Lichtoptische Vermessung der WS

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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Lars

Lichtoptische Vermessung der WS

Beitrag von Lars »

Hallo,

nachdem ich mich inzwischen durch das halbe Forum gelesen habe, hätte ich doch noch ein paar Fragen bezüglich der Behandlung einer Skoliose im Erwachsenenalter.
Ich bin 28 Jahre alt und war von 1989-1894 in orthopädischer Behandlung (u.a. wegen leichter Skoliose).
Nach dem letzten KG-Rezept schliefen die Bemühungen meinerseits jedoch ein.

Inzwischen habe ich teilweise starke Rückenbeschwerden im Lendenbereich, verbunden mit Spannungkopfschmerzen.

Ich war jetzt wieder bei einem Orthopäden, der mir nach einer Röntgenaufnahme eine lichtoptische Vermessung meiner Wirbelsäule vorschlug. Dies kostet mich 150 Euro. Danach soll mit Schuheinlagen gearbeitet werden.
Ein Winkel nach Cobb wurde mir nicht genannt. Ich habe es inzwischen selbst gemessen und schätze es auf ca. 15-20°
Wie soll ich jetzt vorgehen?

Ist die lichtoptische Vermessung sinnvoll und sollte ich mich bei der Krankenkasse um Übernahme dieser Kosten bemühen?
Inwieweit wird denn KG im Erwachsenalter von der Krankenkasse (wahrscheinlich nach Schroth dann) bezahlt?

Über ein paar Antworten würde ich mich freuen, da ich mich immer ziemlich unwissend fühle, wenn ich einem Arzt gegenüber trete.

LG Lars
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Die Lichtvermessung (Formetric) wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Diejenigen hier im Forum, die es außerhalb einer Reha haben machen lassen, haben die Kosten dafür alle selbst tragen müssen.

Sinn und Zweck ist hauptsächlich das Fortschreiten der Skoliose auch ohne Röntgenstrahlenbelastung kontrollieren zu können. Bei einer Skoliose von 15 - 20° macht das aber wenig Sinn, weil solch kleine Skoliosen im Erwachsenenalter, wenn überhaupt, nur so geringfügig fortschreiten, daß es meist noch nicht mal auf dem Röntgenbild eindeutig feststellbar ist, geschweige denn mit einer so ungenauen Oberflächenvermessung.

Wenn eine Beinlängenverkürzung vorliegt und ein Verkürzungsausgleich verordnet werden soll, wird diese Vermessung dafür benutzt, um die erforderliche Höhe des Verkürzungsausgleiches festzustellen. (wird auch in Stuttgart bei Dr.Hoffmann so gemacht)

Bevor ich für so etwas Geld ausgebe, würde ich mich noch mal genau erkundigen, was jetzt Sinn und Zweck dieser Vermessung sein soll:
Ob Du eine Beinlängenverkürzung hast, und ob diese Einlagen, von denen Du sprichst, ein Verkürzungsausgleich sein sollen, ob die Vermessung hierfür gedacht ist usw.

Verkürzungen von unter 1 cm müssen nicht zwingen ausgeglichen werden. Aber vielleicht hilft es Dir ja gegen die Schmerzen. Das müsstest Du dann ausprobieren.

Die Vermessung würde dann so ablaufen, daß Du mit verschieden hohen Brettchen unter dem Fuß mehrmals eingescannt wirst. Aufgrund dieser Ergebnisse wird dann entschieden, wie groß der Verkürzungsausgleich sein muss.

Ob Dir diese Investition letztendlich aber etwas nützt, das kann Dir leider keiner vorhersagen. Ist ja schon ne Menge Geld. :rolleyes:

--

KG wird von den Krankenkassen auch im Erwachsenenalter bezahlt. Die Probleme gibt es meist bei der Verordnung durch den Arzt, der da natürlich gerne spart.

Gruß,
BZebra
Dr. Steffan
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Beitrag von Dr. Steffan »

Die Vermessung mittels Formetric ist nach einigen Testreihen die wir in unserer Klinik gemacht haben nur bei Verkürzungen von über 2 cm sinnvoll. Eine bessere Möglichkeit ist die Bestimmung des Skoliometerwertes mit und ohne Ausgleich. Häufig ist es bei der Skoliose so, dass die Werte mit Ausgleich schlechter werden.
Dr. K. Steffan
Oliver76
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Beitrag von Oliver76 »

Hallo Lars,

ich bin 27 und habe auch Beschwerden in der LWS. Vielleicht können wir mal Kontakt zueinander aufnehmen: olwin@gmx.net.

Viele Grüße

Olli
Lars

Beitrag von Lars »

Hallo,

vielen Dank erstmal für die Antworten.
Der Orthopäde meinte, daß bei mir kein Beckentiefstand vorliegt (er vermutete das zunächst).
Daher verstehe ich noch immer nicht, wozu ein Ausgleich mit Hilfe von Schuheinlagen dienen soll.

Ich habe inzwischen mit meiner Krankenkasse telefoniert, die mich mit einem Arzt verbunden hat. Dieser meinte auch, daß die lichtoptische Messung die EINZIGE Möglichkeit wäre, um den Rücken vermessen zu können.
Ich erklärte ihm, daß meine Röntgenbilder ja noch nicht mal vermessen wurden. Es wurde mir ja nicht mal ein Winkel nach Cobb genannt.
Daraufhin meinte er, dies wäre keine Messung, sondern nur eine Augenentscheidung des Orthopäden. Nachdem ich ihm erklärte, daß sich der Winkel berechnen läßt, wurde er unfreundlich.

Ich komme aus HH und scheinbar gibt es hier keinen Orthopäden, der sich mit Skoliose auskennt, um eine zweite Meinung einholen zu können.
Nach einem Bericht von meinem Orthopäden von 1994 wurde bei mir die Diagnose einer LWS-Skoliose, einer ausgeprägten LWS-Hyperlordose eines angedeuteten Rundrückens einer mäßigen myostatischen Insuff., und Senk-Knick Füßen gestellt.
Außerdem steht in diesem Bericht, daß die krankengymnastischen Behandlungen von 1989-1994 keine Verbesserung dieses Befundes ergeben haben.
Vergleiche ich die alten Röntgenbilder mit den neuen sehe ich mit bloßem Auge eine Verschlechterung.
Ich bin wirklich verunsichert, was die weiteren Schritte meiner Behandlung angeht. :(

@Dr.Steffan
Was genau darf ich unter der Bestimmung des Skoliometerwertes verstehen? Wie wird das gemacht. Ich konnte leider keine Literatur darüber im Netz finden
netkitty
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Beitrag von netkitty »

Hi,
ein Skoliometer sieht so aus:
Bild
Der Wert der dabei bestimmt wird ist dieser:
Bild

Was du an sonsten für Erfahrungen mit Ärzten gemacht hast, ist ja der Horror!
Versuche eine Überweisung zu Dr. Steffan zu bekommen, oder nimm die lange Reise nach Leonberg auf dich.
Du mußt auf jeden Fall endlich eine vernünftige Diagnose erhalten und dann kann man sich um eine richtige Behandlung bemühen.
Viel Erfolg
Nicole
[size=100][i]Ever tried. Ever failed.
No matter.
Try again. Fail again.
Fail better.[/i]
Samuel Becket[/size]
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Du kannst Dich auch erst mal an den Selbsthilfekreis in Hamburg wenden (siehe unter Links und Adressen) oder an Tomma.
Die können Dir evt. mal einen Orthopäden nennen, der zumindest eine genaue Diagnose mit Gradzahl stellt.

Ansonsten würde ich mir noch mal die Zeit nehmen und möglichst genau die beiden Röntgenbilder selbst ausmessen (Übung macht den Meister ;)). Die meisten Ärzte geben sich eh keine große Mühe dabei, so daß es dann doch eher einer Schätzung gleichkommt. :rolleyes:

Beinlängenausgleich ohne Beckenschiefstand wäre schon etwas seltsam. Da kann ja dann nur ein Beckenschiefstand bei raus kommen. Vielleicht meint Dein Orthopäde normale Einlagen gegen die Knick-Senk-Füße? Kann das vielleicht sein?? Das schadet zwar nicht, hilft aber auch nicht gegen die Skoliose - andere Baustelle.

Gruß,
BZebra
Lars

Beitrag von Lars »

Hallo,

Ich bin's mal wieder :-)
Ich habe dem Selbsthilfekreis geschrieben (vor ca. einer Woche schon), bekomme allerdings keine Antwort. :(
Weiß jemand, ob die Adresse vielleicht falsch ist, oder was sonst noch der Grund sein könnte?

Liebe Grüsse,
Lars
Oliver76
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Beitrag von Oliver76 »

Hallo Lars,

Senk-Knick-Spreizfüße kommen mir bekannt vor ... :D Nun ja, Spannungskopfschmerzen leider auch. :/ Wollen wir uns nicht mal mailen? Meine E-Mail-Adresse hab ich oben schon notiert.

Meld dich doch mal.

Viele Grüße

Oli
Tomma
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Beitrag von Tomma »

Moin Lars,

welche Email-Adresse hast du für deine Anfrage beim Skoliose-Selbsthilfe-Kreis verwendet? Die haben zwei verschiedene:
skoliose-hamburg@gmx.de für die Skoliose-Kinder-Eltern-Gruppe (da gehen auch noch 30jährige hin, wenn das Thema passt ;D ) - da wird einem relativ schnell geantwortet, spreche aus Erfahrung. :ja:
skoliose@t-online.de für die Erwachsenengruppe, die sind allerdings schon etwas sehr erwachsen. ;)

Du solltest dir den 29. November 2003 freihalten. Da treffen sich junge Erwachsene zum Austausch von 14:00 bis 16:00 h in der Christuskirche Hamm, Carl-Petersen-Straße 59. Werde auch hingehen, vielleicht sehen wir uns da.

Wenn dir keiner vom Selbsthilfe-Kreis antwortet (sonst natürlich auch), kannst du dich gern per Mail an mich wenden. Hab inzwischen schon einige Orthopäden in Hamburg kennenlernen "dürfen". Der Skoliose-Profi war aber noch nicht dabei.
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