Cobb Messmethode

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
Antworten
Hihello
Newbie
Newbie
Beiträge: 4
Registriert: Mi, 15.05.2013 - 21:55
Geschlecht: weiblich

Cobb Messmethode

Beitrag von Hihello »

Hey hallo alle zusammen. Ich brauche mal eure Hilfe. Ich habe 2 Röntgenaufnahmen der LWS und BWS im Stehen angefertigt bekommen. (Ich weiß es ist keine Ganzwirbelsäulenaufnahme etc.) Messtoleranzen sind dadurch vorprogrammiert bzw. zu berücksichtigen.

Wie ist das mit der Cobb Messmethode zu verstehen? Ich finde im Internet dazu keine eindeutigen Hinweise bzw. eine eindeutige Defintion.

1. Schritt war ja die Neutralwirbel zu bestimmen. Bei meiner Röntgenaufnahme ist zweifelsfrei der L5 noch nicht der Startpunkt meiner lumbalen Krümmung. Es geht erst mit dem L 4 weiter. Ich nehme die Grundplatte des L4 Wirbelbogen zeichne dort eine langgezogene Linie im Verlauf des Wirbelknochens. Im Prinzip die Schräge.

Dann rechne ich die Mitte des Wirbelkörpers aus und zeichne im 90° Winkel erstmal zur groben Orientierung die Linie für die spätere Schneidung mit dem oberen Winkel ein.

2. Schritt wäre die Bestimmung des 2. Neutralwirbels. Ich weiß noch das mein damaliger Orthopäde diesen sehr kurz angesetzt hat. Er hatte dann das grandiose Ergebnis von 26° heraus. Soweit ich die Definiton richtig verstanden habe nehme ich wohl den Wirbel Th 12 oder Th 11. Aus meiner Sicht ist der an der Stelle, wo die Krümmung wieder in die Gegenrichtung läuft. Ich nehme dazu dann auch wieder die untere Grundplatte. Zeichne die schräge Linie ein. Rechne die Mitte aus und zeichne den 90° Winkel ein.

3. Dann verbinde ich beide Linien. Und komme je nach Wirbel. Auf 20° bzw. im besten Fall 18°.

Ist das Verfahren ungefähr richtig? Oder kann mir einer eine bessere Quelle geben.

Anbei die Bilder der Originalröntgenaufnahme

http://www.pic-upload.de/view-19688649/R--bi.jpg.html

Und meine ungefähre Einzeichnung.

http://www.pic-upload.de/view-19688656/ ... g.jpg.html


Vielen Dank für eure Hilfe :)
Benutzeravatar
Alex_activitas
Schroth-Therapeut/in
Schroth-Therapeut/in
Beiträge: 744
Registriert: Mo, 04.04.2011 - 15:34
Geschlecht: männlich
Wohnort: 72827 Wannweil
Kontaktdaten:

Re: Cobb Messmethode

Beitrag von Alex_activitas »

Hallo HiHello,

die Bilder sind in der Tat sehr schlecht zu erkennen.
Um einen Vergleich zwischen Deinen ca. 20° und den vom Arzt gemessenen 26° machen zu können, muss man erst einmal wissen, ob Du und der Arzt dieselben Wirbelkörper als Neutralwirbel bestimmt habt.
Ausserdem stimmt die Linie am unteren Wirbel nicht, denn sie orientiert sich nicht an der Grundplatte. Korrekt angelegt ergibt sich in der Tat ein größerer Winkel als der, den Du ausgemessen und eingezeichnet hast.

Ansonsten ist Deine Vorgehensweise in der Tat korrekt.
Allerdings erfordert es nicht gerade wenig Erfahrung, um korrekte und verlässliche Winkelbestimmungen durchführen zu können. Daher sollte im Idealfall immer derselbe Arzt (bzw. derjenige, der sich damit auskennt) die Winkel ausmessen.

Gruß,
Alex
Alexander Heidrich - activitas - menschen, die bewegen
Homepage: http://www.activitas.de
activitas auf facebook: https://de-de.facebook.com/activitasWannweil
Hihello
Newbie
Newbie
Beiträge: 4
Registriert: Mi, 15.05.2013 - 21:55
Geschlecht: weiblich

Re: Cobb Messmethode

Beitrag von Hihello »

Ob der Arzt die richtigen Neutralwirbel bestimmt hat. Er hat insofern nur die eine Röntgenaufnahme die LWS Aufnahme für die Messung verwendet. Damit fehlt der charakteristisch entscheidene Neutralwirbel im oberen Bereich der Th 12 oder auch Th 11.

Wie meinst du das bei der unteren Linie? Meinst du die leichte Milimeterabweichung.

Insgesamt habe ich bei der Ausmessung ein wenig experimentiert. Sicherlich braucht das gewisse Erfahrung.

Aus meiner Sicht, wenn sich die beiden Linien in dem Hauptkrümmungswirbel mittig treffen, hätte man rein hypothetisch gesehen einen annähernd richtig bestimmten Krümmungswert? Oder etwa nicht?

Wenn ich beispielsweise den L5 Wirbel einbeziehen würde ( was etwas schwierig ist, man sieht ja nicht die Grundplatte und ich bei dem oberen Th 12 Wirbel bleibe --> dann wäre der Krümmungswirbelgrad erheblich kleiner). Und so ganz kann das ja nicht im Sinne des Cobb Erfinders sein :)

Medizin und Geometrie :D
Antworten