Ehrlich gesagt habe ich noch nie jemanden mit Skoliose getroffen. Ich habe immer gedacht, ich bin die Einzige. Diese ganzen Mails zu diesem Thema sind einfach nur toll, und ich hoffe, dass man sich noch mehr darüber austauschen kann. Ich komme übrigens aus Hagen, sollte jemand aus der näheren Umgebung kommen, fände ich es prima, wenn man sich auch mal persönlich über dieses Thema unterhalten könnte.
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Silvia
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Faultier B.
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- Beiträge: 208
- Registriert: Mo, 29.07.2002 - 00:00
- Geschlecht: weiblich
- Wohnort: Rheinhessen
Hallo Silvia,
bin genauso alt wie Du. Nur mit dem Unterschied, dass ich eigentlich während meiner Wachstumsphase überhaupt keine Behandlung erfahren habe, sozusagen eine Skoliose in ihrem natürlichen Verlauf. Toll, gell? Ich dachte auch lange, ich wäre die Einzige auf der Welt mit so einem fürchterlichen Rücken, war total naiv und uninformiert. Genauso wie meine Eltern, deren 4. Kind halt einfach so krumm und buckelig da gesessen hat: da kann man wohl nix mehr machen, was kann da ein Arzt jetzt noch ausrichten... ! Unser Super-Familienhausarzt hatte richtig diagnostiziert, aber ansonsten n i c h t reagiert, also keine KG oder irgendwas sonst vorgeschlagen! Als meine Mutter Jahre später dann das erste Mal mein Röntgenbild gesehen hat, war sie schockiert und hatte glaube ich ein ziehmlich schlechtes Gewissen wegen mir. Da ich das aber auch nicht will, habe ich meinen Eltern mittlerweile innerlich verziehen. Ich finde es toll (und bin auch etwas neidisch) hier im Forum zu lesen, wie andere Eltern heutzutags Himmel und Hölle für ihre Kinder in Bewegung setzen, um ihnen eine richtige Behandlung zu ermöglichen.
Wenn Du noch nie jemand anderes mit Skoliose getroffen hast, mach doch erst mal eine Reha in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen (bevor Du Dich operieren lässt).
Ist es Dir eventuell möglich zum Forumstreffen im März zu kommen ? Dort kannst Du genügend Leute mit den selben Sorgen und Problemen kennenlernen.
Vielleicht bis dann ?
Liebe Grüße
Beate
bin genauso alt wie Du. Nur mit dem Unterschied, dass ich eigentlich während meiner Wachstumsphase überhaupt keine Behandlung erfahren habe, sozusagen eine Skoliose in ihrem natürlichen Verlauf. Toll, gell? Ich dachte auch lange, ich wäre die Einzige auf der Welt mit so einem fürchterlichen Rücken, war total naiv und uninformiert. Genauso wie meine Eltern, deren 4. Kind halt einfach so krumm und buckelig da gesessen hat: da kann man wohl nix mehr machen, was kann da ein Arzt jetzt noch ausrichten... ! Unser Super-Familienhausarzt hatte richtig diagnostiziert, aber ansonsten n i c h t reagiert, also keine KG oder irgendwas sonst vorgeschlagen! Als meine Mutter Jahre später dann das erste Mal mein Röntgenbild gesehen hat, war sie schockiert und hatte glaube ich ein ziehmlich schlechtes Gewissen wegen mir. Da ich das aber auch nicht will, habe ich meinen Eltern mittlerweile innerlich verziehen. Ich finde es toll (und bin auch etwas neidisch) hier im Forum zu lesen, wie andere Eltern heutzutags Himmel und Hölle für ihre Kinder in Bewegung setzen, um ihnen eine richtige Behandlung zu ermöglichen.
Wenn Du noch nie jemand anderes mit Skoliose getroffen hast, mach doch erst mal eine Reha in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen (bevor Du Dich operieren lässt).
Ist es Dir eventuell möglich zum Forumstreffen im März zu kommen ? Dort kannst Du genügend Leute mit den selben Sorgen und Problemen kennenlernen.
Vielleicht bis dann ?
Liebe Grüße
Beate
Das würde ich auch sagen. Mit Deinen 45°, Du wirst dort sehen wie wenig das in wirklichkeit ist.Gepostet von Beate
Wenn Du noch nie jemand anderes mit Skoliose getroffen hast, mach doch erst mal eine Reha in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen (bevor Du Dich operieren lässt).
Ich habe dort noch nie jemanden kennen geleernt, der sich nach einer Reha dort mit so wenig Verkrümmung noch operieren lassen wollte
LG,
BZebra
Hallo Beate,
dieses Forumtreffen im März hört sich interessant an. Kannst du mir mehr darüber erzählen, d.h. wann genau findet es wo statt und was passiert da so?
Ich habe mittlerweile gemerkt, dass der Austausch über dieses Thema sehr wichtig ist. Man erfährt sehr viele nützliche Dinge wie z. B. über gute Ärzte und Kliniken, aber vor allem tut es sehr gut, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und sogar von ihnen zu lernen.
Ich habe mir aufgrund der Empfehlungen im April einen Termin in Neustadt geholt und werde auch in der Uniklinik in Münster anrufen, die ist ja gleich um die Ecke. Sehr wahrscheinlich werde ich auch den Dr. Hoffmann anrufen. Bis Stuttgart ist es zwar ganz schön weit, aber das ist mir eigentlich egal, hauptsache, ich erfahre etwas Nützliches.
Ich freue mich über jeden Austausch und guten Hinweis.
Liebe Grüße
_______________________________
Silvia
dieses Forumtreffen im März hört sich interessant an. Kannst du mir mehr darüber erzählen, d.h. wann genau findet es wo statt und was passiert da so?
Ich habe mittlerweile gemerkt, dass der Austausch über dieses Thema sehr wichtig ist. Man erfährt sehr viele nützliche Dinge wie z. B. über gute Ärzte und Kliniken, aber vor allem tut es sehr gut, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und sogar von ihnen zu lernen.
Ich habe mir aufgrund der Empfehlungen im April einen Termin in Neustadt geholt und werde auch in der Uniklinik in Münster anrufen, die ist ja gleich um die Ecke. Sehr wahrscheinlich werde ich auch den Dr. Hoffmann anrufen. Bis Stuttgart ist es zwar ganz schön weit, aber das ist mir eigentlich egal, hauptsache, ich erfahre etwas Nützliches.
Ich freue mich über jeden Austausch und guten Hinweis.
Liebe Grüße
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Silvia
- sloopy
- Seiten-Eigentümerin

- Beiträge: 6123
- Registriert: Do, 01.11.2001 - 10:17
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: idiopathische thorakolumbal Skoliose
01/2010 thorakal 48°
09/2010 im Korsett 21°
08/2011 72h ohne Korsett ~37° - Therapie: Schroth-KG, 7 Rehas in Bad Sobernheim (91,92,93,95,97,'03,'10)
Rahmouni-Korsett 2002-2004
CCtec-Korsett 2010-2013 - Wohnort: Eifel
- Kontaktdaten:
Liebe Silvi,Gepostet von Silvi
dieses Forumtreffen im März hört sich interessant an. Kannst du mir mehr darüber erzählen, d.h. wann genau findet es wo statt und was passiert da so?
das Forumstreffen findet am Samstag/Sonntag 22./23. März in Bad Salzungen statt. Weitere Informationen findest du im Bereich
Grüße & Sonstiges.
Lieben Gruß, sloopy
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" Jede Minute, die man sich ärgert, kostet einen sechzig Sekunden des Glücks "
Hallo !
Ich habe es endlich geschafft, mich hier mal ordentlich einzuloggen.
Ich lese gerade ein Buch von Gabriele Strehle, einer ganz wunderbaren Modedesignerin. Gestern habe ich dort eine Stelle gefunden, die uns Psychogeplagte vielleicht ein bisschen aufmuntert:
"Wirklich sinnlich wirkt meine Mode erst, wenn ein Körper drinsteckt mit all seinen vermeintlichen Mängeln...Denn nur das Einmalige besitzt Ausstrahlung. 'Alles Schöne ist schief', hat Günter Grass gesagt. Er hat Recht. Die kleine Narbe macht bewusst, wie makellos die Haut drum herum ist, die markante Nase betont das Zarte eines Gesichts. Und das nicht Symmetrische, nicht Ebenmäßige ist es, an dem sich der Blick verhakt. Ist alles nur glatt, dann gleitet er ab."
Perfektion ist langweilig, finde ich auch. Und letztlich bleibt einem sowieso nichts übrig, als seinen Körper mit allen Vorzügen und Mängeln zu akzeptieren. Dennoch, leicht ist es nicht. Gestern etwa, um nur drei Beispiele zu nennen:
1. Bin wieder mal sehr erschrocken, als ich in der Umkleidekabine meinen schiefen Rücken im Spiegel gesehen habe. Habe mir sofort meine Zukunft als weiblicher Quasimodo ausgemalt. War deprimiert. Habe den Pulli nicht gekauft.
2. Ein Kollege gratuliert mir zu etwas und streicht mir dabei spontan über den Rücken. Ich verkrampfe innerlich total. Mein Rücken ist Tabuzone.
3. Eine Bekannte lädt mich zu einem Besuch im neuen Erlebnisbad ein. Ich sage unter einem Vorwand ab.
Ganz schön bescheuert, ich weiss.
Liebe Grüße,
Ihr seid nicht allein!
Sylvie
Ich habe es endlich geschafft, mich hier mal ordentlich einzuloggen.
Ich lese gerade ein Buch von Gabriele Strehle, einer ganz wunderbaren Modedesignerin. Gestern habe ich dort eine Stelle gefunden, die uns Psychogeplagte vielleicht ein bisschen aufmuntert:
"Wirklich sinnlich wirkt meine Mode erst, wenn ein Körper drinsteckt mit all seinen vermeintlichen Mängeln...Denn nur das Einmalige besitzt Ausstrahlung. 'Alles Schöne ist schief', hat Günter Grass gesagt. Er hat Recht. Die kleine Narbe macht bewusst, wie makellos die Haut drum herum ist, die markante Nase betont das Zarte eines Gesichts. Und das nicht Symmetrische, nicht Ebenmäßige ist es, an dem sich der Blick verhakt. Ist alles nur glatt, dann gleitet er ab."
Perfektion ist langweilig, finde ich auch. Und letztlich bleibt einem sowieso nichts übrig, als seinen Körper mit allen Vorzügen und Mängeln zu akzeptieren. Dennoch, leicht ist es nicht. Gestern etwa, um nur drei Beispiele zu nennen:
1. Bin wieder mal sehr erschrocken, als ich in der Umkleidekabine meinen schiefen Rücken im Spiegel gesehen habe. Habe mir sofort meine Zukunft als weiblicher Quasimodo ausgemalt. War deprimiert. Habe den Pulli nicht gekauft.
2. Ein Kollege gratuliert mir zu etwas und streicht mir dabei spontan über den Rücken. Ich verkrampfe innerlich total. Mein Rücken ist Tabuzone.
3. Eine Bekannte lädt mich zu einem Besuch im neuen Erlebnisbad ein. Ich sage unter einem Vorwand ab.
Ganz schön bescheuert, ich weiss.
Liebe Grüße,
Ihr seid nicht allein!
Sylvie
- bluecat
- Profi

- Beiträge: 1263
- Registriert: Fr, 13.12.2002 - 00:00
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: Double Major Skoliose LWS 51°, BWS 57° in 2007
2013 BWS+LWS 57°
Gleitwirbel L2/L3 - Therapie: Korsett als Jugendliche (erst CBW Korsett, dann Cheneau von Sanomed)
Korsett als Erwachsene (´03 -´07 Rahmouni,
seit 7/11 cctec),
Rehas 96, 02, 06, 09, 12, 15; KG, OP Empfehlung - Wohnort: Hessen
Hallo,
das Verkrampfen wenn einem jemand über den Rücken streicht kenne ich auch. Man fühlt sich irgendwie als wäre man bei irgendetwas ertappt worden.
Mal was anderes; ich glaube durch meinen schiefen Rücken habe ich Angst Beziehungen einzugehen. Es ist immer der Hintergedanke da, dass sobald der Rücken zum Vorschein kommt, man abstoßend gefunden wird, wo doch heute alles so perfekt zu sein hat. Und diese Angst fallen gelassen zu werden hält mich davon ab mich jemandem dauerhaft richtig anzuvertrauen.
Ich wollte das über die Jahre hinweg nicht wahrhaben, aber mittlerweile sehe ich das anders. Meine Muter sagt immer ich habe Komplexe. Ich finde die Komplexe kommen vom Rücken. Aber ich kann mit ihr und auch mit keinem anderen darüber reden, ich weiß nicht wieso.
Sicher wer mich will soll mich so nehmen wie ich bin, und ich will mich auch nicht für jemanden verstellen um es jeden Recht zu machen. Aber die Angst davor die ist immer da, und manchmal kann das einen richtig fertig machen, weil man sieht, dass man sich selbst einiges versperrt.
Ich habe lange überlegt das hier reinzuschreiben, weil ich es seltsam finde das zu tun, aber ich glaube ich bin jetzt um einiges erleichtert.
lg
Martina
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Martina
das Verkrampfen wenn einem jemand über den Rücken streicht kenne ich auch. Man fühlt sich irgendwie als wäre man bei irgendetwas ertappt worden.
Mal was anderes; ich glaube durch meinen schiefen Rücken habe ich Angst Beziehungen einzugehen. Es ist immer der Hintergedanke da, dass sobald der Rücken zum Vorschein kommt, man abstoßend gefunden wird, wo doch heute alles so perfekt zu sein hat. Und diese Angst fallen gelassen zu werden hält mich davon ab mich jemandem dauerhaft richtig anzuvertrauen.
Ich wollte das über die Jahre hinweg nicht wahrhaben, aber mittlerweile sehe ich das anders. Meine Muter sagt immer ich habe Komplexe. Ich finde die Komplexe kommen vom Rücken. Aber ich kann mit ihr und auch mit keinem anderen darüber reden, ich weiß nicht wieso.
Sicher wer mich will soll mich so nehmen wie ich bin, und ich will mich auch nicht für jemanden verstellen um es jeden Recht zu machen. Aber die Angst davor die ist immer da, und manchmal kann das einen richtig fertig machen, weil man sieht, dass man sich selbst einiges versperrt.
Ich habe lange überlegt das hier reinzuschreiben, weil ich es seltsam finde das zu tun, aber ich glaube ich bin jetzt um einiges erleichtert.
lg
Martina
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Martina
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Dr. Steffan
- Arzt / Ärztin

- Beiträge: 1464
- Registriert: Fr, 24.05.2002 - 14:57
- Geschlecht: männlich
Hi Sylvie,
kann Dein Umkleideerlebnis nur bestätigen. Wenn ich mal eine Kabine erwische, die zwei Spiegel hat, so dass man sich von hinten sehen kann, probiere ist das immer sofort aus. Jedesmal mache ich das, und jedesmal bin ich geschockt, wie hässlich ich von hinten aussehe. Warum tun wir uns das immer wieder an? Sind wir sadistisch? Oder ist das die - nltürlich völlig schwachsinnige - Hoffnung, es könnte besser geworden sein? Quasi Modo, das trifft es auf den Punkt. Und wer weiß, wie schön das noch wird, wenn wir älter werden und aufgrund dessen schon krummer buckeliger werden. Sind das nicht schöne Aussichten auf die Zukunft?
Nichts geschieht ohne den Gedanken an die Skoliose. Was ziehe ich an, wie bücke ich mich. Auch ich werde zu einem kerzengeraden, völlig versteiften Stock, wenn mich jemand an den Rücken fasst. Selbst wenn mein Freund mich anfasst, richte ich mich auf und zucke zurück. Das ist schon reine Routine, es passiert ohne nachzudenken. Er sagt zwar immer, ihn würde mein Rücken nicht stören, aber manchmal glaube ich das nicht. Wenn ich meine Rücken im Spiegel voller Abscheu betrachte, dann bin ich mir sicher, ich würde es bei meinem Partner ekelig finden, wenn er so was hätte. Aber vielleicht bin ich auch nur so pingelig, weil ich es bin, die so verkrüppelt ist. Vielleicht hätte ich umgekehrt doch eher Verständnis und keine Abscheu. Deshalb sollte man seinem Partner versuchen zu vertrauen, wenn er sagt, es stört ihn nicht. Manchmal ist es auch wirklich praktisch Vertrauen zu haben, nämlich dann, wenn mich mein Rücken schmerzmäßig umbringt und er mittlerweile genau weiß, wo er massieren muß, um mir Linderung zu verschaffen.
Tatsache ist, ich bin 33, und die nächsten 30, 40 oder noch mehr Jahre wird mich diese Skoliose verfolgen. Niemand, der nicht betroffen ist, wird das auch nur in geringster Weise verstehen können. Ist es nicht so?
Es grüßt Euch
_______________________________
Silvia
kann Dein Umkleideerlebnis nur bestätigen. Wenn ich mal eine Kabine erwische, die zwei Spiegel hat, so dass man sich von hinten sehen kann, probiere ist das immer sofort aus. Jedesmal mache ich das, und jedesmal bin ich geschockt, wie hässlich ich von hinten aussehe. Warum tun wir uns das immer wieder an? Sind wir sadistisch? Oder ist das die - nltürlich völlig schwachsinnige - Hoffnung, es könnte besser geworden sein? Quasi Modo, das trifft es auf den Punkt. Und wer weiß, wie schön das noch wird, wenn wir älter werden und aufgrund dessen schon krummer buckeliger werden. Sind das nicht schöne Aussichten auf die Zukunft?
Nichts geschieht ohne den Gedanken an die Skoliose. Was ziehe ich an, wie bücke ich mich. Auch ich werde zu einem kerzengeraden, völlig versteiften Stock, wenn mich jemand an den Rücken fasst. Selbst wenn mein Freund mich anfasst, richte ich mich auf und zucke zurück. Das ist schon reine Routine, es passiert ohne nachzudenken. Er sagt zwar immer, ihn würde mein Rücken nicht stören, aber manchmal glaube ich das nicht. Wenn ich meine Rücken im Spiegel voller Abscheu betrachte, dann bin ich mir sicher, ich würde es bei meinem Partner ekelig finden, wenn er so was hätte. Aber vielleicht bin ich auch nur so pingelig, weil ich es bin, die so verkrüppelt ist. Vielleicht hätte ich umgekehrt doch eher Verständnis und keine Abscheu. Deshalb sollte man seinem Partner versuchen zu vertrauen, wenn er sagt, es stört ihn nicht. Manchmal ist es auch wirklich praktisch Vertrauen zu haben, nämlich dann, wenn mich mein Rücken schmerzmäßig umbringt und er mittlerweile genau weiß, wo er massieren muß, um mir Linderung zu verschaffen.
Tatsache ist, ich bin 33, und die nächsten 30, 40 oder noch mehr Jahre wird mich diese Skoliose verfolgen. Niemand, der nicht betroffen ist, wird das auch nur in geringster Weise verstehen können. Ist es nicht so?
Es grüßt Euch
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Silvia
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Faultier B.
- aktives Mitglied

- Beiträge: 208
- Registriert: Mo, 29.07.2002 - 00:00
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- Wohnort: Rheinhessen
Ich kenne all diese furchtbaren Gedanken und habe es oft genauso empfunden, aber inzwischen habe ich gelernt (nicht immer, aber immer öfter) diese negativen Gedanken über meine Skoliose einfach nicht mehr so an mich ranzulassen bzw. es einfach so zu akzeptieren, wie es ist. Ich habe keine Lust mehr, mich deswegen selber fertig zu machen. Durch die Skoliose kann man, so blöd es sich anhört, ja auch positive Erfahrungen haben, z. B. weil man mehr für seinen Körper tut. Trotz täglicher Schmerzen bin ich z. B. weniger krank (arbeitsunfähig) als so mancher gesunde Arbeitskollege, habe mehr Kondition wg. Sport und habe ein größeres Durchhaltevermögen (sowohl physisch als auch psychisch) als viele andere Gesunde.
Silvia,
Du darfst NIEMALS wieder von Dir selbst sagen, dass Du "verkrüppelt" bist ! Du solltest es nicht mal denken !
Beate
P.S. Irgendwie seid ihr etwas verwirrend: Silvie, Silvia und Silvi ...
Silvia,
Du darfst NIEMALS wieder von Dir selbst sagen, dass Du "verkrüppelt" bist ! Du solltest es nicht mal denken !
Beate
P.S. Irgendwie seid ihr etwas verwirrend: Silvie, Silvia und Silvi ...
Hallo an alle!
(Jaja, etwas verwirrend mit den Namen, aber ich bin SYLVIE (26) mit y, nicht Silvi mit i (deren vollständiger Name Silvia ist, wenn ich es richtig verstanden habe).))
Das Thema Skoliose und Beziehungen ist ein ziemliches kompliziertes und heikles, und wir alle haben da wohl unsere ganz eigenen, persönlichen Erfahrungen.
Ich habe gelernt: Je offener und unkomplizierter man selbst damit umgeht, umso weniger problematisch ist es auch für den Partner. Es ist doch wie immer: Die einen finden sich zu dick, die anderen zu dünn, die einen hassen ihre Oberschenkel oder sonst irgend etwas... und in Wirklichkeit ist das doch ganz wurscht. Wenn es eine echte, ernstzunehmende und gute Beziehung ist.
Ich weiss sehr gut, dass nicht DIE ANDEREN das Problem sind ("Na und, das stört mich nicht") sondern ICH bin das Problem ("Aber mich stört es!"). Etwas wissen und dann auch danach leben, das sind zwei Paar Schuhe. Der alte Streit zwischen Verstand und Gefühl. Ich habe immer noch verdammt viele Probleme mit meiner Skoliose. Mein kaputtes Körpergefühl zum Beispiel. Es ist eigentlich ein ständiger Kampf. Manchmal gewinne ich, und manchmal (noch viel zu oft) siegen meine Komplexe. Ich habe das feste Ziel, immer öfter zu gewinnen! Und ich sehe ja in diesem Forum, dass es die anderen auch schaffen (Hut ab, ich bewundere Euch!), warum dann nicht auch ich irgendwann?
Wie immer ganz liebe Grüße an alle Mitkämpfer/-innen!
Sylvie
(Jaja, etwas verwirrend mit den Namen, aber ich bin SYLVIE (26) mit y, nicht Silvi mit i (deren vollständiger Name Silvia ist, wenn ich es richtig verstanden habe).))
Das Thema Skoliose und Beziehungen ist ein ziemliches kompliziertes und heikles, und wir alle haben da wohl unsere ganz eigenen, persönlichen Erfahrungen.
Ich habe gelernt: Je offener und unkomplizierter man selbst damit umgeht, umso weniger problematisch ist es auch für den Partner. Es ist doch wie immer: Die einen finden sich zu dick, die anderen zu dünn, die einen hassen ihre Oberschenkel oder sonst irgend etwas... und in Wirklichkeit ist das doch ganz wurscht. Wenn es eine echte, ernstzunehmende und gute Beziehung ist.
Ich weiss sehr gut, dass nicht DIE ANDEREN das Problem sind ("Na und, das stört mich nicht") sondern ICH bin das Problem ("Aber mich stört es!"). Etwas wissen und dann auch danach leben, das sind zwei Paar Schuhe. Der alte Streit zwischen Verstand und Gefühl. Ich habe immer noch verdammt viele Probleme mit meiner Skoliose. Mein kaputtes Körpergefühl zum Beispiel. Es ist eigentlich ein ständiger Kampf. Manchmal gewinne ich, und manchmal (noch viel zu oft) siegen meine Komplexe. Ich habe das feste Ziel, immer öfter zu gewinnen! Und ich sehe ja in diesem Forum, dass es die anderen auch schaffen (Hut ab, ich bewundere Euch!), warum dann nicht auch ich irgendwann?
Wie immer ganz liebe Grüße an alle Mitkämpfer/-innen!
Sylvie
hallo...ich bin neu hier im forum..aber ich lese mir das alles schon eine ganze weile durch. mit vielen der einträge kann ich mich ganz gut identifizieren.
das mit den komplexen kenne ich auch. ich denke immer man sieht meine skoliose und versuche das weitgehend zu vermeiden. klar...meine engsten freunde wissen das und versuchen mir auch immer mut zu machen (bws 45°;lws 24°) aber man hat doch irgendwie immer das gefühl sie wissen nicht so ganz worum es geht. seht ihr das auch so? sie sagen zwar es fällt einem gar nicht auf doch ich seh die skoliose ständig. am schlimmsten ist meiner meinung nach das packet, denn schmerzen hab ich eigentlich fast nie. ausser wenn ich aus der disco komm oder so. bis vor einem jahr habe ich mich auch nicht getraut nen bikini anzuziehen. zumindest soweit bin ich schon gekommen das ich das nun tu. also ich kann das alles ganz gut verstehen was ihr da schreibt!
liebe grüße, JuicY!
das mit den komplexen kenne ich auch. ich denke immer man sieht meine skoliose und versuche das weitgehend zu vermeiden. klar...meine engsten freunde wissen das und versuchen mir auch immer mut zu machen (bws 45°;lws 24°) aber man hat doch irgendwie immer das gefühl sie wissen nicht so ganz worum es geht. seht ihr das auch so? sie sagen zwar es fällt einem gar nicht auf doch ich seh die skoliose ständig. am schlimmsten ist meiner meinung nach das packet, denn schmerzen hab ich eigentlich fast nie. ausser wenn ich aus der disco komm oder so. bis vor einem jahr habe ich mich auch nicht getraut nen bikini anzuziehen. zumindest soweit bin ich schon gekommen das ich das nun tu. also ich kann das alles ganz gut verstehen was ihr da schreibt!
liebe grüße, JuicY!
Hi,
hier ist Silvi mit "i". Sorry Beate, nehme das Wort "Krüppel" wieder zurück. Du hast Recht, man sollte nicht so über sich reden, aber das ist meine Art, damit fertig zu werden, anders zu sein. Sozusagen die Atacke nach vorn. Die meisten sind immer total schockiert, wenn ich so rede. Aber ich werde es nie wieder tun, zumindest nicht hier in diesem Forum.
Komme gerade von der KG und habe ausnahmsweise mal für ein Stündchen keine Schmerzen, ein ganz wunderbares Gefühl, nur leider nicht von Dauer. Aber man ist dankbar, nicht wahr?
Es grüßt Euch Eure Leidensgenossin
hier ist Silvi mit "i". Sorry Beate, nehme das Wort "Krüppel" wieder zurück. Du hast Recht, man sollte nicht so über sich reden, aber das ist meine Art, damit fertig zu werden, anders zu sein. Sozusagen die Atacke nach vorn. Die meisten sind immer total schockiert, wenn ich so rede. Aber ich werde es nie wieder tun, zumindest nicht hier in diesem Forum.
Komme gerade von der KG und habe ausnahmsweise mal für ein Stündchen keine Schmerzen, ein ganz wunderbares Gefühl, nur leider nicht von Dauer. Aber man ist dankbar, nicht wahr?
Es grüßt Euch Eure Leidensgenossin
- Toni
- Profi

- Beiträge: 4388
- Registriert: Sa, 20.04.2002 - 19:07
- Geschlecht: männlich
- Diagnose: M. Scheuermann Kyphose (urspr. 68°)
M. Baastrup - Therapie: 1 Boston B.O.B.
1 Milwaukee
2 Rahmouni´s
1 TüKO
Und SCHROTHen bis bis die Sprossenwand qualmt und sich die Spiegel krümmen! - Wohnort: Allgäu
Hallo an Alle
Ich bin radikal dagegen, hier irgendwelche Worte zu tabuisieren. Wenn sich jemand als Krüppel fühlt, und sei es nur subjektiv, dann soll er gerade hier in DIESEM Forum das Recht und Möglichkeit haben genau darüber sich auszulassen und auszutauschen.
Sich selbst voll und ganz anzunehmen und auch die Schwächen und Fehler seines Körpers und seiner Seele anzunehmen und voll zu bejahen setzt genau dieses Bewusstsein voraus! Nicht verdrängen und tabuisieren. Ja sagen! genau diesen meinen Rücken annehmen:" Ja das bin ich- ich mit meiner verkorksten Wirbelsäule. So bin ich eben!" Wenn es dazu notwendig ist, die Flucht nach Vorne anzutreten, sich als "Krüppel" zu bezeichen um über diese geistige Trepenstufe hinweg ein paar Schritte nach oben zur Selbstsicherheit und zur Souveränität zu gelangen- na und???
Ich hatte mal einen Chef, der hatte ein Bein amputiert. Er hat mit großer Begeisterung das "Wiener-Krüppel-Lied" von Andre Heller und Helmut Qualtinger gegröhlt (nicht gesungen), mit seiner Krücke an seine Prothese geschlagen daß es gekracht hat und über seine Phantomschmerzen gewitzelt: "Wenigstens tut er noch weh, wenn er schon nicht mehr da ist!"
Steht dazu! Der Wert eines Menschen ist definitiv nicht von den Dreh- und Cobb-Winkeln seiner WS abhängig. Schönheit ist extrem relativ. Last Euch doch nicht von den Schönheitsidealen in Werbung und Zeitschriften irritieren.
Ihr seid wunderbare und wertvolle Menschen!
Kennt Ihr den Film von der Hölleisengretel?
http://www.prisma-online.de/express/fil ... eisengretl
Wenn der jemals kommt, seht ihn Euch unbedingt an! Mit welch unglaublichem Stoizismus die wunderschöne Skoliotikerin Gretel vom Hölleisenhof ihr Schicksal annimmt und lebt.
Befasst euch mit der Stoa (Philosophie der Stoiker)
Kernweisheit: Gelassen Alles ertragen und annehmen was man eh nicht ändern kann, aber mit aller Energie das anpacken, was zum Positiven veränderbar ist.
Ich liebe Euch so wie IHR SEID!
Toni
Ich bin radikal dagegen, hier irgendwelche Worte zu tabuisieren. Wenn sich jemand als Krüppel fühlt, und sei es nur subjektiv, dann soll er gerade hier in DIESEM Forum das Recht und Möglichkeit haben genau darüber sich auszulassen und auszutauschen.
Sich selbst voll und ganz anzunehmen und auch die Schwächen und Fehler seines Körpers und seiner Seele anzunehmen und voll zu bejahen setzt genau dieses Bewusstsein voraus! Nicht verdrängen und tabuisieren. Ja sagen! genau diesen meinen Rücken annehmen:" Ja das bin ich- ich mit meiner verkorksten Wirbelsäule. So bin ich eben!" Wenn es dazu notwendig ist, die Flucht nach Vorne anzutreten, sich als "Krüppel" zu bezeichen um über diese geistige Trepenstufe hinweg ein paar Schritte nach oben zur Selbstsicherheit und zur Souveränität zu gelangen- na und???
Ich hatte mal einen Chef, der hatte ein Bein amputiert. Er hat mit großer Begeisterung das "Wiener-Krüppel-Lied" von Andre Heller und Helmut Qualtinger gegröhlt (nicht gesungen), mit seiner Krücke an seine Prothese geschlagen daß es gekracht hat und über seine Phantomschmerzen gewitzelt: "Wenigstens tut er noch weh, wenn er schon nicht mehr da ist!"
Steht dazu! Der Wert eines Menschen ist definitiv nicht von den Dreh- und Cobb-Winkeln seiner WS abhängig. Schönheit ist extrem relativ. Last Euch doch nicht von den Schönheitsidealen in Werbung und Zeitschriften irritieren.
Ihr seid wunderbare und wertvolle Menschen!
Kennt Ihr den Film von der Hölleisengretel?
http://www.prisma-online.de/express/fil ... eisengretl
Wenn der jemals kommt, seht ihn Euch unbedingt an! Mit welch unglaublichem Stoizismus die wunderschöne Skoliotikerin Gretel vom Hölleisenhof ihr Schicksal annimmt und lebt.
Befasst euch mit der Stoa (Philosophie der Stoiker)
Kernweisheit: Gelassen Alles ertragen und annehmen was man eh nicht ändern kann, aber mit aller Energie das anpacken, was zum Positiven veränderbar ist.
Ich liebe Euch so wie IHR SEID!
Toni
- SteffiH
- aktives Mitglied

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- Registriert: Mo, 23.09.2002 - 00:00
- Wohnort: Südpfalz
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Hi Toni,
du sprichst mir aus der Seele.
Aber die größte Schwierigkeit für viele ist das sich selbst annehmen, akzeptieren und lieben.
Meinereiner nimmt das Ganze ein bischen mit Humor und ich kann auch über mich selbst lachen.
Warum soll man sich das Leben denn schwerer machen als es eh schon ist.
Liebe Grüße
Steffi
du sprichst mir aus der Seele.
Aber die größte Schwierigkeit für viele ist das sich selbst annehmen, akzeptieren und lieben.
Meinereiner nimmt das Ganze ein bischen mit Humor und ich kann auch über mich selbst lachen.
Warum soll man sich das Leben denn schwerer machen als es eh schon ist.
Liebe Grüße
Steffi
Hut Ab vor Dir Toni!!!!
Dass muss ich hier jetzt mal schreiben, bzw. von mir geben! Ich habe hier im Forum sämtliche Beiträge gelesen - auch alle von Dir - und: Du strahlst durch Deine Beiträge soviel POSITIVES aus, dass sich daran Jeder ein Beispiel nehmen sollte!
DENN ALLEINE DIE INNEREN WERTE EINES JEDEN MACHEN DEN MENSCHEN AUS!!
Alles andere ist und sollte nebensächlich sein und wie Toni schon sagte: *wichtig ist, dass jeder lernt, sich so zu akzeptieren wie er ist!*
Ganz gleichgültig, ob die "Macken" nun sichtbar sind oder nicht. Wer ist schon perfekt? NIEMAND!
Nicht mal unsere "Schönheitsidole" (auch wenn sie vorgeben, es zu sein).
Wie die Betroffenen hier in diesem Forum aufgenommen werden und wie ihnen geholfen wird ist echt grandios!! Ich spreche da aus eigener Erfahrung, da auch wir bis vor Kurzem NICHTS über Skoliose / Scheuermann & Co wussten!Da saß der Schock erstmal sehr tief bei uns.
Und all diesen wundervollen Menschen möchte ich sagen:
Ihr könnt sehr stolz auf Euch sein und Ihr habt,
vielleicht auch gerade durch Eure Krankheit, eine ganz besondere "Innere Größe" erreicht!
Mein Respekt!!!
Liebe Grüße Tulear
(Karin)
Dass muss ich hier jetzt mal schreiben, bzw. von mir geben! Ich habe hier im Forum sämtliche Beiträge gelesen - auch alle von Dir - und: Du strahlst durch Deine Beiträge soviel POSITIVES aus, dass sich daran Jeder ein Beispiel nehmen sollte!
DENN ALLEINE DIE INNEREN WERTE EINES JEDEN MACHEN DEN MENSCHEN AUS!!
Alles andere ist und sollte nebensächlich sein und wie Toni schon sagte: *wichtig ist, dass jeder lernt, sich so zu akzeptieren wie er ist!*
Ganz gleichgültig, ob die "Macken" nun sichtbar sind oder nicht. Wer ist schon perfekt? NIEMAND!
Nicht mal unsere "Schönheitsidole" (auch wenn sie vorgeben, es zu sein).
Wie die Betroffenen hier in diesem Forum aufgenommen werden und wie ihnen geholfen wird ist echt grandios!! Ich spreche da aus eigener Erfahrung, da auch wir bis vor Kurzem NICHTS über Skoliose / Scheuermann & Co wussten!Da saß der Schock erstmal sehr tief bei uns.
Und all diesen wundervollen Menschen möchte ich sagen:
Ihr könnt sehr stolz auf Euch sein und Ihr habt,
vielleicht auch gerade durch Eure Krankheit, eine ganz besondere "Innere Größe" erreicht!
Mein Respekt!!!
Liebe Grüße Tulear
(Karin)
Hallo!
Ich habe zwar keine Skoliose, sondern eine Kyphose (80°), aber ich erlaube mir trotzdem mal was hier reinzuschreiben. Ich persönlich habe oft das Gefühl, daß das Leben so nicht mehr viel Sinn hat. Sicher, es gibt schlimmere Krankheiten und häßlichere Menschen, aber eben nur sehr wenige. Mir gelingt es jedenfalls nicht, mich an denen aufzubauen und die restlichen 99,...% zu ignorieren. Außerdem finde ich schon, daß ich verkrüppelt bin, man kann zwar auch deformiert dazu sagen, das klingt etwas netter, aber meint doch das gleiche. Und das schief gleich schön sein soll ist wohl eine Minderheitsmeinung von einigen Künstlern. Die allermeisten Menschen (und ich) finden wohl, daß schief häßlich ist und nicht weil sie böse sind, sondern weil so Evolution funktioniert. Deshalb ist Schönheit eben nicht relativ oder nur bis zu einem gewissen Grad.
Es ist auch nicht bescheuert, wenn man mit Skoliose/Kyphose nicht ins Schwimmbad geht. Es reicht ja ein angewiderter Blick oder eine abfällige Bemerkung und man wird diesen Tag sein Leben lang nicht mehr vergessen, Alpträume bekommen, usw. Dieses Risiko gehe ich nicht mehr ein, nur für ein bißchen Schwimmen. Wenn ich irgendwo lese, daß Schwimmen gut ist bei Skoliose/Scheuermann, also ich empfinde solche Ratschläge geradezu als zynisch. Es ist natürlich nicht schön, vor allem im Sommer immer nur allein zu Hause zu sitzen, aber so kann einem wenigstens niemand mehr weh tun. Und man gewöhnt sich langsam daran.
Habt ihr denn auch schon über eine Op nachgedacht? Wenn ich in den Spiegel schaue, verstehe ich oft selbst nicht, warum ich mit der Op so zögerlich bin. Und manchmal denke ich, mich können auch 20 Op’s nicht mehr retten, sondern nur noch eine Gehirntransplantation. (es ist bei mir ja leider noch mehr verkrüppelt außer der Wirbelsäule). Ich finde auch, daß das nichts mit Schönheitswahn zu tun hat. Wenn eigentlich schöne, gesunde Menschen sich wegen jeder Kleinigkeit zehn mal pro Jahr unters Messer legen, das ist Schönheitswahn. Und natürlich kommt es auf viel mehr an, als nur auf das Äußere. Aber ich bin mir sicher, daß. meine „inneren Werte“ so toll gar nicht sein können, um meinen Körper zu kompensieren. Irgendwann ist einfach Schluß.
Ich hab auch keine guten Erfahrungen gemacht, sogenannten Freunden von meinem Rücken zu erzählen. Da kommen doch nur so Sprüche wie: „Da bildest du dir was ein.“ oder „Models sind wir beide nicht“. Ich habe es jedenfalls immer bitter bereut, überhaupt was erzählt zu haben. Und deshalb erzähle ich jetzt auch nicht mehr, abgesehen von diesem Forum, hier ist ja alles anonym und es kann (fast) nichts passieren.
Viele Grüße,
Tobias
Ich habe zwar keine Skoliose, sondern eine Kyphose (80°), aber ich erlaube mir trotzdem mal was hier reinzuschreiben. Ich persönlich habe oft das Gefühl, daß das Leben so nicht mehr viel Sinn hat. Sicher, es gibt schlimmere Krankheiten und häßlichere Menschen, aber eben nur sehr wenige. Mir gelingt es jedenfalls nicht, mich an denen aufzubauen und die restlichen 99,...% zu ignorieren. Außerdem finde ich schon, daß ich verkrüppelt bin, man kann zwar auch deformiert dazu sagen, das klingt etwas netter, aber meint doch das gleiche. Und das schief gleich schön sein soll ist wohl eine Minderheitsmeinung von einigen Künstlern. Die allermeisten Menschen (und ich) finden wohl, daß schief häßlich ist und nicht weil sie böse sind, sondern weil so Evolution funktioniert. Deshalb ist Schönheit eben nicht relativ oder nur bis zu einem gewissen Grad.
Es ist auch nicht bescheuert, wenn man mit Skoliose/Kyphose nicht ins Schwimmbad geht. Es reicht ja ein angewiderter Blick oder eine abfällige Bemerkung und man wird diesen Tag sein Leben lang nicht mehr vergessen, Alpträume bekommen, usw. Dieses Risiko gehe ich nicht mehr ein, nur für ein bißchen Schwimmen. Wenn ich irgendwo lese, daß Schwimmen gut ist bei Skoliose/Scheuermann, also ich empfinde solche Ratschläge geradezu als zynisch. Es ist natürlich nicht schön, vor allem im Sommer immer nur allein zu Hause zu sitzen, aber so kann einem wenigstens niemand mehr weh tun. Und man gewöhnt sich langsam daran.
Habt ihr denn auch schon über eine Op nachgedacht? Wenn ich in den Spiegel schaue, verstehe ich oft selbst nicht, warum ich mit der Op so zögerlich bin. Und manchmal denke ich, mich können auch 20 Op’s nicht mehr retten, sondern nur noch eine Gehirntransplantation. (es ist bei mir ja leider noch mehr verkrüppelt außer der Wirbelsäule). Ich finde auch, daß das nichts mit Schönheitswahn zu tun hat. Wenn eigentlich schöne, gesunde Menschen sich wegen jeder Kleinigkeit zehn mal pro Jahr unters Messer legen, das ist Schönheitswahn. Und natürlich kommt es auf viel mehr an, als nur auf das Äußere. Aber ich bin mir sicher, daß. meine „inneren Werte“ so toll gar nicht sein können, um meinen Körper zu kompensieren. Irgendwann ist einfach Schluß.
Ich hab auch keine guten Erfahrungen gemacht, sogenannten Freunden von meinem Rücken zu erzählen. Da kommen doch nur so Sprüche wie: „Da bildest du dir was ein.“ oder „Models sind wir beide nicht“. Ich habe es jedenfalls immer bitter bereut, überhaupt was erzählt zu haben. Und deshalb erzähle ich jetzt auch nicht mehr, abgesehen von diesem Forum, hier ist ja alles anonym und es kann (fast) nichts passieren.
Viele Grüße,
Tobias
- Toni
- Profi

- Beiträge: 4388
- Registriert: Sa, 20.04.2002 - 19:07
- Geschlecht: männlich
- Diagnose: M. Scheuermann Kyphose (urspr. 68°)
M. Baastrup - Therapie: 1 Boston B.O.B.
1 Milwaukee
2 Rahmouni´s
1 TüKO
Und SCHROTHen bis bis die Sprossenwand qualmt und sich die Spiegel krümmen! - Wohnort: Allgäu
Hallo Tobias
Irgendwie fühl ich mich sogar ein wenig schuldig!
Auch ich hab Dir hier in diesem Forum auch schon von der OP abgeraten. Aber das was Du schreibst bringt mich doch sehr zum Nachdenken. Wenn Du Dir sicher bist, daß Mit einer Aufrichtung von 80° auf 40° alles wieder in Ordnung ist- dann rate ich Dir sogar zur OP! PACKS AN!!! LASS MACHEN!!!
Wenn Du aber das Gefühl hast, daß das nur "ein Berg des Himalaya" ist, dann wird Dir die OP physisch viel und psychisch vermutlich wenig bringen. Dann gehst Du nicht ins Schwimmbad wegen der Angst es könnte jemand Deine Narbe sehen oder bemerken daß Du etwas steifer bist als die "Anderen".
Hast Du schon mal das Buch "Krankheit als Sprache der Seele" von Dr.med.Rüdiker Dahlke gelesen?
Die WS kann man operieren- die Seele nicht!
Denk drüber nach, ob das was Dich psychisch so runterdrückt und Dich seelisch krümmt wirklich weg ist, wenn Du operativ aufgerichtet bist. Wenn ja dann beglückwünsche ich Dich zu Deinem OP-Entschluss und drück Dir mehr als nur die Daumen.
Mich hat der Oxford-Professor Stephen Hawkins unglaublich stark beeindruckt. Vollständig gelähmt und unfähig selbst zu atmen und zu sprechen ist er geistig wesentlich weiter in die Physis, den Kosmos und in "Schwarze Löcher" und das Wesen der Schöpfung eingedrungen als jeder andere lebende Mensch. Wäre er der bedeutenste theoretische Physiker/physische Theoretiker aller Zeiten in einer Linie mit Isaak Newton und Albert Einstein ohne seine entsetzliche Krankheit?
Mit erfrischendem Humor lässt er seine Computerstimme erzählen, wie es ihn amüsiert, als sein Rollstuhl mal durchgeganngen ist und ihn abgeworfen hat.
Auch für Dich gilt die Philosophie der Stoiker:
Dulde in Gelassenheit und Gleichmut was unabänderlich ist. Verändere was Du verändern kannst!
Und Deine 80° Kyphose kann verändert werden!
Auch Dir gilt meine Liebe( Logischerweise im Sinne Plato´s)
Toni
Irgendwie fühl ich mich sogar ein wenig schuldig!
Auch ich hab Dir hier in diesem Forum auch schon von der OP abgeraten. Aber das was Du schreibst bringt mich doch sehr zum Nachdenken. Wenn Du Dir sicher bist, daß Mit einer Aufrichtung von 80° auf 40° alles wieder in Ordnung ist- dann rate ich Dir sogar zur OP! PACKS AN!!! LASS MACHEN!!!
Wenn Du aber das Gefühl hast, daß das nur "ein Berg des Himalaya" ist, dann wird Dir die OP physisch viel und psychisch vermutlich wenig bringen. Dann gehst Du nicht ins Schwimmbad wegen der Angst es könnte jemand Deine Narbe sehen oder bemerken daß Du etwas steifer bist als die "Anderen".
Hast Du schon mal das Buch "Krankheit als Sprache der Seele" von Dr.med.Rüdiker Dahlke gelesen?
Die WS kann man operieren- die Seele nicht!
Denk drüber nach, ob das was Dich psychisch so runterdrückt und Dich seelisch krümmt wirklich weg ist, wenn Du operativ aufgerichtet bist. Wenn ja dann beglückwünsche ich Dich zu Deinem OP-Entschluss und drück Dir mehr als nur die Daumen.
Mich hat der Oxford-Professor Stephen Hawkins unglaublich stark beeindruckt. Vollständig gelähmt und unfähig selbst zu atmen und zu sprechen ist er geistig wesentlich weiter in die Physis, den Kosmos und in "Schwarze Löcher" und das Wesen der Schöpfung eingedrungen als jeder andere lebende Mensch. Wäre er der bedeutenste theoretische Physiker/physische Theoretiker aller Zeiten in einer Linie mit Isaak Newton und Albert Einstein ohne seine entsetzliche Krankheit?
Mit erfrischendem Humor lässt er seine Computerstimme erzählen, wie es ihn amüsiert, als sein Rollstuhl mal durchgeganngen ist und ihn abgeworfen hat.
Auch für Dich gilt die Philosophie der Stoiker:
Dulde in Gelassenheit und Gleichmut was unabänderlich ist. Verändere was Du verändern kannst!
Und Deine 80° Kyphose kann verändert werden!
Auch Dir gilt meine Liebe( Logischerweise im Sinne Plato´s)
Toni

